Schach Magazin
Aktuelles ::

Ein Protestfall



Seit Kurzem wird in Schachkreisen über ein Vorkommnis diskutiert, das sich zwei Tage vor der Jahreswende 2017-18 bei der Blitzweltmeisterschaft in Riad ereignete.

In einer Partie zwischen dem Weltmeister Magnus Carlsen (Norwegen) und dem Europameister 2016 Ernesto Inarkiev (Russland) geschah in horrender Zeitnot Folgendes: Carlsen gab Schach, Inarkiev reagierte nicht darauf und gab seinerseits ein Schach, worauf der konsternierte Carlsen nicht reklamierte, sondern automatisch seinen König wegzog. Wäre das alles gewesen - die Spieler hätten sich laut Reglement einigen können und die Stellung ohne Schiedsrichter korrigieren können - hätte man danach zwar den Kopf geschüttelt, aber wohl auch gelacht. Doch es endete nicht lustig. Der Russe reklamierte plötzlich den Sieg für sich, weil Carlsen in einer illegalen Stellung gezogen habe! Der Schiri forderte Inarkiev auf, die Partie fortzusetzen, weil durch Carlsens Weiterspielen quasi neue Tatsachen geschaffen worden waren und die Regeln das so vorsahen. Inarkiev weigerte sich und Carlsen wurde der Punkt zugesprochen. Verwirrend?

Inarkiev legte Protest ein, der abgelehnt wurde.

Danach fielen manche über Inarkiev her, u. a. Garry Kasparow, der von einer "Schande" sprach und eine Disqualifizierung ins Gespräch brachte. Andere Wortmeldungen sind nüchterner, mit der Quintessenz, da sei eine Lücke in den Regeln, die geschlossen werden müsse. Laut FIDE wird sich die Regelkommission mit diesem Fall noch beschäftigen. Damit aber, dass Inar-kiev eine Lösung nach Art der Gentlemen ablehnte, hat er sich keine Freunde gemacht.

Eine ausführliche Darstellung mit der konkreten Stellung, allen Zügen und weiteren Details finden Sie ab Seite 9.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Ihr Otto Borik

 

Zum Titelbild:

Viswanathan Anand hat seine "Sammlung“ von Weltmeistertiteln um ein weiteres Exemplar erweitert: er wurde Schnellschachweltmeister 2017.

Foto: Hartmut Metz

 

Lust auf mehr? Tun Sie sich etwas Gutes und bestellen Sie das Abo oder das supergünstige Probeabo (nur 9,90 Euro für 3 Hefte) der beliebten Zeitschrift Schach-Magazin 64 beim Verlag Carl Ed. Schünemann:

- per E-Mail: kontakt@schach-magazin.de
- per Post: Schünemann-Haus, 28174 Bremen
Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

Designelement  :: Aktuelles Designelement
  Aktuelles Heft
Aktuelles Heft
Im Heft blättern
 

Designelement  :: Jahrgangsschuber Designelement
  Jahrgangsschuber
Aktuelles Heft
Der Preis pro Stück für 12 Ausgaben – inklusive Porto und Schutz-Verpackung beträgt € 14,90
Bestellungen bitte unter
Tel.: (0421) 36 90 325