Schach Magazin
Rückzüge ::

"Wie bei einem Theaterstück kommt es im Leben nicht darauf an, wie lange es dauert, sondern wie gut es gespielt wird", so der römische Philosoph Seneca. Oder wie lange man gut spielen kann, dass wissen Fußballer wie Schachspieler gleichermaßen, nur sind bei ihnen die konkreten Auslöser für einen Rückzug unterschiedlich. Wenn das Knie im Eimer ist, hilft dem Kicker nichts mehr; immerhin können manche Trainer oder Fußballmanager werden und damit wenigstens teilweise in ihrer Welt bleiben.

Das Hirn eines Schachspielers hält länger als sein Meniskus, der Rekordhalter Kortschnoi spielte noch als Achtzigjähriger und durchaus mit Erfolg (noch 2011 besiegte er Caruana), aber auch er merkte, dass das Nachlassen der körperlichen Kräfte mit einem "Elo-Abbau" einhergeht und sein Ärger darüber war legendär. Doch einfach aufhören, das konnte er nicht, dazu hat er Schach zu sehr geliebt.

Andere konnten es. Von den ganz berühmten Spielern machte Capablanca mit 59 Schluss, nachdem er seinen ersten (noch leichten) Schlaganfall erlitten hatte und danach einen Rückgang seiner schachlichen Fähigkeiten feststellte. Kasparow hörte bereits mit 42 auf; zu diesem Zeitpunkt war er noch die Nr. 1 der Weltrangliste, jedoch war es schon unübersehbar, dass Anand und Topalov bald an ihm vorbeiziehen würden. Gegen Topalov verlor Kasparow auch die letzte Turnierpartie seines Lebens. Danach war Schluss. Alphatiere wie Kasparow stellen sich nicht gerne ins zweite Glied …

Der neuste Rücktritt eines weltbekannten Spielers kam weniger gut getimt. Wladimir Kramnik, der vor zwei Jahren noch auf Platz 2 der Weltrangliste stand und nun auf Rang 14 abgerutscht ist, hat den passenden Zeitpunkt wohl verpasst. Dennoch wurde er nicht nur von den Medien, sondern auch von den alten Rivalen mit einem wahrlich "großen Bahnhof" verabschiedet, wie auf den nächsten Seiten nachzulesen ist.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Ihr Otto Borik

 

Zum Titelbild:

Einer der besten Schachspieler der Geschichte, Exweltmeister Wladimir Kramnik (43) beendete seine Profikarriere: Ein Gigant tritt ab

Foto: Lennart Ootes

 

Lust auf mehr? Tun Sie sich etwas Gutes und bestellen Sie das Abo oder das supergünstige Probeabo (nur 9,90 Euro für 3 Hefte) der beliebten Zeitschrift Schach-Magazin 64 beim Verlag Carl Ed. Schünemann:

- per E-Mail: kontakt@schach-magazin.de
- per Post: Schünemann-Haus, 28174 Bremen
Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spieler der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

Designelement  :: Aktuelles Designelement
  Aktuelles Heft
Aktuelles Heft
Im Heft blättern
 

Designelement  :: Jahrgangsschuber Designelement
  Jahrgangsschuber
Aktuelles Heft
Der Preis pro Stück für 12 Ausgaben – inklusive Porto und Schutz-Verpackung beträgt € 14,90
Bestellungen bitte unter
Tel.: (0421) 36 90 325