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Generalprobe?



Kürzlich wurde in einem Internetforum darüber diskutiert, ob das letzte Aufeinandertreffen künftiger WM-Gegner bei einem Turnier als Generalprobe für ihr Match angesehen werden darf. Schließlich ist die WM ein Zweikampf und kein Rundenturnier mit wechselnden Gegnern. Die Befürworter des Begriffs Generalprobe waren gefühlt in der Mehrheit und argumentierten, bei Matches spiele nicht nur das rein schachtechnische Können, sondern auch die physische und psychische Verfassung eine große Rolle.

Für den letztgenannten Faktor könnte das letzte Duell der Kontrahenten der WM 2018 von Bedeutung sein. Es fand beim Superturnier in Stavanger in der Heimat des Titelverteidigers statt. Es ergab sich durch die Auslosung, dass der Weltmeister Carlsen und sein Herausforderer Caruana ausgerechnet in der ersten Runde gegeneinander spielten und das Ergebnis erfreute die norwegischen Fans: ihr Held gewann.

Doch damit war das Rennen nicht gelaufen. Caruana drehte unglaublich auf und konnte das Turnier auf der Zielgeraden für sich entscheiden. Nachdem er sich im März in Berlin als Herausforderer von Magnus Carlsen für den Weltmeisterschafskampf im November qualifiziert hatte, landete Caruana nach dem Sieg beim Grenke Chess Classic im April zum zweiten Mal in einem wichtigen Turnier vor Carlsen, und zum dritten Mal in diesem Jahr ließ Caruana seine Rivalen mit einem starken Endspurt hinter sich. Sogleich wurden Stimmen laut, wer den Weltmeister wiederholt hinter sich lässt, kann ihn auch als Weltmeister ablösen. Die anderen verwiesen auf den Präzedenzfall Karjakin: der Russe landete bei norwegischen Superturnieren ebenfalls zweimal vor Carlsen, verlor aber gegen ihn das WM-Match.

Am besten lässt man sich überraschen, im November dieses Jahres ist es in London soweit. In der Zwischenzeit werden wir noch viele Turniere sehen. Über das Zusammentreffen in Stavanger wird auf den nächsten Seiten berichtet.

Viel Spaß bei der Lektüre.

Ihr Otto Borik

 

Zum Titelbild:

Es gibt auch für Profis ein Leben neben dem Schach. Bei dem Superturnier in Stavanger dachten sich die Ausrichter für die Teilnehmer etwas Besonderes aus, nämlich einen Kochwettbewerb. Sieger wurde das Team Exweltmeister Viswanathan Anand (l., mit dem Mitbewerber Fabiano Caruana) und Ding Liren mit ihrer Interpretation der Sauce Hollandaise.

Foto: Lennart Ootes

 

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  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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