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Ausgabe 4 mit diesen zentralen Themen ::

Rückblick: Die Polgar Show




Foto: Cathy Rogers

Die Polgars (plus Ildiko Madl, links im Bild) holten 1988 olympisches Gold für Ungarn. Mannschaftsführer war Laszlo Hazai.


1972 begann der dänische Journalist Svend Novrup mit seiner Schachkolumne in der dänischen Zeitung Politiken und 1979 konnte er das Blatt davon überzeugen, das Open in Kopenhagen zu sponsern. Das Turnier feierte 1979 sein Debüt und wurde 1980 in Politiken Cup umbenannt. Am Anfang verzeichnete das Open 22 Teilnehmer, später kamen Hunderte, denn das Turnier verschaffte dänischen Spielern die seltene Gelegenheit, zuhause gegen internationale Gegner anzutreten.

Zu diesem Zeitpunkt war Novrup bereits fünf Jahre Mitglied im Vorstand des Dänischen Schachverbands, und sein Plan, internationale Titelturniere in Dänemark nach einem Jahrzehnt der Dürre wiederzubeleben, nahm immer konkretere Formen an. (Bei einem internationalen Turnier mit Larsen und Smyslow, das 1985 in Brønshøj stattfand, konnte Curt Hansen die letzte Norm erzielen, die er brauchte, um Dänemarks zweiter Großmeister zu werden.)

Zum zehnjährigen Jubiläum des Sponsoring durch Politiken wollte Novrup, mittlerweile Gründer und Vorsitzender der AIPE, der Vereinigung der Schachjournalisten, etwas Besonderes machen.

Novrup hatte die Idee, auf der Insel Fünen, seinem Geburtsort, ein Großmeisterturnier mit den drei Polgar-Schwestern zu organisieren. Die Schwestern hatten noch nie zuvor ein Großmeisterturnier im Rundenformat zusammen gespielt, obwohl sie in offenen Turnieren bereits oft gemeinsam angetreten waren. Eines dieser Turniere war der Politiken Cup 1986 in Kopenhagen gewesen, in dem die 16-jährige Zsuzsa im A-Turnier auf dem geteilten vierten Platz gelandet war, während Sophia, 11, und Judit, 9, (immer wieder kichernd) in Gruppe B gespielt hatten.

[…]

In der letzten Runde musste Judit gegen den Tabellenführer Hansen mit Schwarz gewinnen, und sie stand tatsächlich auch kurz vor einem Sieg, doch zähe Verteidigung und jugendlicher Übermut verdarben in gegnerischer Zeitnot eine Gewinnstellung, und das kostete sie die Großmeisternorm.



C. Hansen - J. Polgar
Vejstrup 1989 Schwarz am Zug


39. …Le5? Die richtige Idee, jedoch in falscher Zugfolge vorgetragen. 39. …Dc2! 40. Ld2 Ld4! sichert Schwarz gute Chancen, z. B. 41. d6 Dxc4 42. d7 Dd3! und Weiß bekommt Probleme mit dem d-Bauern. 40. Ld2 Dc2 41. De3! g5 42. De2 Kg6 43. De3 Kf7 44. Df3+ Kg7 45. De3 Kh7 46. Df3 Kg8 47. Dxh5 Dxe4+ 48. Kg1 Ld4+ 49. Kf1 Lf6 50. De2 Dh1+ – remis

Dadurch wurde Curt Hansen, der schon damals als Dänemarks stärkster Spieler seit Bent Larsen galt, verdienter Turniersieger und Judit - die gerade 13 geworden war - landete auf dem geteilten zweiten Platz, während Zsuzsa Vierte und Sophia Fünfte wurden.

Weiter geht es im Aprilheft.

 
 
Auszug aus
Die Polgar Show: Rückblick auf Vejstrup 1989"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, April 2021

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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