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Ausgabe 6 mit diesen zentralen Themen ::

Xinghua: Neues aus dem Reich der Mitte




Foto: Ruzena Pribylova

Yu Yangyi: Trotz der Niederlage in der letzten Runde gegen die Weltmeisterin Ju Wenjun holte er aufgrund der besten Wertung den Titel.


Geht es nach dem Willen des Weltschachbundes und der Chinesischen Schachföderation, so wird die zweite Online Schacholympiade noch in diesem Jahr stattfinden. Dies ist der Erklärung des Weltschachbundpräsidenten Arkadi Dworkowitsch zu entnehmen, die am 6.Mai veröffentlich wurde. „Unsere Partner möchten, dass wir diese Erfahrung fortsetzen. Insbesondere chinesische Unternehmen, darunter die Stadt Shenzhen und die Universität von Shenzhen, kamen zu uns. Sie boten Sponsoring für die zweite Online-Olympiade an. Wir überlegen jetzt, wann dies am besten verwirklicht werden kann.“

[…]

Während die geplante Online Schacholympiade noch etwas auf sich warten lässt, haben zwei Schachgroßmächte ihre richtigen Spitzenveranstaltungen fast zeitgleich durchgezogen: die Russen beendeten ihre Superliga am 11.Mai (vgl. den Bericht ab Seite 12), die Chinesen ihre Landesmeisterschaft nur vier Tage später. Letzteres Turnier endete in einem toten Rennen. In der Reihenfolge der Wertung standen schließlich Yu Yangyi, Wei Yi und Di Li auf dem Siegertreppchen. Der Erstgenannte war der Titelverteidiger und führte fast das ganz Turnier lang, doch die Niederlage in der Schlussrunde gegen seine Landsfrau Ju Wenjun bremste ihn aus.

Italienisch C 55
Ju Wenjun – Yu Yangyi
Xinghua, 15.05.2021


1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lc4 Sf6 4.d3 Le7 5.Sc3 d6 6.a4 0–0 7.h3 Le6 8.0-0 Sxe4



Einer Neuerung im achten Zug begegnet man bei höherklassigen Turnieren nicht oft, erst recht nicht, wenn sie mit einem vorübergehenden Figurenopfer verbunden ist. Der Zug ist jedoch völlig in Ordnung (9.Lxe6 Sxc3 10.Lxf7+ Txf7 11.bxc3 Dd7 verspricht Weiß nichts) und führt zu einer Stellung mit verteilten Chancen: 9.Sxe4 d5 10.Seg5 dxc4 11.Sxe6 fxe6 12.dxc4 Dxd1 13.Txd1 Lc5 14.Le3 Lxe3 15.fxe3 h6 16.Td7 Tf7 17.Txf7 Kxf7 18.Tf1 Ke8 19.Kf2 Ke7 20.Ke2 Tf8 21.Tb1 a5 22.c3 b6 23.Kd3 Sb8 24.Sxe5 Tf2 25.c5 bxc5 26.g4



Bis hierhin war die Stellung immer noch in etwa gleichstehend, nun aber folgte der Missgriff 26.…Sd7? besser …Th2 27.Sc6+ Kd6 28.Sxa5 Sb6 29.Sc4+ Kc6 30.a5 Sxc4 31.Kxc4 Te2 32.a6



Nach 32.…Txe3 spielt Weiß nicht 33.a7? wegen 33.…Te4+ 34.Kd3 Ta4, sondern 33.Ta1! mit Gewinn. 32.…Kb6 33.Ta1 Ka7 34.Ta5 Txb2 35.Txc5 Kb6 36.Te5 Kxa6 37.Txe6+ Kb7 und Ju Wenjun führte dieses klassische Endspiel überzeugend zum Sieg. 38.h4 Ta2 39.Kd3 Tf2 40.Tg6 Tf7 41.e4 c6 42.e5 Kb6 43.Ke4 Kc5 44.h5 Kb5 45.Td6 Kc5 46.Td8 Te7 47.Td4 Kb5 48.Kf5 c5 49.Td1 Tf7+ 50.Ke6 Ta7 51.Kd6 Kc4 52.e6 Ta6+ 53.Kd7 Ta7+ 54.Ke8 Kxc3 55.e7 Ta2 56.Kd7 und wegen 56.…Ta7+ 57.Ke6 Ta6+ 58.Td6! +– – 1:0

In den meisten der anderen Partien spielte Yu Yangyi jedoch souverän.

Weiter geht es im Juniheft.

 
 
Auszug aus
"Neues aus dem Reich der Mitte | Chinesische Meisterschaft 2021 | Partnerschaft mit dem Weltschachbund zeichnet sich ab"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, Juni 2021

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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