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Ausgabe 3 mit diesen zentralen Themen ::

Wladiwostok: Die Schachkrone der Frauen bleibt in China


Nach einem 6:6-Ergebnis in den Partien mit klassischer Bedenkzeit musste der Stichkampf im Schnellschach die Entscheidung bringen. Hier konnte die Weltmeisterin ihren Titel mit 2,5:1,5 verteidigen.

Foto: wwcm2020.fide.com/




Für den nüchternen Begriff „Heimvorteil“ verwenden Russen die poetische Umschreibung „zu Hause helfen selbst die Wände“. Nach dem Umzug der zweiten Hälfte der Frauen-WM 2020 von Schanghai nach Wladiwostok erhoffte sich das russische Team um die Herausforderin Gorjatchkina eine Wende in dem bis dahin ausgeglichenen Match, letztlich jedoch vergeblich. Nach 12 Turnierpartien ergab sich ein Gleichstand und in dem fälligen Schnellschachstichkampf setzte sich die Titelverteidigerin mit 2,5:1,5 durch. Die chinesische Hegemonie im Bereich des Frauenschachs wird auch nach dem studiumbedingten Rückzug der weltbesten Schachspielerin Hou Yifan fortgesetzt.

Richtig ist allerdings auch, dass dieses Match denkbar knapp entschieden wurde. Beide Gegnerinnen konnten viele Chancen wahrnehmen, aber ließen andere Chancen liegen, so wie es im Sport, auch im Denksport Schach gang und gäbe ist. Die Führung im Match wechselte mehrmals. Schließlich hatte die Titelverteidigerin das bessere Ende für sich. „Die Schachwelt hätte mit beiden Ergebnissen leben können“, so ein Kommentator. Dem ist nichts hinzuzufügen.

[…]

In der letzten Ausgabe sind wir bis einschließlich Runde 8 gekommen, nun fahren wir mit der Runde 9 fort, in der eine Vorentscheidung hätte fallen können.

Unregelmäßig A 06
Ju Wenjun-A.Gorjatschkina
9.Partie, Wladiwostok 2020


1.Sf3 d5 2.b3 c5 3.e3 a6 4.Lb2 Sc6 5.d4 Sf6 6.Sbd2 cxd4 7.exd4 g6 8.a3 Lg7 9.Ld3 Sh5 10.g3 0-0 11.Se5 Sxe5 12.dxe5 d4 13.f4 f6 14.De2 fxe5 15.fxe5 Lh6 16.0-0-0 Le3 17.Thf1 Lh3 18.Txf8+ Dxf8 19.Kb1 b5 20.Sf1 Lg1



In dieser Stellung liegt die Belagerung des Bauern d4 nahe, etwa 21.De4 Td8 22.Sd2 Le3 (22.…Lxh2?? kostet nach 23.Dh4 einen Läufer) 23.Sf3, aber dann stört 23.…Lg2. Ju Wenjun öffnet dagegen ihre Königsstellung 21.a4? bxa4 22.bxa4 um ihrem Läufer das Feld c4 zugänglich zu machen. Doch nach 22.…Dc8 23.Lc4+ Kh8 ging sie zu forsch ans Werk: 24.e6 Sf6 25.Txd4 Lxd4 26.Lxd4 Db7+ 27.Ka2



Nun hätte die Chinesin nach 27.…Db4! 28.Lxf6+ (28.Lb3?? Dxd4) 28.…exf6 29.Lb3 Kg7 für die Qualität keine ausreichende Kompensation gehabt. Ein klarer Gewinn für Schwarz wäre das noch nicht gewesen, dennoch verspielte die Russin hier ihre etwas besseren Chancen unter Beibehaltung der Führung im Match und ließ zu, dass die Gegnerin ausgleichen konnte. 27.…Td8?! 28.Lb2 Tb8 29.Lb3 Dg2 30.De5! Es droht offensichtlich 31.Dxf6+ exf6 32.Lxf6+ Kg8 33.e7+, weswegen Schwarz die Qualität zurückgeben muss. 30.…Txb3

Weiter geht’s in der Märzausgabe 2020.

 
 


Auszug aus
"Im Osten nichts Neues | Die Schachkrone der Frauen bleibt in China. Ju Wenjun besiegt Alexandra Gorjatschkina im Stichkampf"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, März 2020

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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