Schach Magazin
Ausgabe 8 mit diesen zentralen Themen ::

Riga: Die Perle des Baltikums setzt neue Maßstäbe


Die lettische Finanzministerin Dana Reizniece-Ozola führt gemäß dem Wunsch des Weißspielers den Eröffnungszug 1. Sf3 aus, der ihr aus ihrer eigenen Turnierpraxis bestens vertraut ist.

Foto: Niki Riga / worldchess.com



Nach der Premiere in Moskau im Mai dieses Jahres wurde im Juli der neue Grand Prix des Weltschachbundes fortgesetzt. Wieso der neue, gibt es der Grand Prix (GP) nicht schon seit Jahren? Das schon, aber die Veränderungen sind so gravierend, dass das Adjektiv neu durchaus zutreffend erscheint. Dies gilt in erster Linie für den Austragungsmodus. Zur Erinnerung: Im Gegensatz zu den früheren GP-Turnieren, die im Rundensystem gespielt wurden, wird ab 2019 das K.-o.-System nach Art des Weltcups angewandt. Es werden Minimatches über zwei Partien durchgeführt, kann sich hier keiner der beiden durchsetzen, entscheiden Schnellschachstichkämpfe darüber, wer weiterkommt. Last not least sind die Preisgelder deutlich steiler gestaffelt, sprich sie werden Runde für Runde fast verdoppelt. Insgesamt wird in jedem Etappenturnier des Grand Prix ein Preisgeld in Höhe von 130 000 Euro ausgeschüttet. Am Ende der diesjährigen, aus vier Turnieren bestehenden Auflage kommen noch 280 000 € für die Prämien der Gesamtwertung hinzu.

Die zweite Etappe wurde in der lettischen Hauptstadt Riga ausgetragen, die Metropole des Baltikums mit starkem Bezug zu Deutschland im Allgemeinen und zu unserem Verlagsort im Besonderen. Riga wurde im Jahre 1201 von Bischof Albert von Buxhoeveden aus Bremen gegründet und trat früh der Hanse bei. Die beiden Städte verbindet eine langjährige Partnerschaft, es besteht ein lebendiger Austausch.

[…]

Die Eröffnungsgala fand im früheren Palast des lettischen Präsidenten statt. Austragungsort der Kämpfe war jedoch die in einem nach verbreitetem Urteil atemberaubenden Gebäude untergebrachte lettische Nationalbibliothek. Vielleicht eine dezente Erinnerung daran, dass Riga 2014 Kulturhauptstadt Europas war?

Erste Runde

Bei Spitzenturnieren hat sich eingebürgert, dass eine prominente Person den Eröffnungszug ausführt, natürlich in Übereinstimmung mit der Absicht des Spielers. Das funktioniert in der Regel problemlos, für alle Fälle gibt es eine Regelung, dass der Zug (eines ggf. Schach unkundigen Promis) zurückgenommen werden darf.

Beim Eröffnungszug der ersten Runde gab es heitere Momente, nicht weil etwas falsch lief, sondern weil ausgerechnet am Brett von Karjakin, der wegen seiner zahlreichen Rettungen aus schlechten Stellungen den Spitznamen "russischer Verteidigungsminister" bekam, Artis Pabriks, seines Zeichens lettischer Verteidigungsminister, den ersten Zug ausführte! Im Übrigen remisierte Karjakin nach nur 16 Zügen als Erster. Sechs weitere Partien endeten remis, der Tagessieger kam aus Frankreich.

Caro-Kann B 11
M. Vachier-Lagrave - D. Navara
1. Runde, 1. Partie


1. e4 c6 2. Sf3 d5 3. Sc3 Lg4 4. h3 Lxf3 5. Dxf3 Sf6 6. Le2 e6 7. 0-0 Lc5 8. Td1 Weiß will mit d2-d4 fortfahren, Schwarz lässt das nicht zu: 8. …Ld4



In einer früheren Partie zwischen Nepomniachtchi und Grischuk entlastete Weiß zunächst den Punkt e4 mit exd5 und setzte dann mit Lf1 fort, um den lästigen schwarzen Läufer mit Se2 zu vertreiben. MVL ließ sich etwas Neues einfallen.

Weiter geht’s in der Augustausgabe 2019.

 
Auszug aus
"Die Perle des Baltikums setzt neue Maßstäbe | Zweites Grand Prix Turnier hinterließ einen bleibenden Eindruck | Mamedyarov und Vachier-Lagrave holen die wertvollsten Punkte"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, August 2019

Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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