Schach Magazin
Ausgabe 8 mit diesen zentralen Themen ::

Dortmund: Das Jahr 1 nach Kramnik




Foto: Georgius Souleidis

Während das GM-Turnier im Orchesterzentrum NRW stattfindet, werden das Sparkassen Open und der Sportland.NRW-Jugendcup im nahe gelegenen Fritz-Henßler-Haus ausgetragen.





"Es ist das Jahr 1 nach Wladimir Kramnik. Der mehrfache Weltmeister, der die Dortmunder Schachtage über Jahrzehnte mitgeprägt hat, ist in diesem Jahr nicht mehr dabei." Mit diesen Worten leitete Oliver Volmerich seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten, seinen Bericht über die 47. Auflage des früher als Dortmunder Schachtage, seit langem schon als Sparkassen Chess Meeting bekannten Schachfestivals, des ältesten seiner Art in deutschen Landen, ein.

Doch auch in diesem Jahr hatte das Event Neues zu bieten: Mit der Russin Alina Kaschlinskaja, die im A-Open startete, und dem Polen Radoslaw Wojtaszek, Teilnehmer des Großmeisterturniers, war das derzeit spielstärkste Schach-Ehepaar der Welt dabei. Natürlich erhofften sich die Ausrichter einen Doppelsieg des Tisch und Bett teilenden Duos, damit hätte man auch in nichtschachlichen Medien Schlagzeilen machen können. Die Chancen standen nicht schlecht. Kaschlinskaja war die Nummer 2 der Setzliste, Wojtaszek die Nr. 3 im GM-Turnier, das er 2017 schon einmal gewonnen hat. Doch es hat nicht sollen sein, das Paar belegte jeweils einen guten dritten Rang, aber das "Schachkönigspaar von Dortmund" wurde es nicht.

[…]

Wie es der Zufall wollte, verbuchte der spätere Turniersieger bei dieser Veranstaltung auch den ersten vollen Punkt.

Sizilianisch B 46
L. Dominguez - L. D. Nisipeanu
Dortmund (1)


1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sc6 5. Sc3 a6 6. Le3 Sf6 7. Df3 Lb4 8. Sxc6 bxc6 9. Ld3 e5 10. Dg3 d6 Dieses Bauernopfer nimmt Weiß besser gar nicht an, nach 11. Dxg7 Tg8 12. Dh6 hat der Nachziehende die angenehme Wahl zwischen dem praktisch unvermeidbaren Remis durch Zugwiederholung 12. …Sg4 13. Dxh7 Sf6 14. Dh4 Tg4 15. Dh6 (15. Dh3 Tg8) 15. …Tg6 und dem Schlagen auf g2 mit verteilten Chancen. 11. 0-0 Sh5 12. Df3 Sf6 13. Dg3 Sh5 14. Df3 Sf6 15. Sa4 Weiß geht dem Remis durch dreimalige Zugwiederholung nach 15. Dg3 Sh5 aus dem Wege. Es ist zwar nicht Nisipeanus Art, derart "kampflos" zu remisieren und Dominguez weiß das auch, aber man kann nicht in einen Menschen hineingucken. Vielleicht hat er schlecht geschlafen und will die Partie schnell hinter sich bringen? Wie auch immer, die Partie ging weiter mit 15. …La5 16. h3 0-0 17. Tad1 h6 18. Dg3 Sh5 19. Df3 Sf6 Das gleiche Spielchen wie zuvor. Gut möglich, dass keiner der beiden remisieren wollte und beide nur Bedenkzeit ansparen wollten. 20. Lc4 Lc7 21. Lc5 Te8 22. Tfe1 Nicht sofort 22. Da3? Sxe4. Jetzt aber, nach der Überdeckung des Bauern e4, muss man mit Da3 rechnen. 22. …Tb8 23. Da3



Es fällt schwer zu glauben, dass ein so starker Spieler wie Nisipeanu die aktive Verteidigung 23. …Le6! 24. Lxa6 (24. Lxd6?? Lxc4) 24. …d5 nicht entdeckt hat. Auf diese Weise verliert Schwarz nur den schwachen Bauern a6 und bekommt dafür immerhin ein starkes Zentrum.

Weiter geht es im Augustheft.

 
 
Auszug aus
"Das Jahr 1 nach Kramnik | 47. Auflage des ältesten Schachfestivals in Deutschland | Geheimtipp Leinier Dominguez setzt sich durch"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, August 2019

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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