Schach Magazin
Ausgabe 6 mit diesen zentralen Themen ::

Zur Vorgeschicht einer Premiere






Magnus Carlsen und Paulin Danho (m., Sportminister der Republik Elfenbeinküste) sowie Dr.Essoh Essis, Präsident der Schachföderation Elfenbeinküste.

Foto: Lennart Ootes





Schach wird in allen Erdteilen gespielt, zu seiner Ausbreitung kam es jedoch in unterschiedlichen Epochen und auf unterschiedlichen Wegen. "Meyers Schachlexikon" verweist auf mehrere Routen: "Im Abendland lernte man das Schachspiel durch die islamischen Eroberer in Sizilien, Süditalien und Spanien, durch die mit der arabischen Welt Handel treibenden Wikinger und Waräger, vielleicht auch durch Pilger- und Handelszüge über den Balkan nach Kleinasien sowie über den noch wenig erforschten Handelsweg Samarkand - Mitteleuropa - Toledo kennen."

In seinem Aufsatz "Eine kurze Kulturgeschichte des Schachspiels" erwähnt Dr. Joe Otim Dramiga (ein Kölner Neurogenetiker mit ugandischen Wurzeln) explizit die Afrika-Route "In Spanien wurde das Schachspiel im 10. Jahrhundert von den muslimischen Mauren aus dem Maghreb eingeführt und in die angrenzenden Länder verbreitet." Als Maghreb wird der Tunesien, Nordalgerien und Marokko umfassende nordwestliche Teil Afrikas bezeichnet. Eine Ausbreitung des Schachspiels entlang der nordsüdlichen Richtung des afrikanischen Kontinents fand dagegen offenbar nur zögerlich statt.

[…]

Bei der Partieauslese wird naturgemäß das Schnellschach im Vordergrund stehen. Großen Anklang fand die folgende Partie des späteren Turniersiegers.

Sizilianisch B 32
I. Nepomniachtchi - M. Carlsen
Schnellschach, 2. Runde


1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 e5



In seinem WM-Match gegen Caruana und auch bei anderen Gelegenheiten spielte Carlsen die Sweschnikow-Variante (mit …e5) in Reinform, d. h. 4. …Sf6 5. Sc3 e5. Diesmal greift er zu einer anderen Version von Sizilianisch mit …d5, das anno 1824 in dem Match zwischen den führenden Spielern Frankreichs (De Labourdonnais) und Englands (McDonnell) mehrfach vorkam. Dem Franzosen lagen die Stellungen in dieser Variante anscheinend besser, er erzielte mit Schwarz zwei Punkte aus drei Partien. 5. Sb5 Ein "Produkt" neuerer Zeit. Die erwähnten Altvorderen bevorzugten Sxc6. 5. …d6 6. S1c3 Nun würde 6. …Sf6 in die altbekannten Gewässer der Sweschnikow-Variante überleiten. Warum dann nicht gleich so? Weil 6. …a6 zu anderen, weniger ausgetretenen Pfaden führt, für die der Weltmeister ein Faible hat. 7. Sa3 Le7 Natürlicher erscheint 7. …b5 mit der Gabeldrohung …b4, doch nach 8. Sd5 Sf6 9. Le3 droht Lb6. 8. g3 Sf6 9. Lg2 b5 10. Sd5 Sxd5 11. exd5 Sb8 12. 0-0 Sd7 13. c4 0-0 14. cxb5 axb5 Dies ist kein wirkliches Bauernopfer, denn nach 15. Sxb5? La6! verliert Weiß die Qualität. 15. Sc2 f5 16. Sb4 Lf6 17. Sc6 De8 18. a4



Gerechnet wurde nun mit etwas wie 18. …bxa4 19. Txa4 Txa4 20. Dxa4 Sc5 21. Da3 nebst Le3 und verteilten Chancen. Doch von einem Weltmeister kann man zu recht bessere Ideen erwarten.

Weiter geht es im Juniheft.

Auszug aus
"Zur Vorgeschicht einer Premiere | Schachelite bei Turnieren auf afrikanischem Boden"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Juni 2019

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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