Schach Magazin
Ausgabe 12 mit diesen zentralen Themen ::

Talentschau in Griechenland




Foto: worldyouth2018.com / Niki Riga

Annmarie Mütsch siegte in der U16 der Mädchen und holte als dritte Vetreterin des DSB eine Goldmedaille bei einer Jugendmeisterschaft, zuvor war das zweimal Elisabeth Pähtz (2002 und 2005) und einmal Lara Stock (2002) gelungen.



Boris Spasski tat es, Anatoli Karpow und Garry Kasparow taten es auch. Die Schachlegenden begannen ihre Karriere mit einem Sieg bei einer Jugendweltmeisterschaft, um einige Jahre später den höchsten Schachtitel zu erringen. Aber es gab auch Gegenbeispiele: Manchem brillanten Spieler der Gegenwart, darunter auch Carlsen und Caruana, gelang zwar fast alles, nur Jugend-weltmeister zu werden, das schafften sie nie. Und schließlich gab es auch Spieler/innen, die von einer Jugend-WM mit Medaillen im Gepäck zurückkehrten, danach aber hat man kaum etwas von ihnen gehört, da sie ihre Prioritäten anders setzten.

Zu welcher Kategorie die Sieger/innen der diesjährigen Jugend-WM zählen, wird die Zeit zeigen. Im Moment gelten sie alle als Hoffnungsträger. Einige Namen werden in den Fachkreisen jedoch öfters genannt, weil die Leistungen auffällig die der Konkurrenz überragten. Dies gilt in besonderem Maße für die 17-jährige Russin Polina Schuwalowa, die in der Altersklasse U18 der weiblichen Jugend eine Klasse für sich war. Nach sieben Runden führte sie mit 7:0-Punkten das Feld an! In der Schlussphase gab sie zwei Remisen ab, gewann dennoch den Titel vorzeitig und mit zwei Punkten Vorsprung vor ihrer Vorgängerin Obolentsewa. Rein rechnerisch entsprach Polinas Leistung der Großmeisternorm "aller Klassen".

[…]

In der Mädchenklasse U16 gab es zum ersten Mal seit dem Bestehen dieser WM Gold für eine deutsche Spielerin. Stolz scheibt der Deutsche Schachbund auf seiner Webseite schachbund.de unter anderem:

"Bundesnachwuchstrainer Bernd Vökler ist aus dem Häuschen. Genauso wie Annmarie natürlich. Sie hat die U16-Mädchenweltmeisterschaft gewonnen! Sie ist die erste Weltmeisterin aus Deutschland in dieser Altersklasse. Und die vierte deutsche Goldmedaillengewinnerin in der weiblichen Jugend. Zuvor war Elisabeth Pähtz 2002 (U18) und 2005 (U20), sowie Lara Stock 2002 in der U10 Weltmeisterin. Neben der Goldmedaille erhält Annmarie übrigens den Titel Internationale Meisterin." […] Eine Partie von Annmarie Mütsch finden Sie an einer anderen Stelle dieser Ausgabe, in der Rubrik "Schachschule 64"

[…]

Wie so oft bei Jugendmeisterschaften, war die Verteidigung manchmal etwas überfordert, den Angriff führten die jungen Spieler oft tadellos. Hier zwei Beispiele aus der U14-Klasse.

Skandinavisch B 01
I. Zhou (USA, 1779)
D. Divya (IND, 2180)


1. e4 d5 2. exd5 Sf6 3. d4 Lg4 4. Le2 Lxe2 5. Dxe2 Dxd5 6. Sf3 Sc6 7. c4 Df5 8. 0-0 0-0-0 9. Le3 e6 10. Sc3 h6 11. Tfd1 g5 12. a3 Lg7 13. b4 g4 14. Se1 Se4 15. Sxe4 Dxe4



Es geschah 16. f3? Es ist denkbar, dass die Weißspielerin den folgenden Springerzug 16. …Sxd4! mit einkalkulierte, jedoch 17. Txd4 als Widerlegung ansah, schließlich hängt die schwarze Dame und auf 17. …gxf3 liquidiert Weiß den gegnerischen Bauern mit 18. Txe4 fxe2 19. Ta2. Aber … 17. …Dxe3+! 18. Dxe3 Lxd4 gewinnt Material. Schwarz gewann nach den weiteren Zügen 19. Sc2 Lxe3+ 20. Sxe3 gxf3 21. gxf3 Thg8+ 22. Kf1 Td2 23. Sg4 h5 24. Sf2 Tc2 25. c5 Td8 26. h3 Tdd2 27. Se4 Th2 28. Kg1 Txh3 29. Tf1 Thh2 30. Td1 Tcg2+ 31. Kf1 h4 0:1

Weiter geht es im Dezemberheft.

 
 
Auszug aus
"Talentschau in Griechenland | Jugendweltmeisterschaften der Altersklassen U14 bis U18"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, Dezember 2018

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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