Schach Magazin
Ausgabe 9 mit diesen zentralen Themen ::

Mamedyarov dominiert in Biel






Bereits zum 51. Mal ging in Biel ein Großmeisterturnier über die Bühne. Im Laufe der Jahre sah das Kongresshaus viele namhafte Spieler. So waren die Schweizer in den siebziger, achtziger und neunziger Jahre auch Gastgeber für insgesamt drei Interzonenturniere (Sieger 1976 Bent Larsen, 1985 Rafael Waganjan und 1993 Boris Gelfand).

Foto: Cathy Rogers



Bei der inzwischen 51. Auflage des Schachfestivals in der schweizerischen Stadt Biel stand das kleine, aber hervorragend besetzte Accentus Turnier im Mittelpunkt. Fünf Weltklassespieler und der talentierte Schweizer Junior Georgiadis bestritten ein doppelrundig ausgetragenes Turnier, das eine Zeitlang im Zeichen des Zweikampfs zwischen dem favorisierten Weltmeister Magnus Carlsen und der Nummer drei der Weltrangliste Shakhriyar Mamedyarov stand.

Carlsen startete mit zwei Siegen, konnte sich dann aber sechs Runden lang nicht durchsetzen, während Mamedyarov fleißig punktete. Als diese beiden Hauptprotagonisten in der neunten Runde aufeinandertrafen, lag Mamedyarov bereits einen ganzen Punkt vor Carlsen. Aber vielleicht glaubte der Weltmeister dennoch, dass er zu Mamedyarov, der gegen den Norweger seit 2008 keine einzige Partie gewonnen hat, würde aufschließen können, um dann in der Schlussrunde mit einem Sieg gegen Lokalmatador Nico Georgiadis das Turnier zu gewinnen.

Stattdessen schlug Mamedyarov den Weltmeister mit Carlsens eigenen Waffen. Carlsen geriet schon bald nach der Eröffnung in Schwierigkeiten, und brach nach einem Verteidigungsmarathon in einem Endspiel, das haltbar gewesen sein sollte, in der sechsten Stunde schließlich ein. Am Schluss der Partie brach Carlsen rasch zusammen, weil er in einer Stellung, die objektiv nicht verloren war, die Hoffnung bereits aufgegeben hatte, und das ist typisch für den psychologischen Druck, der entsteht, wenn man ein schwieriges Endspiel verteidigen muss; ein Druck, den Carlsen oft auf seine Gegner ausübt.

Königsindisch E 65
S. Mamedyarov - M. Carlsen
9. Runde


1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. g3 Lg7 4. Lg2 0-0 5. Sc3 d6 6. Sf3 c5 7. 0-0 Sc6 8. e3!? "Normalerweise würde mir dieser Zug nicht gefallen", meinte Mamedyarov, "aber er gibt mir eine ausgeglichene Stellung." Die Alternative 8. d5 Sa5 9. Sd2 a6 führt zu sehr scharfem Spiel.



8. …d5! "Ein guter Zug", erklärte Mamedyarov. "Jetzt hätte ich meinen Bauern lieber auf e2 als auf e3." "Wenn es keine konkrete Widerlegung gibt, dann ist 8. …d5 einfach ein sehr schöner Zug, nach dem Weiß schon nach Ausgleich suchen muss", bestätigte Carlsen. 9. cxd5 Sxd5 10. Sxd5 Dxd5 11. Se5 Dd6 12. Sc4 Dc7 13. d5 Td8 14. Ld2 Sb4!? "Magnus hat sehr riskant gespielt, aber natürlich wollte er kein Remis, sondern gewinnen", machte Mamedyarov klar. "Wenn er kein Risiko eingehen will, dann kann er 14. …Se5 spielen, und Schwarz hat keine Probleme."

Weiter geht es im Septemberheft.

Auszug aus
"Mamedyarov dominiert in Biel | Der gescheiterte WM-Kandidat zeigt dem Weltmeister die Hacken"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, September 2018

Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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