Schach Magazin
Ausgabe 9 mit diesen zentralen Themen ::

Dresdner Allerlei




Foto: Karsten Wieland

Die Siegerehrung, (v.l.) Schiedsrichter Carsten Haase, Eduard Miller, Rainer Buhmann, Theo Gungl, Bundesturnierdirektor Ralph Alt

Preisfonds: 5000 €; 1. bis 8.Platz: 1500 / 1000 / 800 / 600 / 400 / 300 / 200 / 200 Euro.
Zur 89. Deutschen Schachmeisterschaft teilnahmeberechtigt sind der Titelverteidiger aus der DEM 2017, je zwei Spieler aus den Landesverbänden Baden, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Württemberg, je ein Spieler aus den Landesverbänden Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen, ein Spieler des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Schachbundes, der Dähne-Pokalsieger 2017, der Sieger der A-Klasse der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft 2017, von der Kommission Leistungssport zu nominierende Spieler.


Wenn es um bunte Gemüsemischungen geht, kann bei Allerlei nur Leipzig gemeint sein. Geht es jedoch um eine bunte Mischung aus gut besetzten Schachturnieren, da denkt man unwillkürlich an eine andere sächsische Großstadt. Schließlich wurde in Dresden bereits eine dreistellige Anzahl von Schachereignissen verwirklicht, mit einer Schacholympiade als Kronjuwel.

[…]

Deutsche Meisterschaft

"Bei der Eröffnungsfeier wurden die Farben für die erste Runde ausgelost. Als Glücksfee agierte Dr. Gerhard Köhler, Geschäftsführer der Schachstiftung GK gGmbH, die die Deutsche Schach Einzelmeisterschaft 2018 finanziell großzügig unterstützt", schreibt die Pressechefin des Ausrichters Yvonne Ledfuß. Ein Hoch auf den edlen Spender, denn ohne ihn wäre der Preisfonds (5000 Euro, gestaffelt von 1500 bis 200 €) deutlich kleiner und Absagen der deutschen Spitzenspieler wohl noch zahlreicher geworden. Bei dieser Auflage spielten von den ersten 50 der deutschen Rangliste nur zwei mit. Nicht dass da etwas missverstanden wird: die Teilnehmer der diesjährigen Meisterschaft sind durchweg respektable Schachspieler, aber bei einer Föderation wie dem Deutsche Schachbund, der sowohl in Bezug auf die Mitgliederzahlen, als auf die Spielstärke zu den zehn besten der Welt zählt, müsste das durchschnittliche Niveau im Bereich über 2500 Elopunkte liegen; das tatsächliche Niveau betrug rund 2300. Über die Problematik der Finanzierung der Deutschen Schachmeisterschaften wurde schon viel geschrieben, besonders umfassend war der Bericht in der Dezemberausgabe 2016. Dieses Thema sollte gelegentlich wieder aufgegriffen werden, hier würde dies jedoch den Rahmen eines aktuellen Turnierberichts sprengen, zu dem wir nun überleiten.

Der Setzlistenerste Rainer Buhmann wurde schließlich Meister, jedoch musste er in der Schlussrunde ein Wechselbad der Gefühle durchleben. Bis zur Schlussrunde zog Hagen ­Poetsch mit ihm gleich. Dadurch war Buhmann wegen seiner schlechteren Zweitwertung auf die Schützenhilfe von Theo Gungl (17 Jahre!) angewiesen, der gegen Poetsch spielte und tatsächlich den frischgebackenen Großmeister besiegen konnte, sich dadurch den dritten Platz sicherte und Buhmann zum Titel verhalf. Der Titelanwärter Poetsch wurde auch noch vom stark aufspielenden Erlanger Eduard Miller überholt und fiel auf Rang 4 zurück.

Sizilianisch B 90
H. Poetsch (SC Heusenstamm)
T. Gungl (USV TU Dresden)


1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 a6 6. Sb3



Poetsch mag Seitenwege in Sizilianisch. Im Februar dieses Jahr beim Open in Graz spielte er gegen Gungl 6. h3 und gewann in 18 Zügen. Auch diesmal wählt er nicht eine der Hauptfortsetzung (6. Lg5, 6. Le3 oder 6. Le2), sondern diesen auf den ersten Blick etwas sonderbar wirkenden Zug. Eine gerade entwickelte Figur zieht sich zurück. Wenn schon, sollte man nicht erst …e5 abwarten, warum freiwillig fliehen? Doch bei näherem Hinsehen wird die Idee deutlich: nach dem naheliegenden Zug …e6 (so wie in unserer Partie) kann Weiß mit g4 vorpreschen. Deshalb kommt auch 6. …Sc6!? 7. Le3 g6 in Betracht, wie schon der Weltklassespieler Vachier-Lagrave spielte, wonach der Läufer c8 das Feld kontrolliert und weiter g2-g4 verhindert.

Weiter geht es im Septemberheft.

 
 
Auszug aus
"Dresdner Allerlei | Deutsche Meisterschaft 2018, German Masters der Frauen und das FIDE Open"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, September 2018

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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