Schach Magazin
Ausgabe 1 mit diesen zentralen Themen ::

Der letzte „Hochkaräter“ des alten Jahres






Die erste Runde wurde nicht wie die anderen Runden im Konferenzzentrum des Olympia ausgetragen, sondern in den Räumen des Google-Headquarters in London. Gastgeber Demis Hassabis führt den Eröffnungszug der Partie Carlsen (den späteren Sieger der Grand Chess Tour) gegen Caruana, der die Finalveranstaltung der Tour gewann, aus. Ex-Weltmeister Garry Kasparow und Organisator Malcolm Pein schauen zu.

Foto: Lennart Ootes

Zwischen dem 29. November und dem 11. Dezember 2017 gehörte das geräumige Konferenzzentrum Olympia Conference Centre ganz den Schachspielern und Zuschauern. Die neunte Auflage des London Chess Classic stand an. Ob Jung, ob Alt, Amateur oder Profi, für jeden hatte das Festival etwas im Gepäck. Der "Chefkoch" Malcolm Pein und seine vielen Mitstreiter servierten lukrative "Menüs". Als da wären

Ein zentrales Turnier mit Spitzenkönnern als Publikumsmagnet: die Rede ist von der Schlussetappe der Eliteserie Grand Chess Tour (GCT).
Ein weiteres starkes Turnier mit Bezug zum austragenden Land, diesmal die Offene Britische Meisterschaft nach K.-o.-System.
Ein vielfältiges Angebot für die, die selbst spielen wollen: ein großes Open, und für die, die nicht so viel Zeit erübrigen können, Turniere mit beschleunigter Bedenkzeit.
Originelle Schachaktionen unter Beteiligung von Prominenten.

Beginnen wir mit einem Bericht über die zwar kleinste (nur 10 Teilnehmer), aber am stärksten besetzte Veranstaltung.

Grand Chess Tour




Caruana gewinnt die Londoner GCT-Etappe, Carlsen die Gesamtwertung

Seit drei Jahren ist das Londoner Event zugleich der finale Teil der 2015 neu geschaffenen Turnierserie Grand Chess Tour (GCT). Bei dieser Turnierserie gibt es mehrere Zahltage: nach jedem Turnier der Serie und dann für die Gesamtwertung. Diese führte vor Beginn der letzten Etappe der Weltmeister Magnus Carlsen an, der zwar in London "nur" Dritter wurde, aber sein Punktepolster war dick genug, um den Gesamtsieg davonzutragen. Der US-Spitzenspieler Fabiano Caruana hatte in den vo-rangegangenen Etappen nicht viel geholt, in der Gesamtwertung musste er sich mit dem vorletzten Platz begnügen, aber in London überklebte er diese Wunde mit einem ganz dicken Trostpflaster.

Caruana war es auch, der als Erster für eine Aufregung sorgte. Zu Beginn herrschte bei diesem Turnier eine unerfreuliche Remisflaute. In den ersten vier Runden endeten von den 20 Partien sage und schreibe 19 Unentschieden. In der vierten Runde ließ Caruana den Knoten platzen:

Sizilianisch B 48
S. Karjakin - F. Caruana
London Classic, 4. Runde


1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sc6 5. Sc3 Dc7 6. Le3 a6 7. Df3 Dieser Zug, der die lange Rochade vorbereitet, kam erst relativ spät in Mode. Früher hatten Weißspieler Bedenken wegen 7. …Lb4 8. 0-0-0 Lxc3 9. bxc3 Da5, bis sich herausstellte, dass die angeknabberte weiße Bauernstruktur am Damenflügel im Vergleich zu den schwarzfeldrigen Schwächen des Nachziehen-den keine Rolle spielt. Es geschah ein paar Mal 10. Dg3 g6 11. Sxc6 Da3+ (11. …bxc6 12. Dd6) 12. Kd2 bxc6 13. De5 f6 14. Lc5 fxe5 15. Lxa3 (Es droht Ld6.) 15. …Sh6 (Idee 16. Ld6 Sf7.) 16. Tb1. Weiß beherrscht die b-Linie und die schwarzen Felder, Schwarz steht sehr passiv. Das war's dann auch mit 7. …Lb4, künftig setzten die Schwarzspieler auf andere Züge. 7. …Se5 8. Dg3 b5 9. 0-0-0 Sf6 10. f4 Seg4 11. Lg1 h5 12. e5 b4 13. Sa4 Sd5 14. Sb3 Lb7 15. Sac5



Karjakin folgte bislang einer Partie seines Landsmanns Nepomniachtchi, der mit diesem Angriff auf den Läufer b7 in einer Partie gegen den Chinesen Wang Yue …

Weiter geht es im Januarheft.



Auszug aus
"Der letzte „Hochkaräter“ des alten Jahres |London Chess Classic: Ein facettenreiches Schachfestival mit einem Megaturnier als Sahnehäubchen"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Januar 2018

Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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