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Ausgabe 9 mit diesen zentralen Themen ::

„Vincent Keymer ist weiter als ich in dem Alter war“




Foto: Cathy Rogers

Artur Jussupow: Ein Ausnahmekönner als Spieler, Autor, Trainer – und nicht zu vergessen – als liebenswerte, stets freundliche Persönlichkeit.
Artur Jussupow ist eine außergewöhnliche Erscheinung: Er ist ein Typ, der mit vollem Bart wie ein typischer "russischer Bär" wirkt. Im vermeintlich krassen Gegensatz zum wilden Erscheinungsbild ist der 57-Jährige die Sanftmut und Freundlichkeit in Person. Jussupow, der nach einem Überfall 1990 in Moskau nach Deutschland übersiedelte, ist nicht nur eine Schachlegende, die dreimal ins WM-Kandidaten-Halbfinale einzog und mit der deutschen Nationalmannschaft 2000 Silber bei der Olympiade in Istanbul gewann. Auch als Buchautor zusammen mit seinem im Vorjahr verstorbenen Coach Mark Dworetzki verdiente sich der im bayrischen Weißenhorn lebende Großmeister Meriten. Dazu gesellt sich seine Tätigkeit als Trainer, die Jussupow be-sonders gefällt. Seit diesem Jahr versucht er, Vincent Keymer nach vorne zu bringen. Die zwölfjährige deutsche Nachwuchs-hoffnung begeisterte zuletzt mit Platz vier bei der stark besetzten deutschen Meisterschaft. Mit Artur Jussupow unterhielt sich Hartmut Metz.

SM64: Herr Jussupow, Platz vier bei einer deutschen Meisterschaft (DM) der Erwachsenen lässt sich durchaus sehen für einen Zwölfjährigen. Wie bewerten Sie das Abschneiden Ihres Schützlings Vincent Keymer?

Artur Jussupow: Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Es ist ein beeindruckendes Resultat. Es zahlte sich aus, dass wir im Vorfeld viel arbeiteten. Unter anderem hatten wir ein kleines Trainingslager bei der Junioren-Meisterschaft in Willingen. Natür-lich gibt es danach keine Garantie für Erfolge, aber es folgen häufiger Belohnungen. Vincent hatte bei der DM zwar auch eine Portion Glück, kämpfte aber gut.

SM64: Das betonten Sie auch im April in Karlsruhe beim prächtig besetzten Grenke Open.

[…]

SM64: Das Endspiel vernachlässigen Talente häufiger.

Jussupow: Für mich ist dies sehr wichtig. Ich selbst nahm mir die Ausführungen von Capablanca sehr zu Herzen, der empfahl, mit dem Endspiel zu beginnen beziehungsweise dieses sorgfältig zu studieren. Dies dient auch als wichtiges Stadium, um das gesamte Spiel besser zu verstehen. Weil weniger Material auf dem Brett steht, sind die Dinge leichter nachzuvollziehen als komplexe Dinge in der Eröffnung. Didaktisch halte ich Capablancas Empfehlungen für den richtigen Ansatz. Es geht ja nicht nur darum, die Schlussphase zu beherrschen, sondern es wirkt sich auf das Gesamtpaket aus. Man kann kein guter Schachspieler sein, ohne das Endspiel zu verstehen. Vor allem ist es gut geeignet, die Variantenberechnung zu trainieren. Weiter geht es im Septemberheft.

 
 
Auszug aus
"„Vincent Keymer ist weiter als ich in dem Alter war“ | Warum Artur Jussupow lieber als Trainer arbeitet"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, September 2017

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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