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Ausgabe 7 mit diesen zentralen Themen ::

Europameisterschaft mit starker Beteiligung




Foto: Dorian Rogozenco

Sieben Kaderspieler des DSB bei der EM in Minsk (v. l.) Rainer Buhmann, Alexander Donchenko, Elisabeth Pähtz, Daniel Fridman, Dennis Wagner, Matthias Blübaum und Rasmus Svane. Bundestrainer Dorian Rogozenco, der die Gruppe begleitete und unterstützte, nahm dieses Bild auf.


In der Zeit vom 29. Mai bis zum 11. Juni versammelten sich rund 400 Schachspieler, darunter ein guter Teil der europäischen Schachelite, in Minsk, um den neuen (oder alten) Europameister und die 23 Fahrkarten zum kommenden Weltcup zu ermitteln. Minsk ist die Hauptstadt eines der (im Sinne der Erlangung der politischen Eigenständigkeit) jüngsten Staaten Europas, dessen Name gelegentlich für Konfusion sorgt. Die deutsche Diplomatie verwendet in offiziellen deutschsprachigen Texten den Namen Belarus (Länderkennzeichen: BY), "Die Botschaft der Republik Belarus" steht auch auf dem Eingangsschild und auf dem Briefpapier der diplomatischen Vertretung dieses Staates. In deutschsprachigen Ländern ist jedoch der Name Weißrussland verbreitet, das offizielle ISO-Code-Kürzel lautet BLR, das auch in Tabellen und bei den Elo-Zahlen verwendet wird.

An der EM haben sich Schachfreunde aus 38 Ländern beteiligt. Das größte nationale Kontingent stellten nicht die Einheimischen (71), sondern die Russen mit 105 Startern, die anderen direkten Nachbarn waren nicht sehr zahlreich erschienen, aus der Ukraine kamen immerhin noch 30 Teilnehmer, aus Armenien waren neunzehn Spieler angereist, ansonsten lagen die Nationalkontingente bei 10 oder weniger Teilnehmern. Die deutsche Delegation umfasste neun Aktive, Österreich war mit sechs vertreten, kein Schweizer.

[…]

Matlakow bevorzugt ein druckvolles Spiel von Anfang an. Ein Beispiel haben wir gerade gesehen, hier noch ein weiteres aus der vierten Runde der EM:

Königsindisch E 70
M. Matlakow (RUS, 2714)
P. Ponkratow (RUS, 2590)


1. d4 Sf6 2. c4 c5 3. d5 g6 4. Sc3 Lg7 5. e4 0-0 Schwarz lockt den e-Bauern nach vorne, um ihn nach 6. e5 Se8 7. f4 d6 8. Sf3 Lg4 unter Druck zu setzen. Das Vorgehen ist bekannt, heutzutage findet man kaum Partien, in denen Weiß sich darauf einlässt. 6. Sf3 e6 Nun sind die Vorzeichen aber andere! Hier kann Schwarze nicht wie in der letzten Variante den Damenläufer nach g4 ziehen und so den Punkt e5 unterminieren. Folglich ist hier 7. e5 gut möglich, z. B. 7. …Se8 8. dxe6 fxe6 9. h4 Sc6 10. h5 Sxe5 11. Sxe5 Lxe5 12. hxg6 hxg6 13. Dc2, und für den schwarzen König wird es eng. Deshalb versuchten einige Schwarzspieler 7. …Sg4 mit der Idee 8. Lf4 exd5 9. Sxd5 Sxe5 10. Sxe5 Te8, und Schwarz holt sich die Figur zurück. Die Schattenseite des frühen Springerausflugs nach g4 zeigt der Partiezug 8. Sg5!? Der Springer g4 hängt und wird weiterhin verfolgt: 8. …Sxe5 9. f4. Bei einem Blitzturnier mit hochklassiger Beteiligung in Sotchi 2014 gewann Kramnik gegen Grischuk eine interessante Partie nach



9. …exd5 10. fxe5 d4 11. Sd5 Sc6 12. Sf3 Sxe5 13. Sxe5 Dh4+ 14. g3 De4+ 15. De2 Dxh1 16. Sf3 d6 17. Kf2 Lg4 18. Lg2 Lxf3 19. Dxf3 Dxh2 20. Lf4 Dh5 21. Dxh5 gxh5 22. Lxd6 Tfe8 23. Se7+ Kh8 24. Lxc5 d3 25. Td1 Tad8 26. Ld5 Td7 27. Sf5 Te2+ 28. Kf3 Txb2 29. Sxg7 Txa2 30. Sxh5 f6 31. Ld4 h6 32. Sxf6 Td8 33. Txd3 Kg7 34. Se4+ Kg6 35. Sc3 - 1:0.
In der vorliegenden EM-Partie geschah 9. …h6 was nicht ohne Gift ist. Nach 10. Sh3 hat der Springer e5 zwar kein Rückzugsfeld, doch nach 10. …exd5 11. fxe5 d4 12. Sd5 Sc6 bekommt Schwarz mehr Kompensation als in der erwähnten Partie Kramnik-Grischuk; dort stand der Springer gut auf f3, hier weit weniger aktiv auf h3. Deshalb verzichtet Matlakow auf den Figurengewinn und forciert seine Figurenentwicklung, was selten falsch ist. 10. fxe5 hxg5 11. h4 gxh4 12. Dg4 Lxe5 13. Se4 exd5 14. Lg5 f6 15. Dxh4 Kf7



Weiter geht’s in der Juliausgabe 2017.

 
Auszug aus
"Europameisterschaft mit starker Beteiligung | Maxim Matlakow gewinnt den Titel | Baadur Jobava wird nach beispielloser Aufholjagd Vizemeister
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Juli 2017

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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