Schach Magazin
Ausgabe 11 mit diesen zentralen Themen ::

Jugendliche ermitteln ihre Weltmeister




Foto: FIDE /Anastasia Popova

Manuel Petrosjan versucht auf den Spuren seines großen Landsmannes und Namensvetters Tigran zu wandeln.
In der Zeit vom 20. September bis zum 4. Oktober trafen sich in der westsibirischen Stadt Chanty Mansijsk 435 Jugendliche aus 64 Ländern zu den Weltmeisterschaften in den Altersklassen U14, U16 und U18, jede davon in einer offenen Sektion bzw. ei-nem Extraturnier für Mädchen, insgesamt also sechs Wettbewerbe.

Sieben der insgesamt 18 vergebenen Medaillen holten die Vertreter/innen des Gastlandes, dennoch konnte auch das kleine Armenien mit zweimal Gold - dazu noch in den stärksten und damit sportlich wertvollsten Wettbewerben - ins Rampenlicht rücken.

[…]

In der nachstehend aufgeführten Partie agierte der neue U18-Weltmeister im Stil seines großen Landsmanns:

Damengambit D 38
M. Petrosjan (ARM, 2530)
Z. Saiyn (KAZ, 2405)


1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 d5 4. Sc3 Lb4 5. Lg5 h6 6. Lxf6 Manche Spieler bewahren diesen Läufer und setzen mit Lh4 fort, andere tauschen ihn lieber. Zu der letztgenannten Fraktion gehören auch frühere Weltmeister von Lasker bis zu Carlsen. Nur DER Petrosjan, Tigran Vartanovich, hatte diese Stellung nie bei einem Turnier auf dem Brett; als er aktiv spielte, sah man diese Variante kaum. Jetzt ist sie gerade groß in Mode. 6. …Dxf6 7. Db3 c5 8. cxd5 exd5 9. a3 Lxc3+ 10. Dxc3 Sd7 11. g3 0-0 12. Lg2 Weiß spielt staubtrocken auf die potentielle Bauernschwäche auf d5, wie sie sich nach dem Abtausch auf d4 ergäbe oder mit der Zugfolge 12. …c4 13. Se5!? Sxe5 14. dxe5 De6 (Oder 14. …Dc6 15. 0-0-0 Le6 16. Td4 Tfd8 17. Thd1) 15. Td1 Td8 16. e4 generiert werden könnte. 12. …a6 13. a4 Tb8 14. 0-0 Das Schlagen auf c5 ist in solchen Stellungen nie sonderlich gut, nach 14. dxc5 Dxc3+ 15. bxc3 Sxc5 hat Weiß auf c3 ebenfalls eine Schwäche. 14. …Te8 15. e3 c4 16. Sd2 Dc6 17. a5 Sf6 Nur noch einen Zug (…Lf5), und Schwarz nimmt das Feld e4 unter Kontrolle und sichert dann mit …Tbd8 die Achillesferse d5. Eile ist geboten: 18. b3! cxb3 19. Dxc6 bxc6 20. Tfb1 Se4? Schwarz hat die Stellung nicht verstanden. Man muss das Feld e4 kontrollieren, nicht besetzen. In diesem Sinne war 20. …b2 21. Ta2 Lf5 22. Tbxb2 Ld3 23. Lf1 Lb5 geboten, mit etwas angenehmerem Spiel für Weiß nach 24. Tc2, mehr aber nicht. 21. Txb3 Tb5 22. Txb5 cxb5 23. Sb3 Lf5 24. Tc1 Tc8 25. Txc8+ Lxc8



Dies ist eine der Stellungen, mit der man das Talent eines Schachschülers testen kann.

Weiter geht es im Novemberheft.

 
 
Auszug aus
"Jugendliche ermitteln ihre Weltmeister | Sieben Medaillen für das gastgebende Russland"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, November 2016

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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