Schach Magazin
Ausgabe 10 mit diesen zentralen Themen ::

Schacholympiade mit Rekordbeteiligung






Mit einer phantasievollen Darbietung wurde die Olympiade am 1. September in Baku eröffnet.

Foto: Cathy Rogers



Zum ersten Mal in der Geschichte war die Kaukasus-Republik Aserbaidschan Gastgeber des größten Schachspektakels der Welt. Unter politischen Aspekten nicht unumstritten, erwies sich die Kaukasus-Republik jedoch bei der Ausrichtung von meh-reren internationalen Veranstaltungen als ein guter Gastgeber. Die strengen Sicherheitsbestimmungen und -kontrollen wurden zwar mitunter als lästig wahrgenommen, wurden aber als der internationalen Sicherheitslage geschuldet verstanden und hin-genommen. Die Rahmenbedingungen der Olympiade wurden von den rund dreitausend Aktiven und Betreuern aus insgesamt 175 Ländern recht einhellig gelobt, auch die Eröffnungs- und die Schlussfeier hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Auch die Spielbedingungen waren außergewöhnlich. Außer bei der Olympiade 2006 in Turin, wo in einer 21000 Quadratmeter großen Sporthalle gespielt wurde, gab es für die Schacholympioniken nirgendwo sonst so viel Platz. Eng war es nirgendwo, eher konnte sich der eine oder andere Spieler beim Gang zu seinem Brett verlaufen oder nach einem Abstecher zum stillen Örtchen einen fragenden Blick durch die Halle schweifen lassen …

[…]

In der fünften Runde setzten die Ukrainer noch einen drauf und besiegten den Titelverteidiger China mit 2,5:1,5. Drei Partien endeten Remis, der ungestüme Angreifer Yu Yangyi biss bei Juri Kryvoruchko auf Granit.

Sizilianisch B 90
J. Kryvoruchko (UKR, 2693)
Yu Yangyi (CHN, 2725)


1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 a6 6. f3 e5 7. Sb3 Le6 8. Le3 Sbd7 9. Dd2 Le7 10. g4 b5 11. a4 bxa4 12. Txa4 0-0 Das Bauernopfer ist bekannt; in einigen Partien kamen die Schwarzspieler nach 13. Txa6 Txa6 14. Lxa6 Sb6 nebst …d5 zu einem beachtlichen Gegenspiel. Kryvoruchko traf eine sehr praktische Entscheidung: erst einmal entwickeln und wenn alles richtig platziert ist, kann man immer noch schauen, ob der Bauer einsteht … 13. Sa5 droht Sc6 13. …Sb8 14. g5 Se8 15. Sd5 Lxd5 16. exd5 Dd7 17. b3 Ld8 18. Ld3 f5 19. f4 exf4 20. Lxf4 Df7 21. 0-0 Sd7 22. Le3 Hier war es wohl angebracht, den angegriffenen Bauern f5 mit …g6 zu decken. Aber der Chinese richtete seinen Blick nur zum Königsflügel, wo er mit …Dh5 angreifen wollte und kümmerte sich nicht um seine Schwächen. Währenddessen sammelte der Ukrainer seelenruhig alle einstehenden Bauern ein. 22. …Lxa5?! 23. Txa5 Dh5 24. Txa6 Txa6 25. Lxa6 Se5 26. Le2 Dg6 27. Kh1 h6?! 28. gxh6 Sf6 29. Lf4 Se4 30. Dd4 Te8 31. Tg1 Sg4 32. Lxg4 fxg4 33. Dxg7+ Dxg7 34. hxg7 Tc8 35. Tg2 Ta8 36. Te2 Sc3 37. Te1 Sxd5 38. Lxd6 Td8 39. Le5 Sb4 40. Lf6 Tb8 41. c3 Sd5 42. Ld4 Sf4 43. Te4 – 1:0

"Ein schlechtes Ende für einen Amoklauf", giftete ein Kommentator, nicht sehr freundlich, aber in der Sache lag er nicht falsch.

Weiter geht es im Oktoberheft.

 


Auszug aus
"Schacholympiade mit Rekordbeteiligung | Gold für die Teams der USA und China | Ukraine gewinnt die Wertung der Nationen | Russland verfehlt beide Ziele"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Oktober 2016

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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