Schach Magazin
Ausgabe 10 mit diesen zentralen Themen ::

Durchmärsche bei der Junioren-WM




Foto: Ausrichter

Jeffery Xiong setzte sich gegen die teils fünf Jahre älteren Mitbewerber souverän durch.


Die Altersgrenzen zur Volljährigkeit sind nicht weltweit einheitlich. Deshalb verwendet der Weltschachbund für die Wettbewerbe der jungen Schachspieler/innen zwei Begriffe: Jugendliche (bis 18 Jahren) und Junioren (bis 20), wobei in beiden Fällen die auch im Seniorenschach angewandte Regel "Jahrgang vor Datum" gilt. So durften bei den diesjährigen Schachweltmeisterschaften Juniorinnen bzw. Junioren teilnehmen, die am 31. 12. 2016 das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet haben werden. Starr ist nur die Obergrenze nach oben, nach unten ist diese Skala offen, es dürfen also auch deutlich Jüngere teilnehmen und gegebenenfalls deutlich älteren Mitbewerbern die Medaillen wegschnappen. So geschehen bei der Junioren-WM 2016, ausgetragen vom 7. bis zum 21. August im ostindischen Bhubaneswar; dort gehörte der am 30. Oktober 2000 geborene Sieger Jeffery Xiong zu den jüngeren Teilnehmern, am Ende jedoch stand er auf dem Siegerpodest. Mehr noch: der US-Amerikaner gewann die Meisterschaft vorzeitig, nach der vorletzten Runde stand er bereits als Sieger fest.

[…]

Die folgende Partie verdeutlicht die besonderen Stärken des neuen Juniorenweltmeisters. Sie liegen im aktiven positionellen Spiel, das oft auf langfristige Ziele angelegt ist.

Sizilianisch B 31
J. Xiong (USA, 2633)
C. Aravindh (IND, 2543)


1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. Lb5 g6 4. Lxc6 dxc6 5. d3 Lg7 6. h3 b6 7. Sc3 Sf6 8. Le3 0-0 9. Dd2 Te8 10. Sh2 e5 11. 0-0-0



Weiß hat früh, bereits mit seinem dritten und vierten Zug, die künftige Marschroute festgelegt. Er gab das Läuferpaar auf und setzte auf die bessere Bauernstruktur. Der schwarze Doppelbauer spielt dabei eine besondere Rolle. Nicht etwa weil er schwach wäre (Weiß kann ja das Feld c6 kaum angreifen), sondern weil eben dieser Doppelbauer die schwarzen Angriffschancen am Damenflügel reduziert.

Schwarz kann weder seinen c-Bauern, noch den b-Bauern vorrücken - 11. …c4?? 12. dxc4; 11. …b5?? 12. Lxc5 -, also bleibt nur der a-Bauer: 11. …a5 und dann entkorkt Weiß die tiefgründige strategische Idee 12. Sa4! Dies bremst den schwarzen Angriff noch stärker aus, der Nachziehende muss den Bauern c5 zweimal überdecken, bevor er …b5 spielen kann, in dieser Zeit kommt Weiß mit seinem Angriff auf dem Königsflügel ganz schön weit. 12. …Le6 13. Kb1 Sd7 14. Sg4 De7 15. Sh6+



Es steckt viel an strategischem Tiefgang in dieser Partie.

Weiter geht’s in der Oktoberausgabe 2016.

 
Auszug aus
"Durchmärsche bei der Junioren-WM | Jeffery Xiong (USA) und Dinara Saduakassova (Kasachstan) standen bereits vor der Schlussrunde als Sieger fest"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Oktober 2016

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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