Schach Magazin
Ausgabe 5 mit diesen zentralen Themen ::

"Think Big!"




Foto: Hartmut Metz

Sven Noppes (l.) und Hans-Walter Schmitt (r.) überreichen den Siegerscheck an Matthias Blübaum, der von den Spielern mit 7,5 Punkten die beste Wertung vorwies.


Allein schon dieser jungfräuliche Anblick: die Schwarzwaldhalle Karlsruhe ist am Gründonnerstag mit Tischen voller Schachbretter gefüllt, soweit das Auge reicht. Der architektonisch an die "schwangere Auster", sprich an die Berliner Kongresshalle erinnernde Bau wird in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs (300 000 Einwohner) auch als Element des gut ausgeschilderten Kongresszentrums wahrgenommen, zumal gleich nebenan das "viersternige" Novotel liegt - für viele der knapp 1000 Teilnehmer des 1. Grenke Chess Open sollte sich diese Nähe ihrer Unterkunft zum Spielort - Luftlinie vom Zimmer zum Brett weniger als 100 Meter - als äußerst angenehme Begleitbedingung erweisen: Sogar die Tarife für die Tiefgarage des Hotels wurden extra gesenkt! Es war also im besten Sinne "angerichtet" für ein Turnier, das für die deutsche Open-Landschaft neue Maßstäbe setzen sollte.

Turnierdirektor Sven Noppes hatte mit dem Wechsel des Austragungsorts von Deizisau (zuvor 19 Mal das österliche Schach-Mekka im Südwesten) nach Karlsruhe ohne Zweifel einen Schritt vollzogen, der wegen der zunehmenden Beliebtheit des Open unausweichlich erschien: Als sich dann am frühen Abend des 24. März in der zusehends gefüllten Schwarzwaldhalle praktisch vor seinen Augen abzeichnet, dass der Sprung geglückt ist, wirkt sogar ein erfahrener "Macher" wie Noppes emotional berührt: Über 950 Spieler haben den Weg nach Karlsruhe gefunden und verwandeln die Kongresshalle regelrecht in eine Art brummenden Bienenstock.

[…]

Die Partieauslese beginnt mit dem Sieg des Jugendlichen Matthias Blübaum gegen den langjährigen Topten-Spieler der Weltrangliste Alexej Shirov. Die Kommentare schrieben der Sieger (Kürzel MB) und sein langjähriger Trainer Matthias Krallmann (MK).

Französisch C 02
A. Shirov (LAT, 2685)
M. Blübaum (GER, 2605)


1. e4 e6 2. d4 d5 3. e5 c5 4. c3 Db6 5. Sf3 Sc6 6. a3 f6 MK: Der sogenannte Spitzenhebel greift die Bauernkette an vorderster Front an. Nimzowitsch hatte die Auffassung vertreten, dass eine Bauernkette an der Basis angegriffen werden sollte. Shirov veranlasste dieser Zug zu langem Nachdenken. 7. b4 c4 MB: Die Eröffnung kannte ich nicht wirklich weit. Aufgrund der Dop-pelrunden gab es nur wenig Zeit zur Vorbereitung. Ich hatte mir nach 7. …c4 hauptsächlich 8. Le3 angesehen. In einer Fernschachpartie spielte Schwarz darauf 8. …Dc7. 8. Lf4



MK: Interessant, dass der berühmte Conel Hugh O'Donel Alexander, der im 2. Weltkrieg an der Entschlüsselung der Chiffriermaschine Enigma arbeitete, bereits eine Partie in dieser Variante spielte. Dort geschah allerdings 8. …a5 9. Sbd2 Sge7 10. h4 Sg6 11. Le3 fxe5 12. h5 Sge7 13. Sxc4 dxc4 14. d5 Sd4 15. Sxe5 Sef5 16. Sxc4 Dc7 17. Lxd4 axb4 18. Le5 Dc5 19. cxb4 Dxd5 20. Dxd5 exd5 21. Sb6 Txa3 22. Txa3 Lxb4+ 23. Kd1 Lxa3 24. Sxc8 Kf7 25. Th3 Lc5 26. Ld3 Ke6 27. g4 Sh6 28. Lxg7 Sxg4 29. Tf3 Tg8 30. Lf5+ Kf7 31. h6 Sxf2+ 32. Kc2 - 1:0, Alexander - Hooper, Hastings 1953.

In Karlsruhe folgte 8. …Sge7

Weiter geht es im Mai-Heft.

 
 
Auszug aus
"„Think Big!“ |Das 1. Grenke Chess Open Karlsruhe setzt mit fast 1000 Teilnehmern neue Maßstäbe für offene Turniere in Deutschland"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, Mai 2016

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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