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Ausgabe 9 mit diesen zentralen Themen ::

Ein Zieleinlauf wie im Radsport






Der Österreicher Markus Ragger führt das „Peloton“ mit zehn punktgleichen Teilnehmern ins Ziel.

Foto: Cathy Rogers





Freunde des Radsports erleben es wiederholt, dass eine dicht zusammengedrängte Gruppe fast zeitgleich die Ziellinie passiert. Über den Sieg entscheiden oft nur Zentimeter, das kann man mit bloßem Auge kaum erkennen, also hilft eine spezielle Lichtschranke oder eine Zielkamera.

Bei einem analog knappen Ausgang von Schachturnieren nach Schweizer System werden zur Bestimmung des Siegers bzw. der Reihenfolge in einer Gruppe Hilfswertungen herangezogen. Die bekannteste ist ein System, dass der Magdeburger Bruno Buchholz (Geburtsjahr unbekannt, gestorben 1958) entwickelte. Um zu ermitteln, welche Leistung von zwei oder mehreren Punktgleichen höher einzuschätzen ist, werden für jeden dieser Punktgleichen die von seinen Gegnern erzielten Punkte addiert, also ermittelt, wer die stärkeren Gegner hatte. Dies war so einleuchtend, dass die Buchholz-Wertung bald weltweit angewandt wurde. Später wurde sie leicht modifiziert, das Ergebnis des besten und des schlechtesten Gegners wurde gestrichen. Der beste Gegner wurde nicht berücksichtigt, weil er womöglich gegen den Spieler A noch gekämpft hat, gegen B in der Schlussrunde - um sich den Sieg zu sichern - womöglich nicht. Und bei dem "schlechtesten" Gegner dachten die Väter dieser Regelung an denjenigen, der früh aussteigt, mit 0 Punkten das Turnier beendet und einem anderen die "normale" Buchholz-Wertung verdirbt.

Nach dieser Wertung wurde auch der Sieger des traditionell stärksten nordeuropäischen Opens ermittelt: Es ist der Österreicher Markus Ragger.

[…]

Zum Ausklang noch etwas leichte Kost:

Damenindisch E 16
M. Vesterli (DEN, 2067)
L. Hinrichs (DER, 2205)


1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 b6 4. g3 Lb7 5. Lg2 Lb4+ 6. Ld2 De7 7. 0-0 Lxd2 8. Dxd2 0-0 9. Sc3 d6 10. Tfe1 Se4 11. Dd3



Hier muss 11. …f5 geschehen. 11. …Sxc3? ist ein bekannter Fehler wegen 12. Sg5! mit der Doppeldrohung Dxh7+ und Lxb7. In zwei Vorläuferpartien gaben die Schwarzspieler mit 12. …Dxg5 13. Lxb7 die Qualität her. In der vorliegenden Partie spielte Schwarz 12. …Se4 13. Lxe4 d5 und hoffte, nach dem Bauernverlust (14. Lxh7+) mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Aber Weiß fand 14. Lxd5! und wegen 14. …Lxd5 Dxg5 15. Lxb7 Sd7 16. Lxa8 mit Qualitäts- und Bauerngewinn - 1:0

Weiter geht’s im Septemberheft

 


Auszug aus
"Ein Zieleinlauf wie im Radsport | Politiken-Cup in Dänemark: Markus Ragger mit bester Wertung vor neun punktgleichen Konkurrenten"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, September 2015

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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