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Ausgabe 8 mit diesen zentralen Themen ::

Eine Traumkombination setzt den Schlussakkord






Die Siegerehrung. Vorn v. l. Liviu Dieter Nisipeanu, Fabiano Caruana und Wesley So. Zweite Reihe: Hou Yifan, Arkadij Naiditsch, Wladimir Kramnik und Turnierleiter Stefan Koth. Hinten v.l. Bürgermeisterin Birgit Jörder, DSB-Präsident Herbert Bastian.

Foto: Frederic Friedel



Manche Schlussrunden verlaufen eher langweilig, die Profis sichern ihre Pfründe mit einem lahmen Kurzremis. Und manche andere enden mit einem Paukenschlag, so auch die 43. Auflage des traditionsreichsten Großmeisterturniers auf deutschem Boden.



Vor der Schlussrunde hatten nur noch zwei Teilnehmer Aussichten auf den Gesamtsieg: der Titelverteidiger Fabiano Caruana mit 4,5 Punkten auf seinem Konto und der deutsche Nationalspieler Liviu Dieter Nisipeanu mit nur einem halben Zähler weniger. Und das Los führte ausgerechnet die Spitzenreiter in der letzten Runde zusammen.

[…]

In Dortmund endete das Turnier nicht so hasenfüßig: beide Kontrahenten öffneten ihr Visier, Nisipeanu bereits im 4. Zug, als er das scharfe Evans-Gambit wählte und damit klar machte, dass er gegen den nominell stärkeren Gegner keineswegs "auf Remis klammert". Es ist eine spannungsgeladene Stellung mit Chancen für beide Seiten entstanden. Dann ließ Nisipeanu eine Kombination vom Stapel, die jedoch von Caruana blendend widerlegt wurde.

Evans-Gambit C 52
L. D. Nisipeanu - F. Caruana
7. Runde


1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Lc5 4. b4 Lxb4 5. c3 La5 6. d4 d6 Über diese Eröffnung kann man sich seitenweise auslassen, aber in dieser Partie steht der tolle Höhepunkt im 30. Zug im Mittelpunkt, und so stellen wir nur fest, dass die Annahme des weiteren Bauernopfers 6. …exd4 7. 0-0 gut ausanalysiert ist und als recht riskant für Schwarz gilt. 7. Db3 Dd7 8. dxe5 Nach 8. …dxe5 hat sich 9. La3 - das Festhalten des Königs in der Brettmitte - als für Schwarz unangenehm erwiesen. Caruana verzichtet deshalb jetzt und auch in der Folge auf den Rückgewinn des Bauern und forciert seine Figurenentwicklung. Dies ist ja in Gambits eine probate Verteidigungsmethode. Der Zug 8. …Lb6 ist seit 1935 in Gebrauch und bewährt, ebenso wie die Antwort 9. Sbd2, die vielleicht eine bessere Wahl ist als der Partiezug 9. a4 Sa5 10. Da2 Sxc4 11. Dxc4 Se7 12. La3 0-0 13. 0-0 Te8 14. exd6 cxd6 15. Td1 Dc6 16. Sbd2 6. Dxc6 Sxc6 17. Lxd6 Txe4 wäre ein gutes Geschäft für Schwarz, der am Damenflügel über die bessere Bauernstruktur verfügt. 16. …Le6! 17. Dxc6 Sxc6 18. Lxd6 Tad8



Schwarz dreht den Spieß um und spielt quasi selbst ein Gambit. Dabei setzt er auf seine aktiveren Figuren und die bessere Bauernstellung. Ob er schon besser steht, darüber scheiden sich die Geister auch bei den Kommentatoren im In- und Ausland. Einig waren sie sich nur, dass Schwarz für den Bauern eine gute Kompensation besitzt, z. B. 19. e5 f6 20. Te1 La5 21. Tac1 Lf7 nebst Schlagen auf e5.

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Auszug aus
"Eine Traumkombination setzt den Schlussakkord |Caruana brilliert erneut beim Dortmunder Superturnier"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, August 2015

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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