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Ausgabe 8 mit diesen zentralen Themen ::

Duell der Supermächte




Foto: qipai.org.cn

In dem großen Saal wirkten die nur 20 Spielerinnen und Spieler beider Wettkämpfe fast verloren. Am vorderen Brett beginnen gerade Ding Yixin und Alina Kaschlinskaja ihre Partie.


Männer

Frauen



Vergleichskämpfe zwischen Russland und China ziehen immer ein großes Interesse auf sich, denn dabei treten stets Mix-Mannschaften an, zusammengestellt aus 2-3 aktuellen Nationalspielern und ebenso vielen besten Junioren, die allerdings zumeist bereits an die Weltklasse heranreichen. Die Matches der beiden Teams (Männer und Frauen) werden jeweils an fünf Brettern nach Scheveninger-System ausgetragen, das heißt jeder Spieler einer Mannschaft spielt eine Partie gegen jeden Spieler des anderen Teams, so lassen sich auch die Einzelergebnisse innerhalb einer Mannschaft vergleichen.

Bei der diesjährigen Auflage, ausgerichtet vom 15. bis zum 20. Juli in Ningbo erfreute das Ergebnis die chinesischen Gastgeber sehr, denn sie konnten sich sowohl bei den Männern (14:11), als auch bei den Frauen (15:10) durchsetzen.

[…]

Holländisch A 10
Bu Xiangzhi (CHN, 2695)
W. Fedosejew (RUS, 2665)


1. Sf3 e6 2. c4 f5 3. g3 Sf6 4. Lg2 d5 5. 0-0 Ld6 6. Sc3 0-0 7. d3



Schwarz hat den bekannten "Stonewall-Aufbau" gewählt, charakterisiert durch die Bauernaufstellung auf f5, e6, d5 und zumeist auch c6, wobei der letztere Zug immer dann in Ordnung ist, wenn Weiß seinen d-Bauern nach d4 stellt. Doch wenn er ihn wie in der Partie nur nach d3 zieht und damit sozusagen mit einem Trompetenstoß ankündigt, dass er mit e2-e4 fortfahren will, reagiert der Nachziehende besser mit 7. …dxc4 8. dxc4 Sc6 9. e4 e5. Hier steht auf c6 ein gut entwickelter Springer, in der Partie wird dort ein Bauer stehen. 7. …c6 8. e4 dxe4 Bu Xiangzhi hat auch schon mit 8. …fxe4 gute Erfahrungen gemacht, in seiner Partie gegen den Vietnamesen Sang (Las Vegas 2014) kam Weiß nach den weiteren Zügen 9. dxe4 dxe4 10. Sg5 e5 11. c5 Le7 12. Db3+ Sd5 13. Lxe4 Lxg5 14. Lxg5 Dxg5 15. Sxd5 cxd5 16. Lxd5+ Kh8 17. Lxb7 in klaren Vorteil und gewann später. 9. dxe4 Schwarz kann keinen Bauern gewinnen, nach etwa 9. …fxe4 (Oder 9. …Sxe4 10. Sxe4 fxe4 11. Sg5.) 10. Sg5 holt sich Weiß auf e4 den Bauern zurück und postiert dort einen exzellent stehenden Springer. 9. …e5 Die Erfolgsquote von Weiß in dieser Stellung liegt bei 82 Prozent, aus der Sicht von Schwarz ist dies also eine Variante "zum Wegschmeißen". Diese Erkenntnis liefert etwa die ChessBase in Sekunden, und so muss man sich fragen, wie hat sich der Russe bloß vorbereitet? Bald stellt sich heraus, dass er einer Partie aus dem Jahr 1988 folgte, die gut für Schwarz verlief, jedoch vergaß er offenbar, die kritische Stellung ordentlich zu überprüfen. 10. Dc2 Weiß droht einfach mit dem Bauerngewinn auf f5 und erzwingt das Schlagen auf e4. 10. …fxe4 11. Sg5 Lc5 12. Scxe4 Lf5



Lang ist es her, da wurde in der kirgisischen Stadt Frunse die Schachmeisterschaft der Roten Armee gespielt. In einer Partie zwischen den späteren Großmeistern Jermolinski und Glek kam es 1988 zu dieser Stellung und Weiß zog 13. b4,

Weiter geht’s in der Augustausgabe 2015.

 
Auszug aus
"Duell der Supermächte |China feiert einen klaren Sieg über Russland"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, August 2015

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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