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Ausgabe 7 mit diesen zentralen Themen ::

Französische Spitzenliga mit 66 Großmeistern




Foto: Roland Reeb

Das siegreiche Team von Bischwiller (v. l. ) Robert Crauste, Bürgermeister von Le Grau du Roi, Arkadij Naiditsch, Philipp Schlosser, Markus Ragger, Anish Giri, Jean Netzer, Etienne Bacrot, Cyril Marcelin, Roland Reeb (mit Pokal), Jean-Pierre Le Roux, Nino Maisuradze, Romain Edouard und Diego Salazar, Präsident der französischen Schachföderation



Die französische Spitzenliga heißt Top 12. So viele Achterteams nehmen teil, die anders als in Deutschland oder Österreich, aber ähnlich wie in Russland oder Spanien die Meisterschaft in einem Rutsch absolvieren. Alle Teams kommen zu einem bestimmten Termin (in diesem Jahr 30. Mai bis 9. Juni) zusammen und spielen die Meisterschaft aus. Diesmal in dem Urlaubsort Le Grau du Roi an der südfranzösischen Mittelmeerküste nahe Montpellier, als Austragungsort dienten die noblen Räumen des dortigen Yacht-Clubs.

Die Meisterschaft entwickelte sich zu einem Zweikampf zwischen dem Titelverteidiger Clichy und dem verstärkten Team Cercle d'Echecs aus der elsässischen Stadt Bischwiller, den der letztgenannte Klub souverän für sich entscheiden konnte.

Elf Mannschaftssiege ergeben in Frankreich 33 Mannschaftspunkte; für einen Matchsieg gibt es drei, für einen Unentschieden einen Punkt, für einen Verlust nichts.

[…]

Nimzowitschindisch E 42
M. Ragger (Bischwiller, 2668)
R. Pile (Grasse, 2430)


1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sc3 Lb4 4. e3 c5 5. Sge2 b6 6. a3 La5 7. Ld2 Sa6 8. Sg3 Lb7 9. d5 Weiß setzt einen Fuß ins Zentrum. Um den Bauern braucht er sich keine Sorgen zu machen, nach z. B. 9. …exd5 10. cxd5 Lxc3 (10. …Sxd5? verliert nach 11. Sxd5 Lxd5 12. Lxa5 eine Figur.) 11. Lxc3 Sxd5 (11. …Lxd5?? 12. Lxa6) 12. Lxg7 Tg8 13. Sf5 steht Schwarz schlecht. 9. …0-0 10. Ld3 d6 11. e4 Sc7 12. 0-0 Te8 13. f4 exd5 14. cxd5 c4 15. Lxc4 Lxc3 16. Lxc3 Sxe4 17. Sxe4 Txe4 18. Ld3 Te3 19. Ld4 Sxd5



So hatte Schwarz sich das gedacht, nach dem Schlagen des Turms folgt eine Springergabel auf e3. 20. Lxh7+! Kf8 Nach 20. …Kxh7 kann Weiß schon auf e3 zugreifen: 21. Lxe3 Sxe3 22. Dd3+. 21. Lc2 Die Eröffnung ist Schwarz nicht gelungen und er hätte nun mit …Te6 zum Rückzug blasen müssen. Er ließ sich stattdessen auf ein taktisches Geplänkel ein, in dem Ragger die Übersicht bewahrte und souverän gewann. 21. …Tc8 22. Lb3 Te4 23. Dh5! Txd4 24. Dh8+ Ke7 25. Dxg7



Schwarz hat zwar eine Figur mehr, kann aber seine Schäfchen nicht zusammenhalten, außerdem steht sein König grottenschlecht. Der Anziehende siegt nach z. B. 25. …Td3 26. Tfe1+ Kd7 27. Dxf7+ Se7 28. Le6+ Kc7 29. Lxc8 Kxc8 30. Txe7 oder wie in der Partie:25. …Tcc4 26. Tfe1+ Kd7 27. Dxf7+ Kc6 28. Lxc4 Txc4 29. Tad1 1:0

Rien ne va plus muss man stilecht bei dieser Partie aus der französischen Liga sagen. In der Schachnotation ausgedrückt: 29. …Tc5 30. b4 Tb5 31. a4; 29. …Kc5 30. b4+ Kb5 31. Txd5+; 29. …Kb5 30. Dxb7 usw.

Weiter geht’s in der Juliausgabe 2015.

 
Auszug aus
"Französische Spitzenliga mit 66 Großmeistern | Cercle d‘Echecs Bischwiller gewinnt die Mannschaftsmeisterschaft mit 100%igem Score!"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Juli 2015

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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