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Ausgabe 5 mit diesen zentralen Themen ::

Zehnmal Meister in Folge




Foto: Siegfried Haußmann

Siegerehrung mit (v. l.) vorne: Teamchef Sven Noppes, GM Michael Adams, GM Philipp Schlosser, GM Rustem Dautov, GM Arkadi Naiditsch (mit Pokal), Wolfgang Grenke (Sponsor). Dahinter: GM Alexej Shirov, 1. Vorsitzender Jens Thieleke, 2. Vorsitzender Gerhard Eckarth, Bürgermeister Michael Geggus, Patrick Bittner (OSG Schatzmeister). Hinten: Bernhard Verfürden (Schachbundesliga e. V.), GM Liviu Dieter Nisipeanu, GM Rustam Kasimdzhanov, GM Etienne Bacrot, Dr. Martin Keller (Schachzentrum Baden-Baden), Irene Steimbach (OSG Jugendleiterin).



"Es ist außergewöhnlich, zehnmal in Folge die Meisterschaft zu gewinnen", unterstreicht Etienne Bacrot und scherzt in Richtung seines Trainingspartners und Freunds Arkadij Naiditsch, "wie können wir Meister werden, wenn Du nur zwölf Punkte aus 15 Partien holst?" Der alljährliche Topscorer der OSG Baden-Baden war der einzige Großmeister des Bundesliga-Spitzenreiters, der am letzten Bundesliga-Wochenende bange Momente überstehen musste. Naiditsch stand gegen den Hamburger Lubomir Ftacnik auf Verlust, verwirrte den Slowaken in Zeitnot aber mit trickreichem Spiel, so dass dieser patzte.

Sizilianisch B 91
A. Naiditsch (Baden-Baden, 2710)
L. Ftacnik (Hamburger SK, 2557)


1. e4 c5 2. Sf3 d6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 a6 6. g3 e5 7. Sb3 Le7 8. a4 Lg4 9. Le2 Le6 10. Lf3 Sbd7 11. g4 h6 12. h4 Tc8 13. Le3 Sb6 14. Sd2 Sfd7 15. a5 Sc4 16. Sxc4 Txc4 17. Dd2 Sf6 18. Tg1 Dc8 19. Dd1 Ld8 20. Ta3 d5 21. Sxd5 Txc2 22. Kf1 Sxd5 23. exd5 Ld7 24. Kg2 Lxh4 25. Th1 Ld8 26. d6 Lc6 27. Kg3 Lxf3 28. Dxf3 Txb2 29. g5 De6 30. De4 0-0 31. Td3 f5 32. gxf6 Txf6 33. d7 Tg6+ 34. Kh2 Df7 35. Tf1 Tc2 36. Td5 Tcc6 37. f4



"So einfach war die Stellung nicht. Als der Bauer auf d7 stand, musste er aufpassen", glaubte die deutsche Nummer eins fest an ihre Chance, die auch kam.
Naiditschs Optimismus in Ehren, nach 37. …Tg4 droht einzügig Matt, wogegen es nur zwei Verteidigungen gibt, sie führen jedoch beide zum Verlust:

a) 38. Txe5 Th4+ (Auch 38. …Dxd7 sollte gewinnen.) 39. Kg3 Tg6+ 40. Kf2 (Nichts ändert 40. Kf3 Th3+ 41. Ke2 Da2+.) 40. …Th2+ 41. Ke1 Lh4+ 42. Lf2 Lxf2+ 43. Txf2 Tg1+ 44. Tf1 Dxd7 (droht …Dd2 matt) 45. Te8+ Kf7 46. Te7+ (Was sonst?) 46. …Dxe7 47. Dxe7+ Kxe7 48. Txg1 Kf6 49. Tg3 Tb2 mit leichtem Gewinn.
b) 38. Tf3 Dh5+ 39. Th3 Th4 40. Txh4 Dxh4+ 41. Kg2 exf4 42. Lf2 Dg4+ 43. Kf1 Tc1+ 44. Le1 Dh3+ 45. Kg1 De3+ 46. Dxe3 fxe3 47. Kf1 Kf7 48. Ke2 Ke6 49. Td3 Tc7, und Schwarz holt sich auch noch den Bauern d7.
Naiditsch hat schon viele Partien verdient gewonnen. Diesmal, das muss man einfach sagen, hatte er großes Glück. Es geschah 37. …exf4?? 38. De8+ Df8 39. Txf4 Tgf6 40. Txf6 Lxf6 41. Lc5 1:0 Damit war ein 8:0 über den Tabellenzehnten perfekt. Weil zeitgleich Werder Bremen gegen die Schachfreunde Berlin nicht über ein 4:4 hinauskam, hatte die OSG bereits am Samstag den Titel vorzeitig verteidigt.

Weiter geht’s in der Maiausgabe 2015.

 
Auszug aus
"Zehnmal Meister in Folge | Baden-Baden schwebt trotzdem „nicht über den Wolken“ | Neun Spieler seit erstem Titel dabei"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Mai 2015

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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