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Ausgabe 3 mit diesen zentralen Themen ::

Deutsche Meisterschaft der Frauen




Foto: Harald Fietz

Tuniersiegerin Zoya Schleining konnte sich nach Wertung gegen die Mitfavoritin Marta Michna durchsetzen.


Zum zweiten Mal wurde die Deutsche Frauenmeisterschaft in Bad Wiessee ausgetragen und die Teilnehmerinnen hatten wieder hervorragende Spielbedingungen, stellt der Hauptschiedsrichter Wolfgang Fiedler fest. Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit Spielbankbesuch, Fackelwanderung und ausgezeichneter Verpflegung machten die Veranstaltung zu einem tollen Event. Dazu kamen noch fantastische und kämpferische Partien, so hatten alle viel Spaß.

Bemerkenswert war auch die Altersspanne: Zwischen den Geburtsjahren der ältesten und der jüngsten Teilnehmerin lagen an die 70 Jahre. Die bewundernswerte Hannelore Hoose (85 Jahre!) spielte bereits beruflich eine Vorreiterrolle: vor rund 60 Jahren und auch später war der Beruf einer Ingenieurin eher selten anzutreffen. Im Ruhestand gönnte sich die Bremerin keine Ruhe und hielt auch bei dieser Meisterschaft (ihre 187. DWZ-Auswertung) immer noch mit, nicht vorn zwar, aber wenn "Dabeisein ist alles" nicht hier gilt, wann dann?

Auch Zoya Schleining, Jahrgang 1961, gehörte bei diesem Turnier nicht zu den Jüngsten, was sie nicht daran hinderte sich schließlich vor der Mitfavoritin Marta Michna ganz knapp und vor allen anderen ganz klar durchzusetzen. Die deutsche Nationalspielerin mit Wurzeln in der Ukraine (Mädchenname Lelchuk) spielt nicht nur ein gutes, sondern auch gefälliges Schach, frisch, aktiv und mit bemerkenswerten taktischen Ideen gespickt. Sehen Sie selbst:

Damengambit D 21
N. Straub - Z. Schleining
6. Runde, 11. 02. 2015

1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. Sf3 a6 Die geplante Sicherung der Beute mit …b5 beeindruckt manche Weißspieler und sie verhindern dieses Ansinnen radikal mit dem Partiezug 4. a4 der allerdings das Feld b4 schwächt und Schwarz ebendort Chancen verschafft, wie wir gleich sehen werden. Die "Drei Großen K" (Karpow, Kasparow und Kramnik) und mit ihnen viele andere Spitzenspieler ziehen 4. e3 vor. Nach 4. …b5 5. a4 Lb7 6. axb5 axb5 7. Txa8 Lxa8 8. b3 holt sich Weiß den Bauern doch zurück, entweder auf c4, oder nach 8. …cxb3 9. Lxb5+ c6 10. Lc4. 4. …Sc6



Nun muss Weiß schließlich doch e2-e3 spielen und Lxc4 folgen lassen.

[…]

In der Partie geschah 5. e4?! was schlechter ist als 5. e3, weil der Punkt d4 geschwächt wird. Nach 5. …Lg4 droht schon der Bauernverlust auf d4, und 6. d5 lässt 6. …Sa5 zu, was hier gut geht, weil nach 7. Sbd2 e6! möglich ist. Schwarz behält problemlos den Mehrbauern, z. B. 8. dxe6 Lxe6 9. Dc2 Lb4! Hier kommt die durch den Zug 4. a4 geschaffene Schwäche des Feldes b4 deutlich zur Geltung. 6. Le3 Lxf3 7. gxf3 7. Dxf3 Sxd4 7. …e5 8. d5 Lb4+ Weiß hat die unattraktive Wahl zwischen 8. …Lb4+ 9. Sd2 Sa5, 8. …Lb4+ 9. Ke2 Sa5 und dem Partiezug 9. Ld2 Lxd2+ 10. Sxd2 Sd4 11. Sxc4 Endlich hat Weiß den Bauern zurück, aber um den Preis der schlechteren Bauernstruktur, auch ist der gegnerische Springer auf d4 sehr störend. Im höheren Sinne ist die Partie schon entschieden. 11. …Df6 12. Ta3 Se7 13. Tg1 Sg6 14. Tg3 0-0 15. Td3 und ohne 15. …c5 abzuwarten 0:1

Weiter geht es im März-Heft.

 
 
Auszug aus
"Deutsche Meisterschaft der Frauen | Zoya Schleining siegt in einem Fotofinish"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, März 2015

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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