Schach Magazin
Ausgabe 1 mit diesen zentralen Themen ::

Catez: Die Helden der EM




Foto: Sahovska zveza Slovenije / Matjaz Mazzini

Ukrainer feiern ihren EM-Titel (v.l.): Oleksandr Sulypa (Kapitän), Martyn Kravtsiv, Anton Korobov, Volodymyr Onyshchuk und Andrej Volokitin.


Die Europäische Mannschaftsmeisterschaften, ausgetragen vom 12.bis 21.November in der slowenischen Freilufttherme Catez zählt zu den bedeutendste Schachveranstaltungen dieses Jahres.Mit Spielerinnen und Spielern aus 39 Nationen, darunter 127 Großmeister (davon 66 mit Elo über 2600) stimmte sowohl die Masse wie die Klasse.Gestimmt haben auch weitere Faktoren, als da wären herausragende Spielerleistung und Überraschungen bei der Schlussplatzierungen – das Salz in der Suppe einer jeden großen internationalen Sportveranstaltung.

In der offenen Klasse war das nach Elozahlen auf Platz 1 gesetzte Team Russland als Favorit gehandelt, doch es konnte kein Gold holen, schlimmer noch, gar keine Medaille gewinnen. Für diesen Schmäh zeichnen ursächlich die „slawischen Vetter“ verantwortlich.Die Ukrainer besiegten die Russen in der direkten Begegnung (vgl.letzten Ausgabe, Seite 4) und verloren als einziges Team im Turnier der Offenen Klasse keine einzige Partie und konnten aufgrund der besseren Wertung die ebenfalls stark aufspielenden Franzosen und Polen überholen.Die Russen verloren dann noch gegen Frankreich und sackten auf Platz 6 des Endklassements ab.

[…]

Am ersten Brette hieß nach nur 23 Zügen 1:0, denn der taktische Fehler von Sargissian wurde von Anton Korobov sofort ausgenutzt (den Abschluss finden sie in der Rubrik Kombinationen in dieser Ausgabe). Einen noch wertvolleren Sieg (mit Schwarz) steuerte Andrej Volokitin bei mit der folgenden Weltklasseleistung.

Nimzowitschindisch D 36
H.Martirosyan (Elo 2624)
A.Volokitin (2656)


1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 Lb4 5.cxd5 exd5 6.Lf4 Se4 7.Tc1 Sc6 8.Sd2 In dieser bekannten Eröffnungsstellung verzichtet Schwarz besser auf 8.…Sxd4 9.Sdxe4 dxe4 wegen 10.Lxc7 Dxc7 11.Dxd4 Lc5 12.Dxe4+ Le6 13.e3 0–0 14.Ld3 g6 15.0–0. Weiß hat die Figurenentwicklung abgeschlossen und besitzt einfach einen Bauern mehr. Volokitins Weg ist besser.



8.…g5! 9.Le3 Sxc3 10.bxc3 La3 11.Tb1 f5 12.g3 Ld6 13.Sf3 f4 14.Lc1 0–0 15.Tb5 g4 16.Sh4 Se7 17.e3 c6 18.Tb3 f3 19.Ld3 Weiß liebäugelt mit der Idee der Öffnung des Königsflügels, beispielhaft dargestellt mit der Variante 19.…a6 20.h3 gxh3 21.Sxf3 Lg4 22.Le2 Dd7 23.Se5 Auch der Nachziehende ist an der Öffnung der Stellung interessiert, jedoch nur, wenn er mit seinen Figuren in die gegnerischen Reihen eindringen kann, und zeigt sich bereit, dafür einen Bauern ins Geschäft zu stecken. 19.…Sg6 20.Sxg6 hxg6 21.Dc2 De7 22.Lxg6 b5 23.Kd1 Kg7 24.Ld3 Le6 25.Te1 Th8 26.e4 dxe4 27.Txe4? – 1:0

Nicht zu früh, denn Schwarz verliert den Springer auf h5 oder seinen Läufer im Falle von 7.…fxg3 8.Lg5 Lf6 (8.…f6?? kostet nach 9.exf6+ mit Schach den Nachziehenden Haus und Hof.) 9.exf6+ Kf8 +–.

Weiter geht’s in der Januarausgabe 2022.

 
 


Auszug aus
"Die Helden der EM | Ukraine und Russland mit Mannschafts-Gold, Wahlfranzose Firouzja überragend in der Einzelwertung"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, Januar 2022

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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