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Ausgabe 4 mit diesen zentralen Themen ::

Großmeister Wolfgang Uhlmann 1935 - 2020 in Österreich




Foto: Otto Borik

Bei einem der leider nicht mehr veranstalteten Treffen der Legenden in Dresden gab es immer wieder ein großes Hallo, hatte man sich doch während der letzten Jahre nur noch selten getroffen – Christine und Wolfgang Uhlmann begrüßen Mark Taimanow.




Dass der deutsche Schachgroßmeister und Schachtheoretiker Wolfgang Uhlmann nach 85 Lebensjahren in seiner Heimatstadt Dresden am 24. August 2020 verstorben ist, ging durch alle Medien, denn nicht nur die Schachwelt hat einen großen Weltbürger verloren. Wir möchten uns hier etwas der österreichischen Seite von Wolfgang Uhlmann widmen. Schon in Vergessenheit geraten könnte sein, dass Wolfang Uhlmann von 1990 bis 2008 Mitglied des SK Vöest Linz war und für diesen in der Staatsliga - später Bundesliga - häufig im Einsatz war. Aber wie kam ein Weltstar 1990 zu einem Verein, dessen Erfolge (6 Staatsmeistertitel) doch schon ein paar Jahre zurücklagen?

FM Heinz Baumgartner (1932-2006), Präsident des Oberösterreichischen Schachlandesverbands und langjähriges Urgestein im Verein Vöest Linz lernte GM Wolfgang Uhlmann in den frühen 50er Jahren bei einem Jugendturnier kennen und schätzen, dann aber verliefen die Leben aufgrund der Trennung Europas in getrennten Bahnen, bis man sich im Wendejahr 1989 bei einem Turnier in Pilsen wieder traf. Die mitgereisten Frauen der beiden Spitzenspieler freundeten sich ebenfalls an, und so war es ein kleiner Schritt für GM Wolfgang Uhlmann zum SK Vöest Linz, der zu einer lebenslangen Freundschaft mit Österreich führte.

[…]

In der zweiten Partie des Länderkampfs Österreich – DDR, 1956 in Wien kam es nach 19. Sb5 zu folgender Stellung:



Andreas Dückstein (2545)
Wolfgang Uhlmann (2575)
Schwarz am Zug


19. …Dc6 mit der starken Drohung Sxc3! würde nun gewinnen. Schwarz hat mit den aktiven Springern im Zentrum und der Dame-Läuferbatterie die Initiative. 20. Sd4 Dc5 21. De1 21. Ld3 war vorzuziehen. Es stellt den Läufer auf ein aktives Feld. Bei einem Tausch wäre der Doppel-c-Bauer aufgelöst. Aber auch hier behält Schwarz nach 21. …Sg6! mit der Idee 22. …Tfe8, 23. …Te5, 24. … e4 die Initiative. 21. …Tac8 22. Sf3? Verständlich! Um die lästigen Springer aus dem Zentrum zu verdrängen, doch wird damit das Verteidigungsproblem um die weißen Bauernschwächen nicht gelöst.

Zu weißen Schwierigkeiten führt ebenso 22. f4 Sc6 23. Ld3, das wäre zumindest besser gewesen als die Partiefortsetzung; 23. Tb5 Dd6 24. Ld3 Sxd4 25. cxd4 Sf6 bringt Weiß aufgrund der Doppeldrohung Dxd4 und La6 in Schwierigkeiten.

Am zähesten wäre 22. Sb5 gewesen, aber von da kommt der Springer ja Weiß hätte mit 23. c4 gefolgt von 24. Lb4 (nach Wegzug des Sd5) eine aktive Idee. 22 Sxf3+! 23. Lxf3 La6 24. Le2 Lxe2 25. Dxe2 Dc4+- Uhlmann hat die Initiative gegen eine strukturell gewonnene Stellung getauscht. Weiß krankt an dem Doppelbauern auf der halboffenen c-Linie. Ein Bauernendspiel wäre für Schwarz leicht gewonnen: Die beiden schwarzen Damenflügelbauern neutralisieren die drei vereinzelten weißen Bauern a2, c2 und b3. Der schwarze König gelangt ins Zentrum und anschließend wird mit dem Vormarsch des e- und f- Bauern ein Freibauer geschaffen.

Weiter geht’s in der Aprilausgabe 2021.

 
 


Auszug aus
"Großmeister Wolfgang Uhlmann (1935 - 2020) in Österreich"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, April 2021

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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