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Ausgabe 9 mit diesen zentralen Themen ::

Online: Es war Vincent Keymers Tag




Für die 85. Deutsche Schachmeisterschaft (20.-30. November 2014 in Verden/Aller) erhielten einige junge Talente Freiplätze, darunter drei Spieler aus der "Prinzengruppe" des Deutschen Schachbunds, Matthias Blübaum, Rasmus Svane und Dennis Wagner (alle Jahrgang 1997). Bei Turnierbeginn konzentrierte sich das Interesse der Berichterstatter noch stärker auf Vincent Keymer (Jahrgang 2004) aus Rheinland-Pfalz. Der damals gerade einmal zehnjährige Vincent wurde zuvor mit 11 Siegen aus 11 Partien Deutscher U10-Meister. Nur etwas mehr als sechs Jahre gingen ins Land und der einst kleine Junge - inzwischen ein großgewachsener junge Mann - gilt als das nach Emanuel Lasker und Robert Hübner größte Talent des deutschen Schachs. Und möglicherweise eines der größten Schachtalente weltweit. Diese verbreitete Einschätzung bestätigte Keymer durch seinen Sieg bei der Kramnik Challenge, an dem führende Jugendschachspieler teilgenommen haben.
Der 16-jährige Abiturient aus dem rheinhessischen Saulheim bei Mainz gewann das Kramnik Challenge, so hieß das dritte Turnier der Julius Bär Challengers Chess Tour mit einigen der stärksten Jugendspieler der Welt, und kann sich über den Preis von 3000 Euro freuen. Rein sportlich bedeutet der damit verbundene Freiplatz bei einem Ende August online ausgetragenen Weltklasseturnier mit Carlsen und Co. wohl noch mehr.

Am Ende des 15-rundigen Schnellschachturniers lag Keymer mit 12 Punkten zusammen mit dem US-Amerikaner Awonder Liang auf dem geteilten ersten Platz. Da der Deutsche in der direkten Begegnung siegreich blieb, ging der erste Platz an ihn. Hier ist die Schlüsselpartie:

Réti-Eröffnung A 14
V.Keymer – A.Liang
Kramnik Challenge, 9.8.2021


1.Sf3 Sf6 2.c4 e6 3.b3 b6 4.g3 Lb7 5.Lg2 d5 6.Lb2 Le7 7.cxd5 exd5 8.0-0 0-0



Zu dieser Eröffnung gibt es laut der gigantischen Datenbank MegaBase 2021 rund drei Tausend Referenzpartien, in denen Weiß das Spiel mit dem naheliegenden Zug 9.d4 fortsetzte. Keymers Gegner Liang wählte in einer seiner früheren Partien eine sehr sichere Aufstellung: 9.d4 Sbd7 10.Sc3 Te8 11.Tc1 Lf8 12.e3 Tc8. Auf das Bauernopfer 13.Se5 verzichtete er (13.…Sxe5 14.dxe5 Txe5 15.Sb5 Te8 16.Sxa7 Ta8 17.Lxf6 Dxf6 18.Sb5 Txa2 19.Txc7 wäre ja günstig für Weiß gewesen) und spielte mit 13.…c6 14.Sxd7 Dxd7 15.Dd3 g6 16.Tfd1 Lg7 17.La3 Tcd8 auf Sicherheit.
9.e3 Sbd7 10.Sc3 Te8 11.Tc1 a6 12.Te1 Sc5 13.d3 Se6 14.Te2 Tc8 15.Tec2 c5 16.d4 Tc7 Offensichtlich will der US-Amerikaner seine Figuren mit …Da8 und …Tec8 umgruppieren. Dieses Vorhaben hätte jedoch durch 17.Sa4 gestört werden können. Vielleicht missfiel Keymer die gegnerische Möglichkeit 17.…c4 18.Sxb6 c3 19.La1 Se4 20.Sa4 La3 21.Tb1, denn es ist beim Schnellschach schwer zu entscheiden, ob der Bauer c3 am Ende verloren gehen, oder aber das weiße Spiel hemmen wird.

Weiter geht’s in der Septemberausgabe 2021.

 
 


Auszug aus
"Es war Vincent Keymers Tag | Sieg bei der Kramnik Challenge und Freiplatz bei einem Weltklasseturnier"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, September 2021

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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