Schach Magazin
Ausgabe 9 mit diesen zentralen Themen ::

Pardubice: Der Tanker


Der Showdown am Spitzenbrett zwischen dem späteren Turniersieger Stocek und dem letzten verbliebenen Konkurrenten Deepan.

Foto: Cathy Rogers


Schaut man sich die Sommerfestivals an, so erinnert das Czech Open in Pardubice an einen Tanker inmitten vieler mittelgroßer Schiffe. Respektable Festivals wie das in Biel werden von über 600 Schachfreunden frequentiert. Das Spiele-Festivals Czech Open im osttschechischen Pardubice wurde bei der diesjährigen Jubiläumsauflage (30. Austragung) von 4752 Denksportlern aus 57 Ländern besucht, wobei die Schachspieler mit 3466 Turniermeldungen wie immer die größte Gruppe stellten. Selbst wenn man die Mehrfachmeldungen (ein Teil der Besucher spielt ein Open plus ein-zwei Kurzturniere) herausnimmt, weist die Beteiligungsstatistik rund 2500 Einzelpersonen auf.

[…]

Das bestbesetzte Turnier des ganzen Festivals war das Open A mit Beteiligung von 323 Spielern aus 51 Ländern, darunter 29 Großmeister und 91 Internationale Meister, und einem Vertreter des Gastlandes auf dem alleinigen ersten Platz. Der studierte Astronom Jiri Stocek, der 2003 ins Schachprofilager wechselte, ist ein Dauergast in Pardubice. Bei seinen 26 Anläufen gelang ihm manch gute bis sehr gute Platzierung, aber erst in diesem Sommer konnte er den ersten Platz in dem stärksten Open verbuchen. Er ist mit seiner sehr druckvollen Spielweise im Grunde genommen die Idealbesetzung für einen Open-Sieger, doch bis jetzt stand ihm immer jemand im Wege, in mehreren Fällen der seit mehr als zwei Jahrzehnten in Pardubice ansässige armenische Weltklassespieler Sergej Movsesian. Dieser musste sich diesmal mit dem dritten Platz zufriedengeben.

Stocek begann das Turnier mit einem gefälligen Sieg gegen Tom Polgar Shutzman. Es handelt sich um den ältesten Sohn der früheren Weltmeisterin Susan (Zsuzsa) Polgar aus ihrer ersten Ehe. Tom spielt leidlich Schach (Elo 2241), hatte aber dem stark aufspielenden Stocek nichts entgegenzusetzen.

Altindisch A 53
J. Stocek (CZE, 2556)
T. Polgar Shutzman (USA, 2241)


1. d4 Sf6 2. c4 d6 3. Sc3 Sbd7 4. e4 e5 5. Sge2 Le7 6. Sg3 exd4 7. Dxd4 Se5 Als solider gilt 7. …Sc5. 8. Le2 0-0 9. 0-0 Sc6 10. Dd2! Te8 11. b3 Lf8 12. Lb2 g6 13. Tad1 Lg7 14. f3 h5 15. Sh1 h4?! Dieser Zug ist überflüssig, der Sg3 hat sich bereits zurückgezogen. Vorzuziehen ist z. B. hier und im Weiteren …a5, ggf. nebst …Sd7-c5. Auch in der Folge gelingt es Tom nicht, seine Stellung zu verbessern. 16. Sf2 Kh7?! 17. Sd5! Se5 18. f4! Sed7 19. Sxf6+ Lxf6 20. e5! dxe5 21. Se4! Lg7 22. fxe5 Weiß steht überlegen, z. B. 22. …Tf8 23. Sg5+ Kg8 24. e6 oder 22. …Te7 23. e6! und dann Sg5. Der Partiezug 22. …Kg8 erlaubt einen gefälligen Abschluss.



23. Txf7! Kxf7 24. Dd5+ Te6 25. Lg4! De7 26. Lxe6+ Ke8 26. …Dxe6 27. Sg5+ 27. Lxd7+ Lxd7 28. Dg8+ mit Figurengewinn nach 28. …Df8 29. Dxf8+ Lxf8 30. Sf6+ – 1:0

Weiter geht’s in der Septemberausgabe 2019.

 
Auszug aus
"Der Tanker | 30. Auflage des Spiele-Festivals mit Rekordbeteiligung"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, September 2019

Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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