Schach Magazin
Ausgabe 1 mit diesen zentralen Themen ::

Chanty Mansijsk: Ju Wenjun bleibt auf dem Thron


Mit 64 Spielerinnen war man gestartet, schließlich setzte sich die amtierende Weltmeisterin Yu Wenjun aus China gegen Katerina Lagno (Russland) in der vierten Stichkampfpartie durch. FIDE-Präsident Arkadi Wladimirowitsch Dworkowitsch überreicht den Siegerpokal an Ju Wenjun (rechts Sergey Kosilov, russischer Sportminister)

Fotos: ugra2018.fide.com


Ab dem 16. Februar 2018 und noch bis zum 4. Februar 2019 feiern die Chinesen das "Jahr des Hundes". "Es wird ein Jahr der Beständigkeit, in dem Ausdauer und Disziplin belohnt werden", verspricht das chinesische Horoskop.

Wenn man sich die diesjährige Erfolgsbilanz der chinesischen Schachspielerinnen und -spieler vor Augen führt, könnte man fast daran glauben. Auf jeden Fall siegten die Teams aus dem Reich der Mitte in beiden Klassen der Schacholympiade und der amtierenden Weltmeisterin Ju Wenjun gelang die erfolgreiche Titelverteidigung. Es war knapp, das Match gegen die Russin Katerina Lagno ging 2:2 aus, der erste Schnellschachstichkampf (Bedenkzeit 25 Min. pro Spielerin und Partie, zzgl. 10 Sekunden Zeitzugabe für jeden ausgeführten Zug) endete ebenfalls unentschieden (zwei Remisen). Erst im zweiten Stichkampf mit erneut verkürzter Bedenkzeit (diesmal 2 x 10 Minuten und 10 Sek. Zugabe) platzte der Knoten: 2:0 für die 27-jährige Ju Wenjun, die damit innerhalb von nur ca. sieben Monaten zweimal Schachweltmeisterin wurde.

[…]

Das Resultat des Finalmatches lautete also 2:2, Stichkämpfe waren notwendig. Der erste endete mit zwei Remisen unentschieden, den zweiten gewann Ju Wenjun mit 2:0. In diesem Match konnte man förmlich sehen, wie der Wind dreht. Während Ju unverändert stark spielte, baute Lagno nach ihrem starken Beginn ab. Vielleicht war sie nach der Geburt ihres vierten Kindes im Sommer dieses Jahres noch nicht fit genug, um das drei Wochen dauernde harte Turnier durchzustehen. Bezeichnend ist die letzte Partie, keine Demonstration der Schachkunst zwar, aber eine Partie, die das Match endgültig entschieden hat und deshalb hier nicht fehlen darf.

Réti-Eröffnung A 08
K. Lagno - Ju Wenjun
4. Stichkampfpartie


1. Sf3 d5 2. g3 Sf6 3. Lg2 c5 4. 0-0 Sc6 5. d3 g6 6. Sc3 Lg7 7. e4 dxe4 8. dxe4 Lg4 9. Le3 Sd7 10. h3 Lxf3 11. Lxf3 0-0 12. Lg2 Sb6 13. Lxc5 Sc4 14. Sd5 Sxb2 15. Sxe7+ Sxe7 16. Dxd8 Tfxd8 17. Lxe7 Td2 18. Tac1 Tc8 19. Lg5 Tdxc2 20. Txc2 Txc2 21. Tc1 Txc1+ 22. Lxc1 Ld4 23. Lf1!?



Manche Zugbewertungen muss man im Kontext sehen. Natürlich ist der Partiezug, der einen Bauern verliert, nach objektiven Maßstäben schlecht. 23. Lxb2 macht remis (ungleichfarbige Läufer mit gleicher Bauernzahl). Aber ein Remis wäre hier mit dem Verlust des Matches (0,5:1,5) gleichbedeutend gewesen. 23. …Sd1 24. Kg2 Sxf2 25. Kf3 Sd1 26. Lc4 Sc3 27. Ld2 Sa4 28. Ld5 b6 29. Lf4 Sc3 30. Lb3 Kg7 31. e5 a5 32. e6 fxe6 33. Lxe6 b5 34. Lc7 Kf6 35. Ld7 a4 36. La5?! Gleicher Fall wie zuvor. 36. Ld6 nebst Lb4 hält wohl remis, aber davon hat Weiß nichts. 36. …Sxa2 37. Lxb5 a3 38. Ke4 Lb2 39. Lc4 Sc1 40. Ld2 a2 41. Lxa2 Sxa2 42. Kd3 Lc1 43. La5 La3 44. Kc2 Lb4 45. Ld8+ Le7 46. La5 Sb4+ 47. Kd2 Ld6 48. g4 Sc6 49. Lb6 Ke5 0:1

Weiter geht’s in der Januarausgabe 2019.

 
Auszug aus
"Ju Wenjun bleibt auf dem Thron | Ein knapper, aber verdienter Finalsieg gegen Katerina Lagno"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Januar 2019

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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