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Ausgabe 9 mit diesen zentralen Themen ::

Denksportler, wohin das Auge reicht




Foto: Ruzena Pribylova

Entscheidungspartie zwischen Hagen Poetsch (l.) und dem späteren Turniersieger Liviu Dieter Nisipeanu.


Gleich nach der Wende im Jahre 1990 setzte sich in der osttschechischen Stadt Pardubice ein Trio aus jungen Schachorganisatoren zusammen und gründete ein privat organisiertes Turnier. Aller Anfang ist schwer und die erste Auflage lockte nur 40 Schachfreunde in den Veranstaltungssaal einer Gaststätte. Doch den Gästen gefiel es, sie verlangten nach einer Wiederholung und sorgten per Mundpropaganda bei der nächsten Auflage für erheblich höhere Teilnehmerzahlen. 292 haben sich angemeldet und die Veranstalter mussten sich nach einer neuen Austragungsstätte umsehen. Auch die reichte bald nicht mehr und das Festival fand eine dauerhafte Bleibe in der größten Sporthalle der Stadt, wo im Winter die Spiele der Eishockeyliga ausgetragen werden, im Sommer beherbergt die Halle mit einem Fassungsvermögen von 5000 Zuschauern verschiedene kulturelle Veranstaltungen, im Juli eben das "Czech Open". Dieses entwickelte sich zu der größten privat organisierten Schachveranstaltung der Welt und später zu einem Festival der Denkspiele, denn es werden auch Turniere in Backgammon, Bridge, Dame, Go, Shogi u. v. m. ausgetragen.

[…]

Nisipeanu wurde gegen den bei diesem Turnier sehr erfolgreich spielenden Deutschen Hagen Poetsch gelost und gewann trotz der schwarzen Steine überzeugend.

Sizilianisch B 40
H. Poetsch (GER, 2477)
L. D. Nisipeanu (GER, 2686)


1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. g3 Sc6 4. Lg2 Sf6 In dieser Stellung ist 5. e5? nicht gut, denn nach 5. …Sg4 6. De2 Dc7 muss Weiß sich gleich von seinem Bauern verabschieden. 5. De2 So hält Weiß sich im Falle von 5. …d5 gleich zwei Optionen offen



[…]Das alles sieht gut aus für Weiß, doch die Anhänger der Variante mit 5. De2 müssen sich noch etwas einfallen lassen gegen eine Neuerung des (neuerdings) Weltranglistendritten Fabiano Caruana: 5. …e5!? Zwar hat Schwarz zuerst …e7-e6 und dann …e6-e5 gespielt, also früh ein Tempo investiert, dafür aber zweierlei erreicht: der Vorstoß e4-e5 kann sich Weiß abschminken und ein Durchbruch auf dem Feld d4 wird nur mühsam zu bewerkstelligen sein. Nach den weiteren Zügen 6. 0-0 Le7 7. c3 0-0 versuchte Ponomarjow im Vorjahr gegen Caruana 8. d4 cxd4 9. cxd4 (wohl mit der Idee 9. …exd4 10. e5), wurde jedoch von 9. …d5! überrascht. Es folgte 10. exd5 (10. dxe5 dxe4! 11. exf6 exf3 12. Dxf3 Lxf6 sichert Schwarz ebenfalls ein bequemes Spiel, der Zug …Sd4 hängt in der Luft.) 10. …Sxd4 11. Sxd4 (11. Dxe5?? Sc2) 11. …exd4 12. De5 d3 13. Sc3 Te8 14. Lf4 La3. Schwarz übernahm die Initiative und gewann später.



In der vorliegenden Partie geschah 8. Td1 mit der Idee, den Vorstoß d2-d4 besser vorzubereiten, doch auch hier kam Schwarz mit der Methode von Caruana 8. …d5! zu vollwertigem Spiel:

Weiter geht es im September-Heft.

 
 
Auszug aus
"Denksportler, wohin das Auge reicht | Das weltweit größte Schachfestival feiert seine Jubiläumsauflage | Liviu Dieter Nisipeanu gewinnt das stärkste Open"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, September 2014

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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