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Ausgabe 8 mit diesen zentralen Themen ::

Drei WM-Titel in einer Hand






Zwei Medaillen für Carlsen, je eine für Nakamura und Nepomniachtchi (im Blitz) und für Caruana und Anand (Schnellschach).

Foto: Cathy Rogers



Im Schach werden keine olympischen Einzelwettbewerbe ausgetragen, absolute Gradmesser für Individualleistungen sind die Weltmeisterschaften. Der Weltmeistertitel im Turnierschach wird seit Ende des vorletzten Jahrhunderts vergeben, seit dem WM-Match Lasker gegen Steinitz 1894. Die erste WM im Blitzschach wurde 1988 im kanadischen Saint John ausgetragen, und zwar als ein privat ausgerichtetes Turnier. Wegen der prominenten Besetzung (u. a. mit Karpow, Kasparow und Tal) wird es dennoch als die erste Blitz-WM angesehen. Ab 2006 richtet der Weltschachbund FIDE regelmäßig Blitzweltmeisterschaften aus.

[…]

Ab dem 19. Juni 2014 gibt es zum ersten Mal einen Dreifachweltmeister. Nach dem Gewinn der Schnellschachweltmeisterschaft (vgl. Bericht in der letzten Ausgabe auf Seite 12) ging ebenfalls in Dubai die Blitzweltmeisterschaft über die Bühne. Gespielt wurden 21 Runden an zwei Tagen.

Carlsen ging früh in Führung, verlor jedoch in der achten Runde gegen den Chinesen Lu Shanglei, der sich danach - allerdings nur für zwei Runden - an die Spitze der Tabelle setzte. Ab der 11. Runde übernahm Carlsen die Tabellenführung, musste sie aber nach einigen Remisen an den stark aufspielenden Russen Jan Nepomniachtchi kurzfristig abgeben. Mit drei Siegen in den drei letzten Runden konnte sich der Norweger schließlich den dritten WM-Titel sichern.

[…]

Auf eher klassische Weise besiegte Carlsen die einzige teilnehmende Frau, Judit Polgar.

Königsindisch E 81
M. Carlsen - J. Polgar
Blitz-WM, 14. Runde


1. d4 Sf6 2. c4 g6 3. Sc3 Lg7 4. e4 d6 5. f3 0-0 6. Le3 a6 7. Sge2 c6 8. a4 a5 Dies ist eine bekannte Reaktion, Schwarz gibt ein Tempo, um den Damenspringer via a6 nach b4 zu führen. In der Partie kam es nicht dazu: 9. Sg3 Sa6 10. Le2 Dc7 11. 0-0 e5 12. d5 h5 13. Dd2 h4 14. Sh1 Sh5 15. Sf2 f5 16. Sd3 f4 17. Lf2 Sg3 Über so ein Opfer muss man nicht lange nachdenken, auf 18. hxg3 käme 18. …hxg3, drohend …De7-h4. Wichtig ist, dass hier 19. Lxg3 fxg3 20. Dg5 nicht funktioniert wegen 20. …Db6+ 21. Kh1 Kf7 und …Th8. 18. Tfd1



Achtung, zuvor war der Springer g3 tabu, aber diese Lebensversicherung kann schnell verfallen. Deshalb war hier …Sxe2+ angebracht. 18. …c5? 19. hxg3 hxg3 20. Lxg3! fxg3 21. Dg5! Mit dem unglücklichen Zug 18. …c5 hat sich Polgar um die Möglichkeit …Db6+ gebracht, so dass Weiß auf g3 schlagen konnte und nun mit einem gesunden Mehrbauern ausgestattet ein gewonnenes Endspiel ansteuert. 21. …Df7 22. Sb5 Df6 23. Dxg3 Lh6 24. Kf2! Sb4 25. Th1 Kg7 26. Dh4 Möglich war auch ein Turmopfer auf h6. 26. …Dxh4+?! Das kleinere Übel ist 26. …g5. 27. Txh4 Lg5 28. Th2 Wenn Weiß noch zu Tah1 nebst Th7+ kommt, ist es vorbei. Polgar versuchte noch 28. …Le3+ 29. Kxe3 Sc2+ 30. Kd2 Sxa1 und Carlsen fing ihren Springer mit 31. Kc3! Ta6 32. Th1 Ld7 33. Txa1 Der Rest war einfach: 33. …Lxb5 34. cxb5 Taa8 35. b3 Th8 36. b6 Th2 37. Tg1 Ta6 38. Sb2 Txb6 39. Lb5! und jetzt wird mit Sc4 auch noch ein schwarzer Turm gefangen 1:0

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Auszug aus
"Drei WM-Titel in einer Hand | Magnus Carlsen gewinnt auch die Blitzweltmeisterschaft"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, August 2014

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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