<00i> Schach-Magazin
Schach Magazin
Ausgabe 11 mit diesen zentralen Themen ::

Schachspieler, wohin das Auge blickt




Die Mülheimer um den „Vereinsmotor“ Heinz Schmitz wurden für die gute Ausrichtung einhellig gelobt, die Meinungen, ob dieses Experiment, alle 16 Bundesligateams an einem Spielort zusammenkommen zu lassen, Nachahmer finden wird, gingen jedoch auseinander.
Foto: Otto Borik


Erstmalig seit dem Bestehen der Bundesliga wurde eine zentrale Runde ausgetragen. Vom 14. bis 16. Oktober versammelten sich in der Mülheimer RWE-Sporthalle alle 16 Mannschaften und trugen die Spiele der ersten, der zweiten und der vorgezogenen Einzelrunde aus. Über einhundert Großmeister aus zwei Dutzend Nationen waren angetreten; solch einen Massenbetrieb mit Beteiligung von teils weltbekannten Spielern bekommt man selten zu sehen.

Die Zuschauer kamen in Scharen, wie viele es genau waren, ist nicht gesichert, da der Veranstalter auf den Verkauf von Eintrittskarten verzichtete. Gezählt wurde nur am ersten Tag (etwas über 400), an den beiden Wochenendtagen waren die Turnierhelfer überfordert und begnügten sich mit Schätzungen; viel mehr als am Freitag waren es mit Sicherheit, die Gesamtanzahl von Besuchern wird mit 2 000 angenommen.







Heinz Schmitz (l.), Vorsitzender des SV Mülheim Nord, im Gespräch mit Reinhard Ahrens, Mannschaftsführer des Hamburger Schachklubs.
Foto: Otto Borik


Die ausrichtenden Mülheimer um den "Vereinsmotor" Heinz Schmitz wurden für die gute Ausrichtung einhellig gelobt, die Meinungen, ob dieses Experiment Nachahmer findet, gingen jedoch auseinander. So manch befragter Vereinsvorstand war sich nicht sicher, ob er bzw. seine Vereinskameraden irgendwann einmal in absehbarer Zukunft solch einen Aufwand treiben und bei sich eine solche zentrale Runde ausrichten wollen würden. Es ist nicht damit getan, eine Halle zu mieten und die Bretter aufzustellen. Manchmal ist damit eine richtige Knochenarbeit verbunden. So wurde in Mülheim in einer Sporthalle gespielt, wo in der Mitte einfach eine freie Fläche ist. Die Ausrichter musste das komplette Mobiliar (64 Tische und 128 Stühle) aus einem anderen Gebäude heranschaffen, hineinschleppen und dann nach der Veranstaltung wieder abräumen und wegbringen. Und das ist nur einer der ungefähr zehn Punkte der Aufgabenliste …

[…]

Unregelmäßig A 00
D. Hausrath (Mülheim, 2507)
J. Gustafsson (OSG, 2631)
1. g3 e5 2. Lg2 d5 3. d3 Sf6 4. a3 c6 5. Sf3 Ld6 6. 0-0 0-0 7. c4 h6 8. Sc3 dxc4 9. dxc4 Le6 10. b3 Dc7 11. Lb2 Sbd7 12. Dc2 Tfe8 13. Tad1 Lf8 14. Td2 Tad8 15. Tfd1 a6 16. Sh4 b5 17. Se4 Eine mutige Entscheidung. Manch anderer Spieler hätte Angst vor dem isolierten Bauern auf c4 gehabt. 17. …bxc4 18. bxc4 Sxe4 19. Dxe4 Tc8 Vorzuziehen war wohl 19. …Sc5 20. Dxe5 Dxe5 21. Lxe5 Txd2 22. Txd2 Lxc4. 20. Sf5 Db6 21. La1 Da5 Falls 21. …Lxa3?, so 22. Txd7. 22. Sd6! Lxd6 23. Txd6 Dxa3 24. Dc2 Weiß hat genug Kompensation für den Bauern. 24. …Sb6 25. c5 Auf 25. …Sd5 setzt Weiß mit 26. Lb2 fort (Aber nicht 26. Lxe5?! Se3! 27. fxe3 Dxe3+ 28. Kh1 Dxe5.) und weiter folgt 26. …Db4 27. Lxe5 Lg4 28. Tb1 Da5 29. De4. 25. …Lb3 26. Dc1 Dxc1 27. Txc1



27. …Sd5? "Er hat wohl Lh3 übersehen", berichtete Daniel Hausrath nach der Partie. Vielleicht hat er nicht und wollte nur das denkbare Remis nach 27. …Sc4 28. Txc6 Txc6 29. Lxc6 Tc8 30. Lb7 Txc5 31. Lxa6 Ta5 vermeiden. Wer weiß. Auf jeden Fall war der Springerzug nach d5 nicht gut. 28. Lh3 Tcd8 29. Ld7 Txd7 Die Stellung nach 29. …Te7? 30. Lxc6, aber auch nach 29. …Tf8 30. Lxe5 kann den Schwarzen nicht erfreuen. 30. Txd7 La4 31. e4 Sf6 32. Tb7 Lb5 32. …Sxe4?? 33. Tb4 33. f3 Sh7 34. Td1 Sg5 35. Kf2 f6 36. Tdd7 Se6 37. f4! Die Festung wird geknackt. Nach 37. …exf4 38. gxf4 kann Schwarz wegen Txg7+ nicht auf f4 schlagen. 37. …Kh8 Entzieht sich dem möglichen Schach auf g7 und droht mit der Gabel …Sxc5. 38. Ta7 Tg8 39. fxe5 Sxc5






Wie Daniel Hausrath (Foto) nach der Partie berichtete, übersah er den schnelleren und schöneren Gewinn 40. Txg7!! Txg7 41. exf6 (mit der Pointe …Txa7 42. f7+ Kh7 43. f8D) 41. …Sxe4+ 42. Ke3, und Schwarz kann aufgeben.

Allerdings bewahrte auch der Partiezug 40. exf6 einen großen Vorteil. Es geschah 40. …Sxd7 41. Txd7 Kh7 42. fxg7 a5 43. Ke3 a4 44. g4 Lc4 45. Td6 Te8 46. Kf4 c5 47. g5 hxg5+ 48. Kxg5 Le6 Das verliert schnell. Länger gedauert hätte, aber für Weiß sehr leicht zu spielen gewesen wäre das Endspiel nach 48. …Te6 49. Txe6 Lxe6 50. Kf6 Lc4 51. e5 Kg8 52.e6 a3 53. h4 Le2 (Oder 53. …a2 54. h5 Ld5 55. h6 Lc4 56. e7 Lf7 57. h7+ mit Gewinn.) 54. Ke7 Lg4 55. h5 Lxh5 56. Kd8 und e7. 49. Ta6 Lb3 50. Th6+ Kg8 51. Th8+ Kf7 52. Txe8 Kxe8 53. Kg6 und der h-Bauer läuft bis nach h7. Falls …Lf7+, so 54. Kh7. – 1:0

"Tage wie dieser wird es immer wieder geben, aber es müssen einzelne Tage bleiben", zog Sven Noppes die Bilanz dieses vielbeachteten Matches, und forderte von seinem Team eine Besserung gleich am nächsten Tag. Mit dem 6,5:1,5-Ergebnis war er dann sicherlich zufrieden.

 
 
Auszug aus
"Schachspieler, wohin das Auge blickt | Zentrale Bundesligarunde mit 192 Akteuren vor großem Publikum | Überraschende Niederlagen für beide Titelaspiranten"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, November 2011

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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