Schach-Magazin
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Ausgabe 10 mit diesen zentralen Themen ::

Stets etwas anders


Bent Larsen
Foto: Annette Borik

Vor dreißig Jahren: Bei den Ende der siebziger bis Mitte der neunziger Jahre im holländischen Tilburg ausgetragenen Interpolis Turnieren war Bent Larsen von 1978 bis 1982 dabei.


Einen Tag vor dem publicityträchtigen Match von Carlsen gegen die Welt beklagt die Schachwelt das Ableben einer Schachgröße, die sechs Jahrzehnte dem königlichen Spiel gewidmet hat. Auch wenn es im neuen Jahrhundert am Brett ruhig um Bent Larsen ruhig geworden war, so meldete sich der Däne regelmäßig publizistisch zu Wort. Er widmete Schach sein Leben als Spieler, Sekundant, Schachschreiber u. v. m. Alles immer unkonventionell, unabhängig und ungeheuer ergiebig. Hier sollen in Erinnerung einige Facetten seines Lebens aufgeführt werden.

Argentinien: Das Land des Tangos wird Anfang der 70er Jahre die Heimat von Larsen, wo er 1980 seine Frau Laura, eine Rechtsanwältin, heiratet. In den letzten Jahren zog es das Paar allerdings nach Mallorca zurück, wo Larsen bereits in den 70er Jahren ansässig war und zwischen Palma und Buenos Aires pendelte.

Bauern: Der Zug 1. f4 galt als eine Domäne von Larsen. 1997 erschien auf Dänisch sogar ein Buch von Niels Jørgen Jensen „Larsen spiller Bird“. Auch andere Bauern abseits vom Zentrum hatten es ihm angetan. Bei einem seiner letzten Turniere in Buenos Aires 2008 eröffnete er in seinen fünf Weißpartien dreimal mit 1. b4 und zweimal mit 1. g4. Der „kleine“ Bauernzug 1. b3 wurde jedoch sein Markenzeichen und trägt heute seinen Namen.

[…]

Bent Larsen
Foto: Archiv Rosenlund

Bent Larsen kommentiert am Demobrett seine Partie gegen Miguel Quinteros beim Clarin-Turnier in Buenos Aires 1979.

Krawatte: Seit 1997 schrieb Larsen eine regelmäßig Kolumne im „Kaissiber“, und dort diskutierte er Leserfragen selbst zu den abseitigsten Themen und Eröffnungen. „Ohne Krawatte“ hieß die Rubrik, die Scharfsinn und Witz locker vereinte.

Läufer: Larsens Beziehung zur Figur auf den Diagonalen war spezieller Natur, wie er in der Buchneuausgabe seiner Partien schreibt: „Man sagt, ich gebe nicht viel auf das Läuferpaar, aber dem möchte ich widersprechen. Gewiss gehört die Nimzowitschindische Verteidigung seit jeher zu meinen Lieblingseröffnungen, und es liegt auf der Hand, dass hier der Schwarze oft den Läufer für den Springer hergibt. Aber ich würde diesen Abtausch doch nie ohne irgendeine Kompensation herbeiführen!“ („Alle Figuren greifen an“ S. 181.)

Moskau: Im Zentrum der Schachgroßmacht katapultierte sich Larsen bei der Schacholympiade 1956 in die Weltspitze und bekam den Großmeistertitel. 14 Punkte aus 18 Partien waren das beste Resultat am ersten Brett und halfen Dänemark ins A-Finale.

 
Auszug aus
"Stets etwas anders | Im Alter von 75 Jahren verstarb Schachlegende Bent Larsen"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Oktober 2010

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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