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Ausgabe 5 mit diesen zentralen Themen ::

Jenbach ist österreichischer Mannschaftsmeister


Meisterteam aus Jenbach
Foto: Archiv Stangl

Die Jenbacher (vorne v. r.) GM Peter Acs, GM Philipp Schlosser, IM Thomas Reich, GM Andrej Volokitin, GM Uwe Bönsch, IM Oliver Lehner, dahinter v. r. GM Zoltan Gyimesi, Hans Duftner (verdeckt), GM Markus Stangl und Dr. Anita Stangl.


Sparkasse Jenbach ist als erster Tiroler Verein österreichischer Mannschaftsmeister geworden. Dabei gewann Jenbach jedes einzelne Match und stellte mit diesem Durchmarsch einen Rekord wohl für die Ewigkeit auf. Der Vorsprung auf den nominell deutlich stärkeren Zweitplatzierten aus Holz Dohr betrug fünf Mannschaftspunkte. Der Stellenwert der Bundesliga ist im österreichischen Schach noch ein ganz anderer als hierzulande, was man schon daran sehen kann, dass der österreichische Präsident (Kurt Jungwirth) dem Mannschaftsführer von Jenbach, Hans Duftner, in einem persönlichen Telefonat noch am Frühstückstisch vor der letzten Runde ausführlich und herzlich gratulierte (Jenbach stand schon vor der letzten Runde als Sieger fest). Eine genauso große Aufmerksamkeit würde auch der Deutschen Bundesliga seitens des Deutschen Schachbundes durchaus gut zu Gesicht stehen.
Was macht Jenbach aus? Sparkasse Jenbach ist ein über Jahre gewachsenes Team, in dem jeder einzelne eine sehr hohe Identifikation mit dem Verein hat. Übrigens ist die Teamsprache Deutsch - wohl der einzige deutschsprachige Topverein, bei dem dies so ist. Die ausländischen Spieler sprechen allesamt fließend Deutsch! Ein nicht zu unterschätzender Faktor, um sich untereinander im Team - aber insbesondere mit den eigenen Fans (dazu unten mehr) schlicht zu verständigen und Spaß sowie Erfolg zu haben. Die einzelnen Spieler sind sicherlich sehr gut, aber im Vergleich zu den anderen österreichischen Spitzenklubs individuell nicht stärker. Die Verpflichtung von Volokitin und Acs haben dabei dem Jenbacher Ensemble den richtigen "Drive" von einer abstiegsbedrohten Mannschaft zu einem Meisterschaftsaspiranten gegeben. Sehr beeindruckend die Punkteausbeute und Eloperformance der ersten vier Bretter:

Name Elo Punkte Partien TPR
Andrej Volokitin 2687 3 4 2794
Zoltan Gyimesi 2586 7 11 2641
Philipp Schlosser 2557 9 11 2736
Peter Acs 2538 9 10 2825


Über Jahre hinweg wurde die Mannschaft behutsam aufgebaut und immer wieder mit zur Mannschaft menschlich passenden Spielern ergänzt. Einmal Jenbacher, immer Jenbacher ist ein vom Mannschaftsführer, Hans Duftner, sehr ernstgenommenes und vor allem umgesetztes Motto. Die zweite Mannschaft spielt in der zweiten Bundesliga und gibt vielen Spielern, denen Jenbach den Aufstieg in die erste Bundesliga zu verdanken hat, weiterhin eine attraktive Plattform.
Das Herzstück der ersten Mannschaft der Sparkasse Jenbach sind aber nicht nur die Spieler, sondern insbesondere die Fans (die übrigens zumeist altgediente Funktionäre sind, was wahrlich keine Selbstverständlichkeit ist)! Bereits seit den Jahren in der zweiten Liga hat sich eine Jenbacher Fangruppe gebildet, die bei jedem (!) Auswärtskampf ihrer Mannschaft und seien es etliche Hunderte Kilometer entfernt über mehrere Tage mit großer Begeisterung ihre Mannschaft anfeuert. Allein bei dem von Jenbach knapp 500 Kilometern entfernten Saisonfinale in Baden bei Wien bestand die Jenbacher Delegation aus sage und schreibe 19 Mitgliedern bei einer sechsköpfigen Mannschaft! Genauso legendär wie lang sind die gemeinsamen Abende mit Spielern und Fans.
Höchstprofessionell sind in der österreichischen Liga die Liveübertragung, Sponsorenpräsentation und Spielbedingungen. Der Betreiber von www.chess-results.com stellt in einzigartiger Perfektion die Ergebnisse und Statistiken der österreichischen Liga ins Netz. Die neuen Regeln zur Pünktlichkeit und dem Remisverbot vor dem 30. Zug zeigen sehr gute Wirkung und steigern deutlich die Attraktivität der Veranstaltung für Zuschauer und Sponsoren, wo oftmals in der Vergangenheit nach wenigen Minuten aufgrund schneller Remisen ein ganzer Saal halb verödet war, wird nun selbst in der letzten Runde gekämpft und attraktives Schach geboten.
Die erste Mannschaft wird übrigens seit zwei Jahren von der Firma MedienLB (stellt Unterrichtsfilme für die Schule her, www.medienlb.de) als Sponsor tatkräftig unterstützt.

 
Auszug aus
"Jenbach – ein Team wird Meister"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Mai 2010

Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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