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Ausgabe 2 mit diesen zentralen Themen ::

Moskau: Überzeugende Sieger bei den russischen Superfinalkämpfen


Zhukova_Grischuk_SuperFinals2009_Moscow
Foto: Anna Burtasova

Natalia Zhukowa und Alexander Grischuk, Eltern einer zweijährigen Tochter, gelten weltweit als das stärkste Schachehepaar.


Turniere, bei denen sich schließlich ein Spieler allein durchsetzt, sind rar geworden. Meist läuft eine Meute in etwa gleichstarker Teilnehmer mit der gleichen Punktzahl ein. Umso erstaunlicher, dass sich die Sieger bei den russischen Superfinalkämpfen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen jeweils einen halben Punkt von den Verfolgern absetzen konnten. Alexander Grischuk und Alisa Galjamowa dominierten und kontrollieren ihre Felder und konnten in der Schlussrunde mit Remis die Goldmedaillen abholen. Seit 2004 wird die Landesmeisterschaft der Herren als geschlossenes Turnier, dem Superfinale, am Jahresende in Moskau ausgetragen, und bei den Herren gab es nach Garry Kasparow, Sergej Rublewski, Jewgeni Alexejew, Alexander Morosewitsch und Peter Swidler erneut einen Wechsel beim Champion. Man setzt also auf Kontinuität mit Modus, Ort, Zeitpunkt und hohen Preisgeldern.
[…]
Derweil hievte sich Grischuk auf einen Score von plus 2. Eine kleine Vorrede zur Eröffnung scheint uns angebracht: Von Zeit zu Zeit meldet sich ein Leser und fragt, ob wir nicht einmal eine schöne Partie mit der Aljechin-Verteidigung bringen können? Würden wir gerne, aber woher nehmen? Bei den internationalen Turnieren der Jahre 2008 und 2009 wurde diese Eröffnung in einer von rund 200 Partien gespielt. Nach 1. e4 ist halt Sizilianisch der Brüller, auch 1. …e5 wird viel gespielt, gefolgt von Französisch, Caro-Kann, Pirc und Skandinavisch; die Aljechin-Verteidigung ist das Schlusslicht.
Dabei sind die Ergebnisse aus der Sicht von Schwarz nicht so schlecht, die Gesamtstatistik zeigt eine Quote von 55: 45 zugunsten von Weiß; dies ist so ziemlich in jeder Eröffnung der Fall. Eine Überraschung erleben wir jedoch bei der Auswertung der Ergebnisse von Partien, an denen ausschließlich sehr starke Spieler beteiligt waren. In den Jahren 2000 bis 2009 wurden bei einem Eloschnitt von 2600 Punkten 81 Partien mit "Aljechin" gespielt, da lag die Erfolgsquote schon bei 59:41. Und je höher wir gingen, umso mehr verschlechterte sich aus schwarzer Sicht die Bilanz. Offenbar ist diese Verteidigung in Duellen von Spitzenprofis anfälliger als andere Eröffnungen. Betracht man es von einer anderen Seite, brauchen unter den Amateuren die Anhänger der Aljechin-Verteidigung ihre Lieblingseröffnung keineswegs einzumotten.

Aljechin-Verteidigung B 04
A. Grischuk - A. Rjasantsew
Moskau 2009
1. e4 Sf6 2. e5 Sd5 3. d4 d6 4. Sf3 dxe5 5. Sxe5 g6
Bei der Blitzweltmeisterschaft in Moskau vor wenigen Wochen spielte Carlsen gegen Grischuk 5. …c6. 6. Lc4 Le6 7. 0-0 Lg7 8. Te1 0-0 9. Sd2 Sd7 10. Sef3 S7f6 Schwarz hätte das folgende Opfer mit 10. …Sf4 verhindern können, sah aber dafür offenbar keinen Anlass. 11. Txe6 fxe6 12. Sg5 Dd6 13. De1

Stellung nach 13.De1

13…b5? Grischuk besprach kurz diese Partie zwischen Tür und Angel im Pressezentrum. Zu dem letzten Zug von Schwarz äußerte er sich kritisch und plädierte für …Sf4, mit den Idee 14. g3 h6 und 14. Sdf3 S6d5. 14. Lb3 Warum er nicht 14. Lxb5 spielte, verriet Grischuk nicht. Möglicherweise passte ihm 14. …Sb4 nicht, aber dann wäre 15. La4 gut für ihn gewesen. Die Stellung in der Partie allerdings auch, und so kann man die Wahl zwischen 14. Lxb5 und 14. Lb3 in die Schublade "Geschmackssache" ablegen. 14. …a5 15. a4 bxa4 16. Sc4 Dc6 17. Txa4 Ta6 18. Txa5 Tfa8 19. Ld2 Lh6 20. h4 Lxg5 21. hxg5 Sd7 22. Txa6 Dxa6 23. Sa5 c5 24. La4 Ta7 Auf das verlockende 25. Sc6, drohend Dxe6+, ist …Sf8 noch recht gut spielbar. Der Partiezug 25. Lxd7! bringt den Weißen definitiv auf die Siegerstraße. 25. …Txd7 26. dxc5 Sc7 27. c4 Gegen das Aufrollen b4-b5 usw. ist kein Kraut gewachsen. Es geschah noch 27. …Da8 28. c6 Td3 29. Lc3 Df8 30. De5 Td1+ 31. Kh2 und nun war es genug – 1:0
 
Auszug aus
"Mit Selbstvertrauen zum Ziel"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Februar 2010

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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