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Berlin


Berlin
Foto: H.Fietz

Gruppenfoto ohne Österreicher: Valeri Beim war schon abgereist als der neue Deutsche Blitzmannschaftsmeister auf die Bühne durfte: (von links) Gerald Hertneck, Klaus Bischoff, Markus Stangl, Team-Kapitän Horst Leckner und Bundessportdirektor Ralph Alt.

Gruppenfoto ohne Österreicher: Valeri Beim war schon abgereist als der neue Deutsche Blitzmannschaftsmeister auf die Bühne durfte: (von links) Gerald Hertneck, Klaus Bischoff, Markus Stangl, Team-Kapitän Horst Leckner und Bundessportdirektor Ralph Alt.

… vom Sieger der Verbandsliga Mittelrhein, der DJK Aachen, Konkurrenz bekamen. Dort setzte man vor allem auf die bulgarische Karte und schickte neben den Großmeistern Kiril Georgiev und Vasil Spasov auch deren Landsmann IM Petar Drenchev, was komplettiert mit dem kroatischen GM Mladen Palac und dem deutschen IM Matthias Röder einen Wertungsdurchschnitt von Elo 2536 ergab. Doch das Porzer GM-Quartett mit Loek van Wely, Valdimir Baklan, Rafael Waganjan und Erik van den Doel übertraf dies locker: Elo-Schnitt 2604. Der geschäftlich in Berlin weilende Sponsor Wilfried Hilgert äußerte sich vorab vorsichtig: „In NRW haben wir es schwer gehabt und mussten uns als Zweiter hinter Aachen qualifizieren. Ich bedauere, dass wir keinen Freiplatz bekamen.“ Die Kluft zum DSB und zum Schachbundesliga e.V. ist groß, und auch Tegernsee will sich künftig vor allem regional aufstellen, schickte aber ebenfalls einen „Olympiade-tauglichen“ GM-Vierer mit Klaus Bischoff, Valeri Beim, Gerald Hertneck und Markus Stangl (Schnitt hier 2509). Zu beachten waren daneben einige Mannschaften mit viel Blitzroutine, nämlich die Gastgeber Schachfreunde Berlin (2495), SG Aljechin Solingen (2478), SC Remagen (2465) und König Tegel (2436). Beim Tegeler Bundesliga-Aufsteiger sitzt Robert Rabiega als Antreiber vorne: „Ein Platz unterhalb der ersten 10 wäre eine Katastrophe. Eine Top-Ten-Platzierung muss es sein“, tönte der mehrfache Deutsche Blitzmeister zu Beginn. Er sollte Recht behalten … es wurde Platz vier, einen Platz besser als anno 2008, aber mit deutlichem Abstand zu den Medaillenplätzen. Auch Vorjahressieger Aktionär Bindlach konnte bei den aufgerüsteten Teams nicht mithalten und begnügte sich mit Rang 6. Dazwischen, auf Rang 5 fand sich letztlich Solingen, eine Blitzhochburg.

[…]

Einen Leckerbissen erwarteten die Fans von der „Schlacht“ zwischen Rabiega und van Wely, die beide Jahrgang 1971 sind, und sich schon jahrelang Blitzduelle liefern. Doch es wurde diesmal eine einseitige Angelegenheit. Die SG Porz fegte König Tegel bei ihrer Aufholjagd mit 4:0 weg, und van Wely wurde zusammen mit Klaus Bischoff bester Einzelspieler an Brett 1 (22 Punkte). In Runde 7 und 8 schwächelten die Mannen von Mannschaftsführer Georg Hinz und leisteten sich ein 2:2 gegen SC HP Böblingen und – wie auf Regionalebene – eine Niederlage gegen die Aachener (1,5:2,5) und in Runde 14 ein 1,5:2,5 gegen Tegernsee. In der zuschauerumringten Partie sah man dem Berliner förmlich an, wie „wenig flüssig“ seine Ideen kamen.

Damengambit D 30
L. van Wely (SG Porz)
R. Rabiega (SK König Tegel)
1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 Sf6 4.Sc3 Sbd7 5.cxd5 exd5 6.Lg5 c6 7.e3 Le7 8.Dc2 0–0 9.Ld3 Te8 10.h3 Sf8 11.Lf4 Le6 12.0–0 Tc8 13.a3 Kurz nachgedacht! 13.…Ld6 14.Lxd6 Dxd6 15.b4

Schach-Kombination

15.…De7 Ungewöhnlich lange „brütete“ der Berliner Schnelldenker dafür: 30 von 300 Sekunden insgesamt waren weg! Der tragisch verstorbene armenische Olympia-Sieger von 2006, Karen Asrian, bevorzugte 15.…Sg6 16.Tfc1 (16.Tab1 Ld7 17.Tfe1 Te7 18.a4 Tce8 19.b5 Se4 20.bxc6 bxc6 21.Tb7 a5 22.Teb1 f5, A.Mastrovasilis – Asrian, Antalya 2004). 16.…Ld7 17.Da4 Db8 18.Dd1 Dd6 19.Sd2 Sh4 20.Lf1 b6, Chuchelov – Asrian, Griechenland 2005. Schwarz gewann später beide Partien. 16.Tab1 g6 … und das brauchte 20 Sekunden … 17.Tfc1 Sh5 18.a4 Sg7 Ein seltsamer Plan. 19.b5 c5 20.dxc5 Txc5 21.Db2 Lf5 22.Td1

Schach-Kombination

Lange überlegt für van Welys Verhältnisse: 10 Sekunden! 22.…Td8 23.Sd4 Lxd3 24.Txd3 Sfe6 25.Tbd1 … Rabiegas Züge wirkten nicht „rund“ … 15 Sekunden für … 25.… Df6 … der Niederländer stützte sich auf, sinnierte 10 Sekunden und schob die Dame nach. 26.Db3 De5 Noch relativ am günstigsten war es, den d-Bauern mit gleichzeitiger Materialreduzierung abzugeben. 26.… De7 27.Sf3 d4 28.Sxd4 Sxd4 29.exd4 (29.Txd4 Txd4 30.Txd4 Sf5 31.Td1) 29.…Tcc8, aber Rabiega verteidigt nicht so gerne passiv. 27.Sf3 Db8 28.Sxd5 Kh8 29.Db2 Danach kam der Nachziehende ins Schwimmen, stützte die Hände auf den Oberschenkeln ab … wollte Drohungen mit 29.…h6 verteidigen, aber nach 30.Se5 lief die Uhr stetig, weitere 20 Sekunden für 30.…Sg5 31.h4 Te8 32.Sd7 Handschlag, Lächeln und in die Augen geschaut. 1:0
 
Auszug aus
"Titel zum Abschied – TV Tegernsee gewinnt in Berlin Deutsche Mannschaftsblitzmeisterschaft vor SG Porz und DJK Aachen"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, 6/2009

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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