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Stellen Sie sich vor, Sie sitzen während einer Partie neben einem Großmeister. Sie haben reichlich Zeit, sich über jeden anstehenden Zug Gedanken zu machen, bevor der Großmeister seinen ausführt. Dann können Sie Ihren Ideen und Gedankengänge mit seinen vergleichen. Zum Schluß können Sie in der Tabelle nachsehen, wie Sie abgeschnitten haben. Dieser Selbsttest wird Ihnen helfen, Ihre Spielstärke erheblich zu steigern. Oder Sie können auch einfach eine interessante - von einem bekannten Großmeister kommentierte – Partie genießen.



Die US-Meisterschaften 2020 fanden online statt und verwandelten sich in ein Schnellschachturnier: 25 Minuten für die ganze Partie plus 5 Sekunden Inkrement pro Zug. Die Hoffnung bleibt, dass man zum Spiel am Brett und klassischer Bedenkzeit zurückkehrt (bald, irgendwann, nächstes Jahr …?), aber trotzdem war die Meisterschaft ein unterhaltsames Spektakel.

Fabiano Caruana hat nicht gespielt (ich vermute, dass er sich nach dem Norway Chess Turnier im Oktober wieder auf das Kandidatenturnier vorbereiten wollte), aber abgesehen davon war im Feld fast alles vertreten, was im US-Schach Rang und Namen hat. Wesley Sos Ergebnis war beeindruckend und nach dem enttäuschenden Kandidatenturnier in Berlin 2018 setzt er sein Comeback weiter fort. Bemerkenswert ist auch der zweite Platz von Jeffery Xiong, dessen Ergebnis ihm in anderen Jahren zum ersten Platz verholfen hätte.

In den letzten Jahren habe ich Xiong in einer Reihe von Turnieren beim Spielen zuschauen können und mir gefällt seine Einstellung: ernsthaft und lernbegierig und ohne jede Spur von allzu großem Respekt vor stärkeren Gegnern. Hikaru Nakamura war in diesem Turnier nicht in Bestform (zu viel Streaming, zu wenig Arbeit am Schach?), aber wir wissen, wie gefährlich er in jedem Format sein kann, vor allem bei verkürzter Bedenkzeit, und so ist der folgende Sieg ein wertvoller Skalp für Xiong. Man könnte dies als Revanche für die berüchtigte Bong-Cloud-Partie (1. e4 e5 2. Ke2, Nakamura-Xiong, 1:0) sehen, die einen Monat zuvor beim Blitzturnier in St. Louis gespielt wurde. Xiongs Sieg gegen Nakamura war eine sehr souverän gespielte Partie.

Pirc-Verteidigung B 08
Jeffery Xiong (2709)
Hikaru Nakamura (2736)
USA Championship 2020


1. e4 g6 2. d4 d6 3. Sf3 Sf6 4. Sc3 Lg7 5. Le3 c6 6. Dd2 b5 7. Ld3 Sbd7 8. h3 e5

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9. dxe5 Vier Punkte. Mit diesem Abtausch stabilisiert Weiß das Zentrum. Wenn man bedenkt, welche Strategie Xiong in den nächsten Zügen verfolgt, ist dieser Abtausch absolut notwendig. Außerdem ist der Abtausch in Anbetracht des Potenzials der lauernden schwarzen Armee einfach ein vorsichtiger Zug.

Hier 9. 0-0 (keine Punkte) zu spielen, würde mir nicht gefallen. Schwarz würde die Gelegenheit nutzen, das Zentrum zu öffnen: 9. …exd4 10. Sxd4 Lb7, was ihm sehr gute Möglichkeiten für einen Gegenangriff am Flügel gibt (natürlich erst nach der Rochade). Mit Weiß würde mir diese Art von Stellung große Sorgen bereiten. Wie bekommt man all die Bauerndurchbrüche …b4, …c5, …d5 unter Kontrolle? Was tut man, wenn der Springer nach e5 oder c5 hüpft, um Schrecken zu verbreiten und einen der Läufer zu schlagen? Wie bekommt man die gierigen Fianchettoläufer unter Kontrolle? Das weiße Zentrum wirkt wie ein unbewegliches Ziel. Das Gleiche gilt für 9. 0-0-0: tatsächlich könnte die lange Rochade sogar noch gefährlicher sein.

9. …dxe5

Weiter geht's in der Ausgabe Januar 2021.

Fragen und Anregungen richten Sie bitte direkt an den Autor: www.danielking.biz

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Großmeister Daniel King schreibt in jeder Ausgabe der monatlich erscheinenden Zeitschrift Schach-Magazin 64 eine neue Folge! Eine Leseprobe als PDF-Datei können Sie hier herunterladen: Katalanisch E 06, K. Sauravh (2324) – J. Gustafsson (2647),Pattaya 2011

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Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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