Schach Magazin
Test und Training ::

Verbessern Sie Ihre Spielstärke!


Stellen Sie sich vor, Sie sitzen während einer Partie neben einem Großmeister. Sie haben reichlich Zeit, sich über jeden anstehenden Zug Gedanken zu machen, bevor der Großmeister seinen ausführt. Dann können Sie Ihren Ideen und Gedankengänge mit seinen vergleichen. Zum Schluß können Sie in der Tabelle nachsehen, wie Sie abgeschnitten haben. Dieser Selbsttest wird Ihnen helfen, Ihre Spielstärke erheblich zu steigern. Oder Sie können auch einfach eine interessante - von einem bekannten Großmeister kommentierte – Partie genießen.

Kein anderer Spieler konnte so viele Schachweltmeisterschaften gewinnen wie Viswanathan Anand: 2001 die WM nach K.-o.-Modus, 2007 in einem geschlossenen Rundenturnier, in Zweikämpfen 2008 gegen Kramnik, 2010 gegen Topalov und 2012 gegen Gelfand. Trotz dieser fünf wertvollen Titel im Turnierschachmodus verbindet man seinen Namen noch öfter mit dem Schnellschach, in dem er Titel reihenweise sammelte.

Das Rapid, wie das Schnellschach international genannt wird, wurde in den 80er Jahren eingeführt. Da es damals keine geeigneten Schachuhren gab, spielte man zumeist nach dem Modus von 25 Minuten pro Spieler und Partie. Mit einer zehnminütigen Pause zwischen den Runden ergab sich (maximal) eine Stunde pro Partie, was Spieler und Medien die Zeitplanung erleichterte. Rapid-Turniere für Spitzenprofis etablierten sich 1994 und 1995 mit der (inzwischen nicht mehr existenten) Serie der PCA/Intel Grand Prix. Anand machte mit seinem Finalsieg gegen Kasparow sofort klar, mit wem in der Rapid-Schachwelt zu rechnen war und wer sie bald dominieren würde.

[…]

Er macht immer noch seinem Spitznamen Speed King alle Ehre und verbraucht in der Regel weniger Zeit als seine Gegner. Und wenn er aus der Eröffnung nichts herausgeholt hat, dies war in sechs seiner 15 Partien der Fall, so begnügte er sich mit einem teils recht frühen Remis und konservierte Energie für große Duelle. Aus der eingesparten Bedenkzeit holte er meist das Beste heraus. Ein - fast schon krasses - Beispiel:

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L. McShane - V. Anand
World Rapid, Riad 2017
Schwarz am Zug


Gut möglich war 50. …Dxf4 51. gxf4 (Aber nicht 51. Sxf4? Txb4 52. axb4 a3 -+) 51. …Tb3 52. f5 Tf3 53. Se1 Txf5 54. Sd3 nebst Sc5xa4 mit einem für Schnellschach (zu) komplizierten Endspiel. Anand ersparte sich die Berechnung und zog schnell 50. …De6 McShane hatte sich möglicherweise bei der Berechnung etwas verausgabt und viel Zeit verloren, auf jeden Fall zog er (statt 51. Se3!) (zu) schnell 51. Df3? und übersah dabei 51. …Dh3+ 52. Kxh3 Th1 matt – 0:1

Anand zog aus seinen nicht ganz so erfolgreich verlaufenden Schnellschachturnieren der jüngeren Zeit die Lehre, sich in der Zeit zwischen den Runden aufs Schach zu konzentrieren. Früher lief er viel herum: "Ich schaue hier, schaue dort, rede mit dem oder mit dem. Diesmal versuchte ich mich am Computer vorzubereiten und mich nicht ablenken zu lassen." […] Die nachstehend aufgeführte Partie spielte Anand im April 2017 beim Chess Challenge in Zürich. Die Bedenkzeit (sog. "new classical"): 45 Minuten pro Spieler und Partie plus 30 Sekunden für jeden ausgeführten Zug. Dieses Zeitlimit kommt dem Rapid näher als einer Turnierpartie und dürfte Anand gut liegen, der seine Trümpfe ausspielte: eine sehr gute Einschätzung der Stellung und das ausgeprägte Gefühl, wann Handeln und wann Zurückhaltung geboten ist. Anands Anmerkungen sind seinen Kommentaren für ChessBase entnommen.

Sizilianisch B 80
V. Anand (2786) - P. Swidler (2747)
Zürich, 2017


1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sc6 5. Sc3 d6 6. Le3 Sf6 7. De2 "Eine Weile beschäftigte ich mich mit f4, doch dann erinnerte ich mich an das unkonventionelle 7. De2." Anand. 7. …a6 8. 0-0-0 Dc7

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9. g4

Drei Punkte. Anand hat seine Karten aufgedeckt und lang rochiert, wonach der Vorstoß am Königsflügel nur allzu logisch ist, zumal Schwarz noch nicht rochiert hat.

9. f4 (drei Punkte) ist genauso gut: Blast die Hörner und auf ins Getümmel!

Im Vergleich dazu ist 9. Sb3 einfach viel zu zahm: der Springer gehört ins Zentrum.

9. …b5

Weiter geht's in der Ausgabe Februar 2018.

Fragen und Anregungen richten Sie bitte direkt an den Autor: www.danielking.biz

Leseprobe:

Großmeister Daniel King schreibt in jeder Ausgabe der monatlich erscheinenden Zeitschrift Schach-Magazin 64 eine neue Folge! Eine Leseprobe als PDF-Datei können Sie hier herunterladen: Katalanisch E 06, K. Sauravh (2324) – J. Gustafsson (2647),Pattaya 2011

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  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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