Schach Magazin
Test und Training ::

Verbessern Sie Ihre Spielstärke!


Stellen Sie sich vor, Sie sitzen während einer Partie neben einem Großmeister. Sie haben reichlich Zeit, sich über jeden anstehenden Zug Gedanken zu machen, bevor der Großmeister seinen ausführt. Dann können Sie Ihren Ideen und Gedankengänge mit seinen vergleichen. Zum Schluß können Sie in der Tabelle nachsehen, wie Sie abgeschnitten haben. Dieser Selbsttest wird Ihnen helfen, Ihre Spielstärke erheblich zu steigern. Oder Sie können auch einfach eine interessante - von einem bekannten Großmeister kommentierte – Partie genießen.

Bei dem nicht so lange zurückliegenden Spitzen-Open in Gibraltar (Bericht in der Märzausgabe) teilte Levon Aronian den ersten Platz mit Maxime Vachier-Lagrave, den er im Stichkampf überzeugend überwand. Er spielte das ganze Turnier sozusagen locker vom Hocker und es war eine Freude ihm dabei zuzusehen.

Test & Training

Aronian-Short
Gibraltar 2018
Stellung nach 11. h4


Jedes Bild erzählt eine Geschichte. Dieses Diagramm mag eine etwas ungewöhnliche Stellung zeigen, aber der weiße Aufbau basiert sehr wohl auf klassischen strategischen Grundsätzen. Weiß hat mit den Zügen g4 und h4 das gegnerische Zentrum unterminiert, der Punkt e4 ist nicht zu halten, ebensowenig der Punkt f5, wenn Schwarz …g6 spielt, so folgt h4-h5.

Diese Stellung erinnert mich an eine andere Partie Levons, gegen Pentala Harikrishna von der Mannschaftsweltmeisterschaft 2011, wo ein frühes g4 und h4 ebenfalls vorkam. Damit sind jedoch die Gemeinsamkeiten auch schon fast vollständig aufgezählt, die strategischen Ziele sind andere. Ganz in Einklang mit der heutzutage modernen Spielweise legt Weiß zwar früh am Königsflügel los, er nutzt aber den gewonnenen Raumvorteil im Endspiel, in dem es von interessanten Ideen nur so wimmelt.

Der Partiezug 10. h4 war eine Neuerung, die seitdem mehr als 40 Mal nachgeahmt wurde und die statistische Auswertung spricht deutlich für Weiß. Gegen die supersolide Lasker-Variante, in der nach …Se4 oft viel Material getauscht wird, fand Aronian ein cleveres Gegenmittel. 10. h4 ist objektiv betrachtet nicht besser als andere Fortsetzungen, aber Schwarz landet nicht in den angestrebten, eher ruhigeren Gewässern.

Damengambit D 56
L. Aronian (2805) – P. Harikrishna (2669)
Ningbo 2011


1. d4 Sf6 2. c4 e6 3. Sf3 d5 4. Sc3 Le7 5. Lg5 h6 6. Lh4 0-0 7. e3 Se4 8. Lxe7 Dxe7 9. Tc1 c6 10. h4 Sd7 11. g4 e5 Harikrishna entscheidet sich, auf den Flügelangriff mit einem Vorstoß im Zentrum zu antworten - die klassische Reaktion. Angesichts der Gegenüberstellung von Dame und dem auf dem Ausgangsfeld befindlichen König ein unbestreitbar logisches Verhalten. Der Testteil startet hier. Seien Sie auf der Hut.

Test & Training

12. cxd5

Drei Punkte. Es gab hier so viele Schlagmöglichkeiten, dass diese erste Entscheidung auf den ersten Blick keine leichte Wahl war. Doch unsere Erfahrung hat gezeigt, dass Züge wie 12. dxe5 Sxe5 oder 12. Sxe5 Sxe5 13. dxe5 Td8! nur dabei helfen, den schlafenden Läufer c8 zu aktivieren, also verzichten wir lieber auf sie.

12. Sxe4 dxe4 würde die Initiative ebenfalls Schwarz überlassen.

12. g5 (drei Punkte) kommt der Sache schon näher, die Bauern kennen nur eine Richtung. Falls 12. …Sxc3, so 13. Txc3 e4 14. Sd2. Wir haben nun eine Art Französisch mit umgekehrten Farben vor uns. 14. …hxg5 15. Dh5! macht die Lage nur unangenehmer, aber immerhin unangenehmer für Schwarz als für Weiß.

12. …Sxc3



Weiter geht's in der Ausgabe April 2018.

Fragen und Anregungen richten Sie bitte direkt an den Autor: www.danielking.biz

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  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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