Schach Magazin
Test und Training ::

Über die Kontrahenten im kommenden WM-Match


Stellen Sie sich vor, Sie sitzen während einer Partie neben einem Großmeister. Sie haben reichlich Zeit, sich über jeden anstehenden Zug Gedanken zu machen, bevor der Großmeister seinen ausführt. Dann können Sie Ihren Ideen und Gedankengänge mit seinen vergleichen. Zum Schluß können Sie in der Tabelle nachsehen, wie Sie abgeschnitten haben. Dieser Selbsttest wird Ihnen helfen, Ihre Spielstärke erheblich zu steigern. Oder Sie können auch einfach eine interessante - von einem bekannten Großmeister kommentierte – Partie genießen.

Wenn Sie diesen Artikel lesen, dann werden die ersten Partien des Weltmeisterschaftskampfes bereits gespielt sein, und alle Vorhersagen, die ich hier treffe, könnten bereits hinfällig geworden sein. Wie ein Blick auf die Elo-Zahlen der beiden verrät, ist Magnus Carlsen in diesem Match natürlich Favorit, aber eine ganze Reihe von Faktoren machen diesen Wettkampf so unberechenbar, wie es schon lange kein anderer Wettkampf war.

Beginnen wir mit der Bilanz der vorherigen Begegnungen zwischen den beiden (Disclaimer: Diese Zahlen beruhen auf der ChessBase Online-Database, sollten sie falsch sein, machen Sie nicht mich dafür verantwortlich!).

Ein Wort noch zu den Ergebnissen im klassischen Schach: Die ersten beiden Siege von Nepomniachtchi erzielte er bei Jugendmeisterschaften, als beide Spieler noch sehr jung waren. Zu den letzten beiden Begegnungen der beiden mit klassischer Bedenkzeit kam es beim Norway Chess Turnier 2021, und beide Partien endeten nach relativ solidem Verlauf mit Remis, und das Schach, das wir in diesen Partien gesehen haben, könnte dem ähneln, das wir beim Weltmeisterschaftskampf sehen werden. Gewinnen konnte Carlsen gegen Nepo nur einmal, beim Zagreb Grand Chess Tour Turnier 2019 – und diesen Sieg schauen wir uns in der Testpartie weiter unten an. Warum sind die Ergebnisse im Blitz- und Schnellschach hier wichtig? Weil wir Partien mit diesen Bedenkzeiten sehen könnten, wenn der Wettkampf Unentschieden ausgeht. Die beiden letzten Weltmeisterschaftskämpfe 2016 und 2018 gingen beide in den Tie-Break.

[…]

Beginnen Sie nach dem ersten Diagramm. Machen Sie nach jedem Zug von Weiß eine Pause und versuchen Sie, die schwarze Antwort zu erraten. Sie steht auf der nächsten Zeile. Versuchen Sie, so viel zu rechnen, wie Sie es in einer Partie tun würden – das könnte Ihnen Bonuspunkte einbringen. Mit diesem Training können Sie Ihre Spielstärke testen oder, wenn Sie das vorziehen, einfach nur eine schöne Partie genießen.

Sizilianisch B 30
Ian Nepomniachtchi
Magnus Carlsen
GCT, Zagreb, 3. Juli 2019


1.e4 c5 2.Sf3 Sc6 3.Sc3 e5 4.Lc4 g6 Ein ungewöhnlicher Zug, der gelegentlich von den iranischen Kollegen Parham Maghsoodloo und Mohammad Amin Tabatabaei gespielt wird. 4.…Le7 ist der beliebteste Zug. Carlsen hat einige Erfahrung mit dieser Variante, zum Beispiel: 5.d3 d6 6.Sd2 Sf6 7.Sf1 Lg4 8.f3 Le6 9.Se3 0–0 10.0–0 Sd7 11.Scd5 Lg5, Nepomniachtchi-Carlsen, chess24.com 2020. 5.d3 Hier beginnt der Test.

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5.…h6

Drei Punkte. Um Sg5 zu verhindern. Fünf Züge sind gespielt und dies ist der vierte Zug mit einem Bauern. Kann Schwarz sich das erlauben? Es scheint so, aber nur, weil die Stellung relativ geschlossen ist.

Wenn Schwarz den normalen Zug 5.…Lg7 spielt, folgt 6.Sg5 Sh6, was den Springer auf ein schlechtes Feld zwingt und Weiß gestattet, mit 7.f4 die Initiative zu ergreifen.

Übrigens erlaubt das „normale“ 5.…Sf6, 6.Sg5. Nicht gut.

6.h4

Weiter geht's in der Ausgabe Dezember 2021.

Fragen und Anregungen richten Sie bitte direkt an den Autor: www.danielking.biz

Leseprobe:

Großmeister Daniel King schreibt in jeder Ausgabe der monatlich erscheinenden Zeitschrift Schach-Magazin 64 eine neue Folge! Eine Leseprobe als PDF-Datei können Sie hier herunterladen: Katalanisch E 06, K. Sauravh (2324) – J. Gustafsson (2647),Pattaya 2011

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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