Schach Magazin

Ausgabe 1 mit diesen zentralen Themen ::

Carlsen dominiert bei der WM in Dubai




Foto: fide / Eric Rosen

Schon bei der Eröffnungsveranstaltung fiel Gold vom Himmel. Immerhin gab es für den Unterlegenen noch $800000.





Magnus Carlsen verteidigte erfolgreich seinen Weltmeistertitel in Dubai und besiegte den Herausforderer Ian Nepomniachtchi mit 7,5:3,5, ein Sieg, der auf der mentalen Auflösung seines Herausforderers in der Mitte des auf 14 Partien angesetzten Matches beruht.

Carlsen ging als klarer Favorit in das Duell, insbesondere angesichts der schlechten Leistung von Nepomniachtchi bei seinem letzten Turnier, dem Norway Chess, das Carlsen gewann. Viele stellten jedoch Carlsens Entscheidung in Frage, in den Wochen vor dem Match Hunderte von Online-Blitz- und -Bullet-Partien zu spielen – eine unorthodoxe Vorbereitungsmethode, um es gelinde auszudrücken. Außerdem war der Herausforderer natürlich der einzige Spitzenspieler mit einer Pluspunktzahl gegen Carlsen. (Nicht länger!)

Die Spielbedingungen waren großartig. Der spanische Pavillon auf der Weltausstellung, der Schach zu einem großen Thema seiner Ausstellung gemacht hatte, umfasste ein eigens gebautes Theater mit der traditionellen Glasbox für die Spieler. (Das Einwegglas verhinderte, dass die Spieler das Publikum sehen oder hören konnten und wird seit 2012 in allen WM-Spielen verwendet.)

[…]

Erste Matchpartie

Spanisch C 88
I.Nepomniachtchi – M.Carlsen
Dubai (1), 26.11.2021


1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 a6 4.La4 Sf6 5.0–0 Le7 6.Te1 b5 7.Lb3 0–0 8.h3



Eine ungewöhnliche Art, den Marshall-Angriff 8.c3 d5 zu vermeiden. 8.…Sa5!? Ein totaler Schock für die Zuschauer – „jeder weiß“, dass Schwarz in der spanischen Eröffnung nicht …Sa5 spielen kann, ohne vorher den Bauern e5 mit …d6 zu verteidigen. „Ich kannte 8.…Sa5“, sagte Nepomniachtchi, „aber es reicht nicht, damit vertraut zu sein, man muss auch Probleme bereiten!“ 8.…Lb7 ist die Hauptvariante, es sei denn, Schwarz möchte mit 8.…d5 9. c3 in ein „normales“ geschlossenes Spanisch überleiten. 9.Sxe5 Sxb3 10.axb3 Lb7 11.d3 d5 12.exd5 Dxd5 13.Df3 Schnell gespielt von Nepomniachtchi. Es ist für Weiß sinnvoll, den Damentausch zu erzwingen, da 13.Sf3 Tae8 Schwarz genau die Art von Marshall-Ausgleich für den Bauern böte, die er mit seinem achten Zug zu umgehen versucht hatte. 13.…Ld6 14.Kf1!? Nepomniachtchi setzt mit minimalem Nachdenken fort – 23 Sekunden für diesen unnatürlichen Zug. Carlsen geht das Tempo mit und beeindruckt mit seiner Vorbereitung. 14.…Tfb8 Auf den ersten Blick sieht 14.…Dxe5 15. Dxb7 Dh2 für Weiß ziemlich gefährlich aus, aber nach 16.Df3 Tae8 17.Le3 wird klar, dass ein Schach auf h1 nichts bringt. 15.Dxd5 Sxd5 16.Ld2 c5



Erst jetzt kam Nepo ins Grübeln – 16 Minuten lang , wobei Carlsen 22 Minuten für seine Antwort brauchte. „Die Eröffnungsvariante, die ich gespielt habe, ist keine, die man sich leisten kann, wenn man sich nicht wohlfühlt mit Läuferpaar und Minus-Bauer - die Stellung, die ich bekam, machte mir nichts aus“, sagte Carlsen. „Aber danach fühlt es sich an, als hätte Weiß etwas mehr Manövrier-Potenzial, und Schwarz muss dann eben reagieren.“

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Auszug aus
"Carlsen dominiert bei der WM in Dubai"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Januar 2022

Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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