Schach Magazin
Ausgabe 7 mit diesen zentralen Themen ::

Der lachende Dritte






Der zweite Akt: Nach der Vorrunde, bei der sich acht Spieler in einem Rundenturnier qualifiziert hatten, wurden die Finalbegegnungen in Matches ausgetragen.

Quelle: www.youtube.com/



"Ich würde kein Schach spielen, wenn es mein einziges Ziel wäre, zu den Top Ten zu gehören", erklärte Daniil Dubow nach seinem Sieg beim Abu Dhabi Open 2018. Damals war Dubow, 22 Jahre alt, dem Schachpublikum kaum bekannt.

"Ich beklage mich nicht, denn ich habe einen russischen Pass und in Russland gibt es viele ordentliche Spieler", meinte Dubow. "Natürlich gehöre ich, was Ruhm betrifft, nicht zu den Top 4 oder 5. Jeder kennt Kramnik oder Grischuk, aber niemand weiß, dass es noch einen jungen Burschen gibt, der gar nicht so schlecht ist. Niemand weiß das - man muss Turniere gewinnen, um auf sich aufmerksam zu machen."

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Bei der Lindores Rapid Challenge gingen viele der führenden Spieler der Welt an den Start, aber durch das komplizierte System von Vorrunde und Finale waren nur vier der zwölf Großmeister nach der ersten Turnierwoche nicht mehr dabei. Die Qualifizierten spielten dann im Finale drei Wettkämpfe über zwei Gewinnsätze, wobei jeder einzelne dieser Wettkämpfe aus vier Schnellpartien bestand, denen, wenn nötig, noch eine Blitzpartie im Armageddon folgte.

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Bei seinem Viertelfinale gegen Karjakin schien Dubow ein Buch über unorthodoxe Eröffnungen in die Hand genommen und dann den Entschluss gefasst zu haben, jedes Kapitel auszuprobieren. Dem Zweispringerspiel mit 4. …h6 und 5. …g5 folgte 1. e4 Sc6, danach kam ein Skandinavier und dann die Philidor-Verteidigung. Nur mit Weiß blieb Dubow nach 1. d4 bei den Hauptvarianten.

Dubow verlor den zweiten Wettkampf im Armageddon, aber gewann insgesamt mit 8:3, ohne ein einziges Remis. "Ich glaube, das Match war einfach brillant", erklärte Dubow anschließend. "Das ist ziemlich bemerkenswert, vor allem gegen Karjakin. Wir haben viele ungewöhnliche Ideen aufs Brett gebracht, und ich habe eine ganze Reihe cooler Züge gespielt."

Zweispringerspiel C 55
S. Karjakin - D. Dubow
Viertelfinale, 2. Partie


1. e4 e5 2. Sf3 Sc6 3. Lc4 Sf6 Hier ist der Ausfall 4. Sg5, erstmalig 1610 gespielt, weiter möglich, aber ebenso lange ist die Antwort 4. …d5 (und noch ein paar andere) im Gebrauch. Dazu könnte man sich auf vielen Seiten auslassen und dabei vor allem die Vergangenheit reflektieren. In der letzten Zeit ist unter den Profis besonders 4. d3 groß in Mode, worauf in der Regel ein Läuferzug nach e7 oder nach c5 folgt, oder, an dritter Stelle, 4. …h6!? was sich nicht gegen Sg5 richtet, sondern auch anderweitig nützlich sein kann, so wie in dieser Partie. 5. c3 g5!? 6. a4 Karjakin will beweisen, dass der Vormarsch des g-Bauern ungefährlich ist und beginnt seinerseits mit einer Flügelaktion. 6. …g4 7. Sfd2 d5 8. exd5 Sxd5 9. a5 Lg7 10. a6 b6 11. h3 Sf4 12. Se4



Ein interessanter Zug von Karjakin, gespielt mit der Absicht 12. …Sxg2+ 13. Kf1 gxh3 14. Df3 0-0 15. Ld5. Wer weiß, was Dubow dann ausgepackt hätte.

Weiter geht es im Juliheft.

 
 
Auszug aus
"Der lachende Dritte | Weder Carlsen, noch Nakamura: Dubow gewinnt Lindores Abbey Rapid Challenge"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Juli 2020

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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