Schach Magazin
Ausgabe 11 mit diesen zentralen Themen ::

Stavanger: Namasté in Norwegen






Bei dieser sehr überschaubaren Veranstaltung verzichteten die Ausrichter unter Beibehaltung sämtlicher erfoderlicher hygienischer Maßnahmen auf die schon fast gewohnten Plexiglastrennscheiben.

Fotos: Lennart Ootes


Wie in vielen Sportarten auch, gehört im Schach der Handschlag vor und nach der Partie einfach dazu. Diesen zu verweigern, gilt als Affront und ist allein in besonderen Situationen vertretbar. Eine Pandemie ist zeifelsohne eine besondere Situation, in der ein Distanzgebot herrscht und durch andere Begrüßungen ersetzt wird, zum Beispiel durch den aus einigen Sportarten bekannten Ellenbogen- oder Faustgruß, wie seit geraumer Zeit oft bei Prominenz gesehen. Doch bei diesen Grußformen ist der empfohlene Körperabstand kaum möglich. Besser ist die seit fast eintausend Jahren in Indien sowie einigen weiteren asiatischen Ländern unter Hindus verbreitete Grußgeste Namasté – ein zusammengesetztes Wort, das übersetzt „ich verbeuge mich vor dir“ bedeutet. Die Geste, mit gefalteten Händen und leichter Vorbeugung hat nichts mit einer Gebetshaltung zu tun, sondern ist eine Geste des Respekts.

[…]

Held des Turnierauftaktes hätte Levon Aronian sein können. Es gab kaum jemanden, der es dem sympathischen 38-Jährigen nicht gegönnt hätte, aber es hat nicht sollen sein. Die Turnierpartie zwischen ihm und Carlsen endete ohne besondere Vorkommnisse remis, in der Armageddonpartie hätte Aronian bereits im 12.Zug klar in Vorteil kommen können. Doch es kam anders, und zwar irgendwie brutal.

Damengambit D 37
L.Aronian – M.Carlsen
Armageddon, 1.Runde


1.d4 Sf6 2.c4 e6 3.Sf3 d5 4.Sc3 a6 5.cxd5 exd5 6.Lg5 Le6 7.Lxf6 Dxf6 8.Db3 b6 9.g3 Dd8 10.h4 Le7 11.Lh3 0-0 12.0-0-0 Lxh3



Ein einfacher Läuferabtausch? Von wegen! Aronian hätte nun den verblüffenden Zwischenzug 13.Dxd5! einstreuen können, was ihm einen gesunden Mehrbauern eingebracht hätte. Der Turm a8 hängt und nach 13.…Dxd5 14.Sxd5 sind beide schwarzen Läufer angegriffen. Doch es geschah 13.Txh3? und die Stellung beruhigte sich wieder. 13.…c6 14.e4 dxe4 15.Sxe4 Sd7 16.Dc2 Sf6 17.Se5 Sxe4 18.Dxe4 Lf6 19.g4 Te8 20.g5 Lxe5 21.dxe5 De7 22.f4 Tad8 23.Thd3 Txd3 24.Dxd3 De6 25.b3 Dg4 26.De4 g6 27.Td2 c5 28.Dc6 Tf8 29.Df6 Dxh4 30.Kc2 De1 31.Dc6 nicht 31.Dxb6? De4+ 32.Kc3 Dxf431.…De3 32.Df6 b5 33.Td3 De2+ 34.Td2 De4+ 35.Kb2 c4 36.bxc4 bxc4



Nun hält 37.Td8 remis. Aber im Blitz passieren mitunter Zeichen und Wunder. 37.Ka3?? De3+ und der weiße Turm geht verloren – 0:1

Weiter geht es im Novemberheft.

 
 
Auszug aus
"Namasté in Norwegen | Erstes Superturnier in Zeiten von Corona | „Yogi“ Carlsen gewinnt vor dem 17-jährigen Firouzja"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, November 2020

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  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spielern der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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