Schach Magazin
Ausgabe 3 mit diesen zentralen Themen ::

Magnus Carlsen - Mann aus Stahl






Die meistdiskutierte Partie war die zwischen Carlsen und Jones (am Brett), sie fand viele interessierte Zuschauer , so wie hier (v.l.) Giri, Adhiban und Swidler.

Fotos: Maria Emelianova

In den Geschichtsbüchern wird stehen, dass Weltmeister Magnus Carlsen das 80. Tata Steel Turnier in Wijk aan Zee durch einen Stichkampfsieg gegen Anish Giri gewonnen hat - es war Carlsens sechster Sieg in dem holländischen Dorf an der Nordsee, ein Rekord. Die holländischen Fans und Medien bedauerten, dass Giri - denkbar knapp - daran scheiterte, dieses Spitzenturnier, das eine längere Tradition hat als alle anderen noch gespielten Spitzenturniere, als erster Holländer nach Jan Timman, dem Turniersieger von 1985, zu gewinnen. Doch Carlsen konnte die Früchte seines Sieges genießen, darunter den ersten Preis von 10 000 Euro und ein Ständchen, das ihm die Einwohner Wijk aan Zees auf dem Hauptplatz des Dorfes brachten. Aber schon in der Pressekonferenz nach dem Turnier wurde Carlsen noch einmal daran erinnert, dass sein Turniersieg an einer einzigen Partie hing.

In Runde acht, gegen Gawain Jones, den Letzten der Setzliste, hatte Carlsen gleich nach der Eröffnung eine Figur eingestellt. "Ich habe mir gesagt, ich werde einfach versuchen, die Partie nicht zu verlieren", schilderte Carlsen seine Einstellung nach dem Patzer, "ich wollte ihn für den Sieg arbeiten lassen. Ich wusste, ich musste versuchen, Widerstand zu leisten und am Leben zu bleiben - im Schach sind schon seltsamere Dinge passiert."

[…]



M. Carlsen - G. Jones
Masters (8. Runde)
Schwarz am Zug


"Ich habe etwas Kompensation - nicht viel, aber ein bisschen, und es gibt Szenarien, in denen ich wieder ins Spiel zurückkomme", meinte Carlsen. 19. …h6 "Obwohl ich eine Figur gewonnen hatte, wusste ich, dass noch viel Arbeit vor mir lag", gab Jones zu. 20. Dc5 "20. Dc5 ist erzwungen", so Jones, "denn nach 20. Se4 Le6 nebst 21. …Lf7 hat Schwarz überhaupt keine Probleme." 20. …Lb7 21. Se4 Te6 "Das wirkt verkrampft", meinte Jones, "aber ich wollte nicht 21. …Lf8 spielen, denn nach 22. Dg1 muss ich mir Gedanken über 23. g5 und 24. Sf6+ machen." 22. h5



22. …Db6?! "Das hat mich überrascht", sagte Carlsen. "Jetzt ist die Partie wieder offen."

Weiter geht es im Märzheft.





Auszug aus
"Magnus Carlsen - Mann aus Stahl | Der Norweger gewinnt die 80. Austragung des Schachfestivals"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, März 2018

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  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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