Schach Magazin
Ausgabe 5 mit diesen zentralen Themen ::

Hackordnung wiederhergestellt






Magnus Carlsen in Hochform: Mit zwei Punkten Vorsprung vor Ding und Karjakin beendete er die sechste Auflage des Gashimov-Turniers.

Foto: shamkirchess.com





Wir erinnern uns: das Jahr 2018 war nicht das Beste für Magnus Carlsen. Zwar konnte der Weltmeister letztlich seinen WM-Titel verteidigen, aber die Lücke zwischen den Plätzen 1 und 2 der Weltrangliste verkleinerte sich zusehends, am Ende des Jahres trennten Carlsen und Caruana nur drei Elo-Pünktchen; es waren auch schon mal drei Dutzend und mehr. Nach seinen Plänen für 2019 befragt, versprach Carlsen "Besserung". Er beherzigte die Kritik aus berufenem Munde (Kasparow meinte, Carlsen widmete sich ein bisschen zu viel diversen Showveranstaltungen) und spielte im ersten Quartal 2019 nur zwei Turniere mit klassischer Bedenkzeit; kein Blitz, kein Schnellschach, keine Handicap-Vorstellungen, nur Hochleistungsschach pur. Und intensiv trainiert hat er in dieser Zeit offenbar auch.

[…]

Shamkir ist ein guter Platz für den Norweger. Bei der sechsten Auflage des Gedenkturniers an den viel zu früh verstorbenen Weltklassespieler Vugar Gashimov gewann er nach 2014, 2015 und 2018 bereits zum vierten Mal; in den Jahren 2016 und 2017 siegte der Aserbaidschaner Shakhriyar Mamedyarov. Dessen Landsmann Teimour Radjabov blieb zwar ungeschlagen, remisierte jedoch alle Partien. Bis auf Carlsen hat es ansonsten jeden Teilnehmer mindestens einmal erwischt, sogar den als "kugel-sicher" geltenden Chinesen Ding Liren, der seinerzeit in 100 Partien in Folge ungeschlagen blieb und damit einen Weltrekord aufstellte, der bis heute Bestand hat.

[…]

Karjakin spielte gegen Carlsens Sizilianer die gleiche Variante wie Caruana bei der letzten WM. Die Wege trennten sich erst im 15. Zug. Dann opferte Carlsen seinen Bauern auf h5 und behielt in den darauffolgenden Verwicklungen die bessere Übersicht.

Sizilianisch B 33
S. Karjakin - M. Carlsen
Shamkir, 2019


1. e4 c5 2. Sf3 Sc6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sf6 5. Sc3 e5 6. Sdb5 d6 7. Sd5 Sxd5 8. exd5 Se7 9. c4 Sg6 10. Da4 Ld7 11. Db4 Lf5 12. Da4 Ld7 13. Db4 Lf5 Hier geht es nicht um eine dreimalige Stellungswiederholung, bei der ein Remis reklamiert werden kann, das wäre erst nach 14. Da4 Ld7 der Fall. Um ein schnelles Remis ging es beiden Gegnern auch nicht, im Hinterkopf haben sie schon die Zeitkontrolle im vierzigsten Zug und dies ist ein günstiger Weg, die Anzahl der ausgeführten Züge zu erhöhen und dabei Bedenkzeit zu sparen. 14. h4 h5 15. Lg5 Karjakin weicht als Erster von der Vorläuferpartie Caruana-Carlsen ab, wo 15. Le3 geschah. 15. …Db8 Dieser Zug ist praktisch erzwungen. Verfehlt wäre 15. …Le7 wegen 16. Lxe7 Kxe7 (der Bauer d6 muss überdeckt bleiben) 17. c5! dxc5 18. Dxc5+ Kf6 19. Sc7 Tc8 20. d6. Auch wenn man dem schwarzen König nicht sofort beikommen kann, lässt seine exponierte Stellung für Schwarz nichts Gutes ahnen. 16. Le2 a6 17. Sc3 Dc7 18. g3 Le7 19. Le3 e4 20. 0-0



Solange der der schwarze Königsturm noch auf h8 steht, muss sich der Nachziehende um den Bauern h5 keine Sorgen machen.

Weiter geht es im Maiheft.

Auszug aus
"Hackordnung wiederhergestellt | Carlsens Rekordsieg beim Superturnier am Kaukasus"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Mai 2019

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Remisschluss einmal anders

Zu der nachstehend abgebildeten Stellung kam es am im Januar beim Open in Gibraltar zwischen zwei Spieler der Weltklasse. Weiß hat einen Bauern mehr, kann aber die Punkteteilung – zu der es mehrere Wege gibt – nicht verhindern:

 

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