Modellierung des Fahrverhaltens an Kurven

 

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M. Zimmermann, S. B. Riffel

Modellierung des Fahrverhaltens an Kurven

ISBN: 978-3-95606-032-8   |   Erscheinungsjahr: 2013    |    Auflage: 1
Seitenzahl: 96   |    Einband: Broschur    |    Gewicht: 200 g
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CD im Anhang

Ziel dieses Forschungsvorhabens war es, das Fahrverhalten in Kurven zu modellieren und mit den daraus erlangten Erkenntnissen die bislang dem Regelwerk zugrunde liegenden Festlegungen zu Anfangs-bereichen von Kurven und Kurvenfolgen einschließlich zugehöriger Detailfragen wie z.B. zu Klothoidenparametern oder erforderlichen Mindestradien im Anschluss an Geraden systematisch zu hinterfragen.

Mit dem am Institut für Straßen- und Eisenbahnwesen (ISE) des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gemeinsam mit Partnern entwickelten Messsystem wurden an 68 Kurven 44.000 Videosequenzen erfasst, von denen rund 7.050 einzelne Trajektorien frei fahrender Fahrzeuge ausgewertet wurden.

Basierend auf den einzelnen Fahrverläufen (Trajektorien), dem Spurverhalten und den Geschwindigkeitsprofilen wurde das Fahrverhalten bezogen auf das 50. Perzentil der Fahrverläufe modelliert.

Als maßgebende Faktoren für die Fahrspurwahl haben sich der Radius, die Radiuslänge und die Fahrstreifenbreite erwiesen. Insbesondere die Betrachtung der Spurlagen in Bezug zu den Radien verdeut-lichte, dass die bisher angewendete Radienrelation auch in der Praxis zu einem relativ harmonischen Spur- sowie Geschwindigkeitsverhalten führt, insbesondere wenn die Radien gemäß Radientulpe im „guten Bereich“ liegen. Sowohl was die Fahrlinien als auch die Geschwindigkeitsverläufe betrifft, ist generell festzustellen, dass die Verkehrsteilnehmer deutlich angemessener fahren als erwartet.

Als einziger negativer Einfluss einer regelkonformen Gestaltung auf das Fahrverhalten zeichnen sich kurze Klothoidenlängen bei kleinen Radien, kurzen Radienlängen sowie schmalen Fahrstreifen ab. Um in Zukunft diese Konstellation zu vermeiden, wurde in den Entwurf der RAL die Formulierung „Klothoidenparameter A < 100 m sollten möglichst vermieden werden“, eingebracht. Dessen Unterschreitung ansonsten bei Straßen der EKL 4 mit Radien R ≤ 300 m zu entsprechend kurzen Klothoidenlängen führt.

 

BMVBS - Fb - 1097