Lange Verteilerfahrbahnen an Autobahnen mit dichter Knotenpunktfolge

 

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W. Brilon, J. Lohoff

Lange Verteilerfahrbahnen an Autobahnen mit dichter Knotenpunktfolge

ISBN: 978-3-86918-240-7   |   Erscheinungsjahr: 2012    |    Auflage: 1
Seitenzahl: 180   |    Einband: Broschur    |    Gewicht: 541 g
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Lange Verteilerfahrbahnen an Autobahnen mit dichter Knotenpunktfolge Die vorliegende Forschungsarbeit behandelt die Vor- und Nachteile der Aufteilung einer vierstreifigen Richtungsfahrbahn in eine Hauptfahrbahn ohne Anschlussstellen für den Fernverkehr und eine getrennte Fahrbahn für den lokalen Verkehr. Diese getrennte Fahrbahn erschließt die Anschlussstellen ins nachgeordnete Netz und verfügt nur am Anfang und Ende über eine Verbindung zur durchgehenden Hauptfahrbahn. Während eine solche Verkehrsführung in den Ballungsgebieten im Ausland erfolgreich Verwendung findet, ist sie in Deutschland bisher weitestgehend unbekannt. Die nationalen und internationalen Erfahrungen mit dem Verkehrsablauf auf langen Verteilerfahrbahnen an Autobahnen mit dichter Knotenpunktfolge wurden in einer Literaturrecherche und in Expertengesprächen untersucht. Neben dem Verkehrsablauf wurden ebenfalls Aspekte wie die Wegweisung oder die erschwerte Erreichbarkeit für Rettungsfahrzeuge betrachtet. Basierend auf der empirischen Untersuchung von Dauerzählstellendaten konnte die im HBS (2010) gegebene Kapazitätsgrenze für einstreifige Verteilerfahrbahnen bestätigt werden. In der mikroskopischen Simulationen von vier unterschiedlichen Autobahnabschnitten wurden die Auswirkungen des Einsatzes einer langen Verteilerfahrbahn untersucht. Neben einer starken Abhängigkeit der Fahrtzeiten von den zulässigen Höchstgeschwindigkeiten wurde für den durchfahrenden Fernverkehr auf der getrennten Hauptfahrbahn ein bis zu 60%iger Rückgang der Fahrstreifenwechsel ermittelt. Dies führt nicht nur zu einem harmonischeren Verkehrsablauf, sondern bewirkt ebenfalls einen spürbaren Komfort- und Sicherheitsgewinn in der getrennten Verkehrsführung. Basierend auf einer mit der makroskopischen Simulation durchgeführten Ganzjahresanalyse, wurde in der getrennten Verkehrsführung je nach zulässiger Höchstgeschwindigkeit eine Reduzierung der Fahrtzeit und der resultierenden volkswirtschaftlichen Zeitkosten ermittelt. Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass bei relativ ausgeglichenen Verhältnissen zwischen Durchgangs- und ortsbezogenem Verkehr die getrennte Haupt- und Verteilerfahrbahn eingesetzt werden kann. Als maßgeblich hat sich die Anordnung von zulässigen Höchstgeschwindigkeiten auf die Fahrzeiten gezeigt, deren mögliche Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit im Rahmen dieser Untersuchung jedoch nicht erfasst werden konnten. Weitere Vorteile gegenüber der gemeinsamen Fahrbahn ergeben sich durch die Trennung der Verkehrsströme auch aufgrund der höheren Kapazität, weniger Fahrstreifenwechseln und eines nicht näher quantifizierbaren Komfort- und Sicherheitsgewinns.

BMVBS - Fb - 1073