Barrierewirkung von Straßen auf Kleintierpopulationen

 

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K. Richter, F. Zinner, R. Böckelmann, S. Dörks, W. Durka, S. Fritzsch

Barrierewirkung von Straßen auf Kleintierpopulationen

ISBN: 978-3-95606-016-8   |   Erscheinungsjahr: 2013    |    Auflage: 1
Seitenzahl: 88   |    Einband: Broschur    |    Gewicht: 293 g
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Zerschneidung von Lebensräumen und Isolation von Populationen werden in zahlreichen Arbeiten zur Wirkung von Straßen auf die Fauna genannt. In diesem Vorhaben werden Aussagen über die Barrierewirkung von Bundesautobahnen für bodengebundene Kleintiere am Beispiel brachypterer Laufkäfer (und Zauneidechsen) getroffen sowie die Auswirkungen auf die Populationen diskutiert.
Auf der Basis der Ergebnisse werden Empfehlungen für Maßnahmen zur Minderung der Barrierewirkung gegeben.
Im Mittelpunkt der Untersuchungen von 2009-2011 standen Direktnachweise von brachypteren Laufkäfern auf Autobahnmittelstreifen im Vergleich zum Umfeld, ihr Verhalten auf Straßen und im Verkehr sowie genetische Analysen von Zauneidechsenpopulationen an Autobahnen.
Im Ergebnis der Erfassungen konnten auf allen sieben untersuchten Mittelstreifen in geringer Anzahl brachyptere Laufkäferarten nachgewiesen werden. Auf der Fahrbahn reagieren sie aktiv auf den Verkehr. Sie sind beim Überrollen durch PKW vor allem durch direkte Reifentreffer gefährdet. Im Zusammenhang mit überwiegender Aktivität in den verkehrsärmeren Nachtstunden ist damit eine erfolgreiche Querung grundsätzlich möglich.
Weitere Belege erfolgreicher Teilquerungen durch Mittelstreifenfunde wurden für Arten wie Zauneidechse, Blindschleiche, Grasfrosch und Erdkröte erbracht. Eine isolierte Zauneidechsen-Population am Autobahnrand zeigte eine signifikant verringerte Allelzahl, während die Befunde zu den genetischen Distanzen zwischen Populationen kaum interpretierbar sind.
Autobahnen stellen eine erhebliche Barriere für bodengebundene Kleintiere dar, sind aber für die untersuchten Gruppen nicht absolut unüberwindbar. Besonders für (noch) verbreitete Arten sollte ihre Durchlässigkeit über weite Strecken weiterhin gewährleistet werden. Hingegen ist eine erfolgreiche Querung bei seltenen und gefährdeten Arten mit individuenschwachen Beständen höchst unwahrscheinlich. Für diese sind populationsstützende und habitatverbessernde Maßnahmen sowie die Anbindung an Querungshilfen nötig.

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