Schach Magazin
Die Bürde der Champs ::

Vor Jahren hatte ich die Freude und Ehre, im Haus eines gemeinsamen Freundes einige Abende mit dem früheren Weltmeister Michail Tal zu verbringen. Schon das Blitzen gegen den "Schachzauberer" war ein Erlebnis, doch vielleicht noch mehr die Gespräche mit dem eloquenten und bescheidenen Schachgenie. Einmal kam die Rede auf das Thema "Bürde der Schachweltmeister", über das sich Boris Spasski wiederholt auch öffentlich beklagte ("Jedes Jahr als Weltmeister kostet dich ein Jahr deines Lebens.") Sein Vorvorgänger Michail Tal sah das lockerer und scherzte, er wäre ja nur ein Jahr lang Weltmeister gewesen, da wird es mit der Lebenszeitverkürzung nicht so wild werden. (Leider war ihm trotzdem kein langes Leben beschieden.) Gastgeber Ernst Eimert warf ein, er könne sich eher vorstellen, dass es für einen Weltmeister sehr lästig sein dürfte, dass jede aber wirklich jede von ihm verlorene Partie sofort überall publiziert wird. Darauf Tal: "Na ja, damit muss man halt leben".

Weltmeister Carlsen, erst zwei Jahre im Amt, lernt gerade damit zu leben. Das Interesse des Publikums bzw. der Leser an diesem Thema ist ungebrochen, erst recht, wenn der Champ gegen jemanden aus dem eigenen Land verliert. Das neueste Beispiel finden Sie in dieser Ausgabe auf den Seiten 12-14. Freilich müssen auch die Weltmeister-Bezwinger eine Bürde tragen; wenn jemand wie Arkadij Naiditsch - der schon zum zweiten Mal gegen Carlsen gewann - nun in der Bundesliga gegen einen nicht so bekannten Spieler verliert, dann wollen viele Leser wissen, wie das geschehen konnte. Mehr darüber auf Seite 45.

Apropos Weltmeister-Bezwinger. Mit Hilfe eines schachhistorisch beschlagenen Statistikers bastelten wir schon länger an einem Beitrag zu diesem Thema. Nun ist es so weit, auch der Zeitpunkt ist passend, und so wartet auf Seite 48-49 eine Lektüre zu diesem Thema.

 

Zum Titelbild:

Hikaru Nakamura jagt um die Welt und sammelt Trophäen. Die beiden neuesten stammen aus Gibraltar und Zürich. Bald braucht der US-Amerikaner mit japanischen Wurzeln eine größere Vitrine.

Foto: Cathy Rogers

 

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"Das gibt's doch nicht, wie konnte ich so was übersehen, das war doch ganz einfach", so oder ähnlich wird nach einem "Einsteller" lamentiert. So nennt man einen Zug, der eine womöglich gut angelegte oder noch gar nicht recht begonnene Partie schlagartig verdirbt.
 

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