Schach Magazin
Schachgucken statt arbeiten ::

Es gab Tage im Sommer, da saßen Millionen von Deutschen zu später Zeit vor dem Bildschirm, da ihre Kicker in Brasilien um die Weltmeisterschaft spielten. Und es gab Tage im Herbst, da saß gut ein Drittel der Norweger zu früher Tageszeit vor dem Bildschirm, da ihr Held Magnus Carlsen in Russland seinen WM-Titel verteidigte. Das erste Programm des norwegischen Fernsehens übertrug alles live. Für die Nachfahren der Wikinger erwies sich diese Verlockung offenbar als zu groß und veranlasste den Bürgermeister von Oslo zu einem Appell in der auflagenstärksten norwegischen Tageszeitung Afterposten: "Wenn wir arbeiten, dann arbeiten wir. Okay, man kann mal kurz reinschauen. Aber stundenlang vor dem Schirm zu sitzen, dafür fehlt mir jedes Verständnis. Jeder von uns arbeitet für jemanden in der Stadt. Wer uns braucht, darf nicht leiden, weil unsere Angestellten während der Arbeitszeit die Schachweltmeisterschaft verfolgen." An heiteren Kommentaren hat es nicht gemangelt, inklusive der getürkten (aber mit einem Augenzwinkern-Symbol versehenen) Nachricht, der Bürgermeister habe beim Weltschachbund beantragt, die nächste WM mit Carlsens Beteiligung möge in Amerika stattfinden.

Aber auch außerhalb Norwegens war das Interesse an diesem zweiten Match zwischen Anand und Carlsen groß. Die offizielle Internetseite sochi2014.fide.com zählte am letzten Tag angeblich zwei Millionen Zugriffe von Schachbegeisterten, die meisten Nutzer hätten sich aus Indien, Deutschland, den USA, Großbritannien und Spanien zugeschaltet. Nicht aus Norwegen? Nun ja, da konnte man ja stundenlag Schach im TV gucken …

Bei uns gibt es über die WM jede Menge zu lesen. Gleich ab der nächsten Seite. Viel Spaß bei der Lektüre!

 

Zum Titelbild:

Das norwegisch-indische Ringen auf russischem Boden ist beendet. Magnus Carlsen bleibt Weltmeister!

Foto: Anastasia Karlovich

 

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  Wer anderen eine Grube gräbt …

… fällt selbst hinein, weiß der Volksmund. Auch im Schach gibt es viele Beispiele für einen Reinfall des Fallenstellers. So war kürzlich bei einem russischen Turnier der amtierende Studentenweltmeister Sanan Sjugirow mit seiner ausgeglichenen Stellung nicht zufrieden, er spann einige Stolperdrähte, in denen er sich dann aber selbst verhedderte.
 

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