Schach Magazin
Baby-Pause ::

Vor einigen Jahren gab der russische Topgroßmeister Peter Swidler zum Besten, nach einer Heirat verliere ein Schachprofi schnell 100 Elopunkte. Später - als er Vater von Zwillingen wurde - soll er die Aussage differenziert haben, Heirat und der Nachwuchs würden je 50 Punkte kosten. Natürlich griffen Spaßvögel diese Sprüche auf und schmückten sie noch aus, ein erstes Date solle 10 Elopunkte kosten, auch über eine Baby-Pause wurde gewitzelt …

Mit der Zeit wurde Swidlers altes Bonmot nicht nur viel zitiert, sondern auch durchaus ernsthaft diskutiert. Weltklassespieler die kürzlich heirateten und bald Väter wurden wie Jakowenko, Andrejkin u. a. gaben übereinstimmend zu Protokoll, dass nun mal an sich freudige Ereignisse wie Heiraten und Zusammenziehen mit einer großen Lebensumstellung einhergingen, und wenn sich dann noch Nachwuchs einstellt, bedeutet dies viel Freude und wenig Schlaf, mit entsprechender Auswirkung auf die Leistungskurve.

Nun ist der Mensch so geschaffen, dass er sich gewöhnlich an Veränderungen anpassen kann. Auch die drei letzten Weltmeister vor Carlsen (Wladimir Kramnik, Veselin Topalov und Viswanathan Anand) haben alle klaglos ein Formtief durchlebt und nach und nach zu guter Form zurückgefunden wie zum Beispiel Anand, 43 Jahre alt und Vater eines zweijährigen Sohnes, der in diesem Jahr mit seinem Sieg beim Kandidatenturnier die Qualifikation zum Revanche-Match um die Weltmeisterschaft erreichte. Das zweite Beispiel gibt Topalov, der Ende 2010 in Spanien heiratete und zwei Jahre später Vater wurde. In dieser Zeit rutschte er vom zweiten auf den 13. Platz der Weltrangliste ab, inzwischen ist er jedoch wieder auf Platz 3 hochgeklettert. Seine letzte Großtat ist sein famoses Ergebnis beim Europacup, über den in dieser Ausgabe berichtet wird.

 

Zum Titelbild:

Mit seinem glänzenden Ergebnis hatte der Ex-Weltmeister Veselin Topalov einen Löwenanteil am Europacup-Gewinn seines Teams.

Foto: Cathy Rogers

 

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  Wer anderen eine Grube gräbt …

An dieses Sprichwort fühlt man sich beim Betrachten der Schlussphase der folgenden Partie erinnert. Sie stammt aus einem Freundschaftsmatch zwischen den Nationalmannschaften von Ungarn und Polen, das im Juni in Budapest ausgetragen wurde.
 

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