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Anands Comeback ::

"Totgesagte leben länger", lautet ein häufig zitiertes Sprichwort. Auf aktuelle Schachereignisse bezogen, könnte man auch "Abgeschriebene siegen länger" sagen. Ex-Weltmeister Viswanathan Anand hat nämlich Ende März mit Glanz und Gloria das Kandidatenturnier gewonnen und sich damit für das kommende WM-Match qualifiziert.

Bei der Umfrage des Veranstalters vor dem Beginn des Turniers tippten die meisten auf Aronian oder Kramnik, Anand trauten nur rund 2% den Sieg zu. Wieso nur, war der Mann nicht lange Zeit Weltmeister? Das schon, aber seine hohe Niederlage im letztjährigen WM-Match sowie einige mäßige Turnierergebnisse ließen bei vielen den Eindruck entstehen, Anands Zeit sei vorbei. Und alle - na ja, 98% - haben sich getäuscht, und einer trug die falsche Prognose mit Humor. Der renommierte russische Schachjournalist Jewgeni Surow beantwortete die vor dem Turnier gestellte Frage der Webseite sports.ru nach dem Gewinner ausweichend, fügte jedoch hinzu " Wenn Sie mich gefragt hätten, wer NICHT gewinnt, so hätte ich Anand genannt. Sagen wir mal so, wenn Anand das Turnier gewinnt, werde ich eine öffentliche Buße tun und erklären, dass ich vom Schach nichts verstehe …" Surow veröffentlichte diesen Zusatz nachträglich auf seiner eigenen Seite chess-news.ru, diese Selbstironie ehrt ihn.

Auch Kasparow gab zu, falsch gelegen zu haben. "Ich gratuliere meinem alten Rivalen und Freund Vishy Anand zum Sieg bei den Kandidaten. Ich habe dies nicht für möglich gehalten, aber das Ergebnis spricht für sich selbst. Als ein nicht mehr aktiver Spieler freue ich mich, dass der älteste Teilnehmer gut spielte und gewann. Allerdings" erhob der Altmeister den Zeigefinger "wird mit Carlsen ein ungleich höherer Berg zu bezwingen sein".

Mehr über Anands Triumph auf den nächsten Seiten. Viel Spaß bei der Lektüre!



 

Zum Titelbild:

Der Russe Alexander Motylew gewann die diesjährigen Europameisterschaft. Bescheiden bezeichnete der 35-Jährige diesen Erfolg als "ein Wunder". Aber Wunder gibt es immer wieder …

Foto: Hartmut Metz

 

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Bei den alle zwei Jahre ausgetragenen Schacholympiaden spielen Vertretungen vieler Schachföderationen mit, wobei "Schachgroßmächte", wie z. B. Russland, ebenso vertreten sind wie Kleinstaaten so mancher unabhängiger Inselgruppen, wo nur wenige Hundert Menschen überhaupt die Schachregeln kennen und deren Landesmeister nicht unbedingt als gute Spieler bezeichnet werden können.
 

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