Schach Magazin
Chinas große Ziele ::

Ende der 90er Jahre, erzählte mir einst der inzwischen verstorbene Präsident des Deutschen Schachbundes Egon Ditt, gab es am Rande eines FIDE-Kongresses ein Gespräch zwischen ihm und dem chinesischen Delegierten Lin Feng. Der Mann aus Peking erzählte von einem langfristig angelegten Plan mit dem Ziel, China solle im Schach die Führung übernehmen. "Wir fangen mit den Frauen an", erzählte der Mann aus dem Reich der Mitte sinngemäß, da sei es einfacher, weil es es nicht so viele gäbe. Zunächst sollten Chinesinnen den WM-Titel holen; dies geschah auch und in 16 der insgesamt 23 Jahren ab 1991 hielt eine Chinesin (in der Reihenfolge Xie Jun, Zhu Chen, Xu Yuhua und Hou Yifan) den WM-Titel bei den Frauen. Parallel dazu wurden Siege bei den Olympiaden der Frauen angestrebt; zwischen 1998 und 2004 gab es viermal olympisches Gold, später immerhin stets eine andere Medaille.

Das finale Ziel sei die Weltmeisterschaft und das Olympische Gold in der offenen Klasse, meinte Lin Feng, aber das würde sicher so an die zwanzig Jahre dauern. Die selbstgesetzte Frist läuft 2018 ab und eines der beiden Ziele ist bereits erreicht. Zwar ist der WM-Titel (Einzel) derzeit in norwegischer Hand, aber am 14. August dieses Jahres konnte China den ersten Sieg in der offenen Klasse der Schacholympiade verbuchen. Der Bericht darüber ist der zentrale Beitrag dieser Ausgabe. Viel Spaß bei der Lektüre!

Im Zuge des chinesischen Aufschwungs werden wir immer häufiger mit chinesischen Namen konfrontiert. Die meisten Leser wissen, dass im Chinesischen der Nachname vorne steht, in Bulletins und Turniertabellen sieht man aber in letzter Zeit des Öfteren eine "Anpassung" an die bei uns übliche Form (also Yifan Hou statt Hou Yifan). Wir werden es aber bei Hou Yifan belassen, zumindest solange allgemein die Schreibweise Mao Zedong, Xi Jinping und nicht Zedong Mao oder Jinping Xi vorherrscht.

 

Zum Titelbild:

Schlussveranstaltung bei der Schacholympiade – bei dem siegreichen chinesischen Team (v.l. Yu Yangyi, Ding Liren, Ni Hua, Wei Yi und Wang Yue) war die Freude groß.

Foto: Cathy Rogers

 

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An dieses Sprichwort fühlt man sich beim Betrachten der Schlussphase der folgenden Partie erinnert. Sie stammt aus einem Freundschaftsmatch zwischen den Nationalmannschaften von Ungarn und Polen, das im Juni in Budapest ausgetragen wurde.
 

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