Schach Magazin
Rekorde ::

Bekanntlich hat jeder Schachspieler mal eine schlechte, mal eine gute Form. Und es gibt bei jeder Leistungskurve statistische Ausreißer. Über die Ausschläge nach unten, sprich Pleiten, redet man nicht gerne, über die nach oben schon eher. Und wenn es sich um einen weltbekannten Spieler handelt, gehen seine Sternstunden in die Schachannalen ein, so etwa der überlegene Sieg von William Lombardy bei der Jugend-Weltmeisterschaft 1957 (er gewann alle 11 Partien) oder Alexander Beljawskis 13:0-Triumph beim GM-Turnier in Alicante 1978.

Freilich waren die Gegner von Lombardy und Beljawski zwar starke Spieler, der Weltklasse gehörten sie jedoch nicht an. Vor diesem Hintergrund ist Anatoli Karpows Sieg bei dem Superturnier in Linares, wo der Exweltmeister 11 Punkte aus 13 Partien gegen Topgroßmeister erzielte (dabei Kasparow um 2,5 Punkte überflügelte!) von einem noch höheren Wert und galt lange Zeit als die beste Turnierleistungen aller Zeiten. Von einem ähnlichen Kaliber war Magnus Carlsens Sieg bei dem 2009 in China ausgetragenen Turnier Pearl Spring (8 Punkten aus 10 Runden, 3,5 Punkte Vorsprung vor Topalov).

Unerreicht bleibt dennoch Bobby-Fischers legendäre Serie aus den Jahren 1971-72, als der geniale US-Amerikaner sage und schreibe 20 Partien in Folge gegen starke Großmeister gewann, darunter waren die beiden 6:0-Matchsiege gegen Tajmanow und Larsen. "Mit meiner Leistung hier komme ich nicht einmal in die Nähe dieses Ergebnisses", meinte der Italiener Fabiano Caruana. Diese Bescheidenheit ehrt ihn, dennoch hat er mit seiner unglaublichen 7:0-Gewinnserie bei dem Superturnier in Saint Louis und dem finalen 8,5:1,5-Turniersieg immerhin die beste je in einem geschlossenen Rundenturnier erzielte Leistung vollbracht. Nach diesem phänomenalen Auftritt gilt der 22-Jährige als der aussichtsreichste Konkurrent des Weltmeisters Carlsen.

 

Zum Titelbild:

Fabiano Caruana verblüffte die Schachwelt. Mit drei Punkten Vorsprung vor dem amtierenden Weltmeister gewann der 22-Jährige das stärkste Turnier des Jahres.

Foto: Cathy Rogers

 

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  Wer anderen eine Grube gräbt …

An dieses Sprichwort fühlt man sich beim Betrachten der Schlussphase der folgenden Partie erinnert. Sie stammt aus einem Freundschaftsmatch zwischen den Nationalmannschaften von Ungarn und Polen, das im Juni in Budapest ausgetragen wurde.
 

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