Schach Magazin
Ausgabe 7 mit diesen zentralen Themen ::

Halali in drei Spitzenligen




Foto: Guido Giotta

Zum zwölften Mal Deutscher Mannschaftsmeister, die OSG Baden-Beden, hier (v.l) Teammanager Sven Noppes, Sponsor Wolfgang Grenke, Rustam Kasimdzhanov, Viswanathan Anand, Vorsitzender Patrick Bittner, Radoslaw Wojtaszek, Michael Adams, Maxime Vachier-Lagrave, Fabiano Caruana und Etienne Bacrot.


In schneller Folge, zwischen dem 1. Mai und dem 5. Juni, wurden die drei stärksten nationalen Vereinsmannschaftsmeisterschaften der Welt beendet. In Deutschland war der eigentliche Spielbetrieb der 1. Bundesliga mit der Durchführung der zentralen Runde in Berlin abgeschlossen, worüber in der letzten Ausgabe ausführlich berichtet wurde, aber es stand noch die Entscheidung um den Meistertitel an, denn die Teams der OSG Baden-Baden und der SG Solingen beendeten die Saison punktgleich. Deshalb wurde der Meister in einem 23 Tage später ausgetragenen Stichkampf ermittelt. Die OSG Baden-Baden hatte aufgrund der besseren Brettpunkte Heimrecht und setzte sich gegen die SG Solingen mit 4,5:3,5 durch. Vor dem Match gedachten alle Anwesenden mit einer Schweigeminute des vier Tage zuvor unerwartet im Alter von 73 Jahren verstorbenen langjährigen Teamchefs der Solinger Mannschaft, Herbert Scheidt (siehe Foto).
Scheidt war nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch gegenüber den Mitbewerbern fair. Als sein Team 2016 den Titel gewann, kam ihm kein Wort der Häme über die Lippen, sondern viel Lob für den Sponsor des Rivalen Baden-Baden Wolfgang Grenke (vgl. Interview in der Juni-Ausgabe 2016), den Scheidt eigener Aussage zufolge "absolut schätzt" und "der nicht nur für die OSG, sondern allgemein für den Schachsport viel tut". Analog wurden auch Scheidt und seine Solinger von dem Rivalen von der Oos immer respektvoll behandelt. Diese von Fairness geprägte sportliche Rivalität (die in der Geschichte der Schachbundesliga nicht immer selbstverständlich war) gereichte beiden Seiten zur Ehre und bleibt in guter Erinnerung.

[…]

Den zweiten vollen Punkt steuerte dann Peter Swidler bei, der rund zwei Wochen zuvor mit seinem Team die russische Spitzenliga gewann.

Russisch C 42
P. Swidler (Baden-Baden)
J. Smeets (Solingen)


1. e4 e5 2. Sf3 Sf6 3. Sxe5 d6 4. Sf3 Sxe4 5. d4 d5 6. Ld3 Le7 7. 0-0 Lf5 8. c4 dxc4 9. Lxc4 0-0 10. Te1 Lb4 11. Sbd2 Sd6 12. Lf1 Sc6 13. Da4 Le6 14. a3 Lxd2 15. Lxd2 Ld5



In den 80er Jahren kämpften die damals besten Spieler der Welt, Anatoli Karpow und Garry Kasparow mehrmals um die Weltmeisterschaft. In ihren zahlreichen Duellen kam es wiederholt zu einem "Duell der schachstrategischen Weltanschauungen".

Karpow liebte harmonische Bauernstellungen und spielte deshalb sehr gerne gegen einen isolierten Bauern im gegnerischen Lager und er fabrizierte eine Reihe von lehrbuchreifen Partien zu diesem Thema. Kasparow wiederum, mehr der Taktik zugetan, mochte den Isolani, weil er oft eine aktiv stehende Figur stützt. Die abgebildete Stellung hätte durchaus in einer Partie dieser Schachgrößen entstehen können. Smeets spielte "à la Karpow" und hoffte wohl, dass er aus dem isolierten Bauern d4 Kapital schlagen könnte, Swidler wiederum setzte auf den Lieblingszug von Kasparow …

Weiter geht es im Juliheft.

 
 
Auszug aus
"Halali in drei Spitzenligen | OSG Baden-Baden feiert einen weiteren Titel, St. Petersburg siegt in Russland und Bischwiller in Frankreich"
erschienen in


SCHACH MAGAZIN 64, Juli 2018

Schach-Magazin a a a
Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

Designelement  :: Aktuelles Designelement
  Aktuelles Heft
Aktuelles Heft
Im Heft blättern
 

Designelement  :: Jahrgangsschuber Designelement
  Jahrgangsschuber
Aktuelles Heft
Der Preis pro Stück für 12 Ausgaben – inklusive Porto und Schutz-Verpackung beträgt € 14,90
Bestellungen bitte unter
Tel.: (0421) 36 90 325