Schach Magazin
Ausgabe 3 mit diesen zentralen Themen ::

„Beim DSB herrscht Stillstand“




Foto: Jan-Henrik Plackmeyer

Ullrich Krause: Der DSB sollte sich in einem wesentlich größeren Ausmaß als bisher öffnen und die Zusammenarbeit mit externen Partnern anstreben.
Beim nächsten Kongress des Deutschen Schachbundes (DSB) im Mai kommt es womöglich zur Kampfkandidatur um die Führung - sofern Präsident Herbert Bastian erneut antritt. Das hat der Internationale Meister und saarländische Rekordchampion gegenüber dem Schach-Magazin 64 offengelassen. Seinen Hut in den Ring hat Ullrich Krause geworfen. Der 49-Jährige vom Lübecker SV ist Diplom-Mathematiker und arbeitet bei einem großen medizintechnischen Unternehmen in Lübeck in der IT-Abteilung. Der langjährige Zweitligaspieler mit einer DWZ von aktuell 2179 (Elo 2210) hat sich als Funktionär zwölf Jahre lang als Jugendwart des ehemaligen deutschen Meisters und anschließend von 2001 bis 2013 als Vorsitzender verdient gemacht. Seit 2008 ist Krause überdies Präsident des Schachverbandes Schleswig-Holstein (weitere Details finden sich auf seiner Webseite www.ullrich-krause.de). Im Interview mit Hartmut Metz erläutert er, warum er den Verband an vorderster Front führen will. Krause strebt vor allem mehr Miteinander in der Führungsriege an und will insbesondere beim Schulschach enorme Fortschritte zum Wohle aller Vereine erzielen.

Schach-Magazin 64: Herr Krause, der DSB hat einen Präsidenten - trotzdem werfen Sie Ihren Hut bei der nächsten Wahl in den Ring. Warum?

Ullrich Krause: In letzter Zeit genießt der Schachsport große Aufmerksamkeit in den Medien. Nach meinem Eindruck werden die dadurch durchaus vorhandenen Chancen, mehr Menschen für unseren Sport zu gewinnen, durch den Deutschen Schachbund nicht genutzt. Diesen Zustand würde ich gerne ändern.

[…]

SM-64: Schauen wir auf die Schwerpunkte Ihres Programms. Vor allem das Schulschach rücken Sie in den Mittelpunkt. Schach-AGs sind populär - dennoch landen zu wenige Jugendliche in den Vereinen.

Krause: Das Schulschach ist die einzige, aber gleichzeitig auch eine sehr große Chance für den DSB, neue Mitglieder in großer Zahl zu gewinnen - und zwar nicht nur Kinder, sondern auch Eltern und Lehrer. Es gibt an sehr vielen Schulen in Deutschland zum Teil sehr umfangreiche schachliche Aktivitäten und für den Schachunterricht ausgebildete Lehrer - Stichwort Schulschachpatent und Deutsche Schachschule. Die diesbezügliche Arbeit der Deutschen Schachjugend und der Deutschen Schul-schachstiftung kann hier gar nicht hoch genug eingeschätzt werden! Der Übergang interessierter Kinder in den Verein stellt aber in der Tat ein Problem dar. Hier ist meine Idee, die Gründung von "Schulschachvereinen" zu ermöglichen, an die dann nicht so strenge Anforderungen gestellt werden wie an normale Schachvereine und die trotzdem an Turnieren außerhalb der reinen Schulschachmeisterschaften teilnehmen können. Aber auch wenn der Anteil der Kinder, die den Weg vom Schulschach zum Vereinsschach finden, nicht so hoch ist, wie wir uns das wünschen, ist eines klar: Je mehr Kinder an den Schulen mit dem Schachspiel in Kontakt kommen, desto mehr Kinder spielen auch im Verein Schach. Ich habe in meinem Programm das Bei-spiel Polen erwähnt, wo ab dem Herbst dieses Jahres alle Grundschulen Schachunterricht anbieten! Dieses absolut fantastische Ergebnis ist sicher der Lohn für langjährige intensive Arbeit. Dass die Bildungspolitik in Polen im Unterschied zu Deutschland zentral gesteuert wird, erleichtert die entsprechenden Gespräche natürlich. Schach als fixer Unterrichtsgegenstand in allen Grundschulen wäre jedenfalls ein Ziel, das sich der Deutsche Schachbund auf die Fahnen schreiben könnte.

[…]

SM-64: Überdies beklagen Sie einen Mitgliederschwund bei den 20- bis 40-Jährigen? Was können der DSB, der Präsident oder die Vereine dagegen tun?

Krause: Neben dem nicht ausreichenden Zuwachs der Mitgliederzahlen im Jugendbereich scheint mir dies eines der Hauptprobleme des deutschen Schachs zu sein. Ich dachte früher immer, dass das ein sehr spezifisches Problem meines Heimatvereins ist, bis mir dann auffiel, dass die gegnerischen Mannschaften und die Teilnehmer an unseren Landesmeisterschaften und den Deutschen Meisterschaften auch immer älter wurden. Dasselbe gilt nach meinen Erfahrungen auch in anderen Landesverbänden. …

Weiter geht es im Märzheft.

 
 
Auszug aus
"„Beim DSB herrscht Stillstand“ | Ullrich Krause erwartet offenes Rennen bei Kampfkandidatur gegen Präsident Bastian"
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SCHACH MAGAZIN 64, März 2017

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"Das gibt's doch nicht, wie konnte ich so was übersehen, das war doch ganz einfach", so oder ähnlich wird nach einem "Einsteller" lamentiert. So nennt man einen Zug, der eine womöglich gut angelegte oder noch gar nicht recht begonnene Partie schlagartig verdirbt.
 

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