Schach Magazin
Ausgabe 7 mit diesen zentralen Themen ::

Poikowski: Ein passender Sieger




Foto: Otto Borik

Dimitri Jakowenko, hier bei seinem Einsatz in der Bundesliga in Hamburg 2018, gewann nach 2007 zum zweiten Mal das zu Ehren Karpows veranstaltete Turnier. Der 1994 Geborene wird wegen seines Spielstils und seiner Physiognomie auch "der kleine Karpow" genannt.



Bereits im Vorschulalter kannte Dimitri Jakowenko alle Partien, die der 12. Schachweltmeister Anatoli Karpow bis dahin gespielt hatte. Bald kursierte die Anekdote, Jakowenkos Vater Oleg habe "seinem Sohn das Schachspiel anhand von Karpows Partien erklärt", was schachpädagogisch gesehen ein sehr schwieriges, wenn nicht unmögliches Unterfangen wäre. Viele Jahre später präzisierte der inzwischen zum Großmeister avancierte Dimitri, sein Vater habe ihm das Schachspiel sehr früh (als Dreijähri-gem) beigebracht, jedoch ganz klassisch auf Grundlage der taktischen und strategischen Elemente und entsprechender Übungsbeispiele. Richtig ist allerdings, dass Jakowenkos erstes Schachbuch eine Sammlung von Karpows kommentierten Par-tien war. "Dies hat meinen eigenen Spielstil stark geprägt", verriet er in einem 2014 geführten Interview mit Misha Savinov.

[…]

Nach seinem Sieg 2007 wurde Jakowenko regelmäßig wieder eingeladen und hat mit einer Ausnahme auch teilgenommen, durchweg mit guten Platzierungen, aber keinem weiteren Turniersieg. Dies gelang ihm erst bei der diesjährigen Auflage, die vom 26. Mai bis zum 6. Juni durchgeführt wurde.

Sizilianisch B 48
V. Bologan - D. Jakowenko
Poikowski 2018


1. e4 c5 2. Sf3 e6 3. d4 cxd4 4. Sxd4 Sc6 5. Sc3 Dc7 6. Le2 Sf6 7. Le3 a6 Soweit kam es auch in der Partie von Karpow, der auf 8. 0-0 mit der Fesselung …Lb4 antwortete. Bologan, der Sieger der beiden ersten Auflagen des Karpow-Turniers, der in diesem Jahr jedoch völlig von der Rolle war, verhinderte dies mit 8. a3 Le7 9. f4 d6 10. g4 d5 11. e5 Sd7 12. g5 Lc5 13. Dd2 Sxd4 14. Lxd4 Lxd4 15. Dxd4 Db6 16. 0-0-0 Dxd4 17. Txd4 g6 18. h4 h6 19. Lf3 hxg5 20. hxg5 Txh1+ 21. Lxh1 Ke7 22. Se2 Sb6 23. Td3 Sc4 24. Th3 Ld7 25. a4 b5 26. b3 Sa5 27. axb5 Lxb5 28. Sc3 Tc8 29. Kd2 Sc6 30. Lf3 Sd4 31. Lg4 Ld7 32. Td3 Sc6 33. Se2 a5 34. Th3 Ta8 35. Th1 a4 36. Ta1 Sa5 37. Kc3 Tc8+ 38. Kb2 Tb8 39. Sd4 Th8 40. Le2 Th4 41. Tf1 axb3 42. cxb3 Sc6 43. Kc3 Th2



Es wurde viel abgetauscht und die Stellung befindet sich im Gleichgewicht. Allerdings bedeutet Gleichgewicht nicht automatisch ein Remis. Das wird in den letzten Jahren immer wieder bei den Partien von Carlsen erwähnt, der in der Tat viele gleichstehende Endspiele gewinnen konnte, früher war es aber das Markenzeichen von Anatoli Karpow. In der konkreten Stellung kann Schwarz mit guter Technik …

Weiter geht’s in der Juliausgabe 2018.

 
Auszug aus
"Ein passender Sieger | Der „kleine Karpow“, Dimitri Jakowenko, gewinnt die 19. Auflage des Karpow-Turniers"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Juli 2018

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  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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