Schach Magazin
Ausgabe 5 mit diesen zentralen Themen ::

Saint Louis: Top-Events am laufenden Band




Foto: Lennart Ootes

Die US-Meister 2017. Sabina-Francesca Foisor (Siegerin des Frauenturniers) noch in Trauerkleidung (kürzlich verstarb ihre Mutter die Weltklassespielerin Cristina Adela Foisor), und Wesley So, der extra den „barong tagalog“ angezogen hat, der auf den Philippinen zu Hochzeiten und anderen festlichen Anlässen getragen wird.




In vielen Ländern werden die bedeutendsten Schachveranstaltungen nicht unbedingt in den größten Städten ausgetragen, London ist da eine Ausnahme, ebenso wie Moskau. Schauplatz vieler großer Turniere, was Qualität, aber auch was die Quantität betrifft, sind oftmals kleinere Orte mit engagierten Organisatoren. In Deutschland hat sich Dresden, wo zig Turniere, mehrere Europameisterschaften und die Schacholympiade 2008 ausgerichtet wurden, als heimliche Schachhauptstadt etabliert. Dabei nimmt die sächsische Metropole mit ihren etwas mehr als 600 Tausend Einwohnern in der Liste der größten deutschen Städte nur den 12. Platz ein.

In den USA ist das sogar noch extremer ausgeprägt, die meisten Topereignisse im Schach finden heutzutage in Saint Louis statt, mit rund 450 Tausend Einwohnern nur die Nr. 58 in der US-Liste der Großstädte. Den entscheidenden Anteil daran haben der schachfreundliche Multimillionär Rex Sinquefield sowie - wie er schmunzelnd kommentierte - seine Gattin, "die es mir erlaubt". Frau Dr. Jeanne Sinquefield sieht es allerdings auch ganz pragmatisch: "Schön, dass es Schach ist. Was würde wohl Golf kosten?"

[…]

Zehn Tage nach dem Ende der Winter Chess Classic folgten die US-Meisterschaften der Frauen und der Männer. Dies war schon die neunte US-Landesmeisterschaft in Folge, die in St. Louis ausgerichtet wurde, jedoch fand die diesjährige Austragung ein besonders großes mediales Echo. Gemäß dem Motto "Alle Goldjungs dabei" waren alle fünf Mitglieder des US-Teams, das im Herbst 2016 bei der Schacholympiade siegte, mit von der Partie. Die anderen sieben nominierten Großmeister waren freilich auch nicht von Pappe und sie haben es den "Goldjungs" ganz schön schwergemacht. Wie Sie der Tabelle (siehe Seite 19)entnehmen können, mussten sich vier von ihnen (Caruana, Nakamura, Shankland und Robson) mindestens einmal geschla-gen geben. Nur einer nicht: der immer stärker werdende Wesley Barbasa So, der ab der vierten Runde das Turnier allein anführte.

Réti-Eröffnung A 14
W. So - A. Onischuk
US-Meisterschaft (4), Saint Louis


1. Sf3 d5 2. g3 Sf6 3. Lg2 e6 4. 0-0 Le7 5. c4 0-0 6. b3 b6 7. Lb2 Lb7 8. cxd5 Sxd5 9. d4 Sd7 10. Te1 c5 11. e4 S5f6 12. Sc3 cxd4 13. Sxd4 Se5 14. De2 Dies ist noch keine Zauberei, 14. …Dxd4 ergibt nach 15. Sd5 Dc5 16. Sxe7+ Dxe7 17. Lxe5 ein etwas besseres Spiel für Weiß. 14. …Lc5 15. Ted1 De7 15. …Lxd4 16. Sb5 Sc6 17. Sxd4 ist ebenfalls leicht zu sehen und für Weiß angenehm zu spielen. 16. Sa4 Lxd4 17. Lxd4 Sc6 18. Le3 Tfd8 19. Sc3 Db4 20. Db2 Sg4 21. Lf4 Sce5 22. a3 Dc5 23. Sa4 Db5 24. Sc3 Dc5 25. Sa4 Db5 Ein stilles Remisangebot, das So zurückweist. 26. h3



Weiter geht’s in der Maiausgabe 2017.

 
Auszug aus
"Top-Events am laufenden Band | Neues aus Amerikas Schachhauptstadt | Wesley So setzt seine Siegesserie fort und wird US-Meister"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Mai 2017

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Flüchtigkeitsfehler

"Das gibt's doch nicht, wie konnte ich so was übersehen, das war doch ganz einfach", so oder ähnlich wird nach einem "Einsteller" lamentiert. So nennt man einen Zug, der eine womöglich gut angelegte oder noch gar nicht recht begonnene Partie schlagartig verdirbt.
 

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