Schach Magazin
Ausgabe 10 mit diesen zentralen Themen ::

Zwei kamen durch






42 von 64 Begegnungen der ersten Runde des Weltcups endeten bereits nach den beiden Turnierpartien, die anderen mussten in die Verlängerung, sprich wurden in Schnell- (21-mal) bzw. Blitzpartien (nur Jobava setzte sich erst im Blitz gegen Salgado durch) entschieden.

Foto: Cathy Rogers

Während diese Zeilen geschrieben werden, sind 126 der insgesamt 128 Teilnehmer des Weltcups wieder zu Hause oder unterwegs zu neuen Turnieren. Sie alle sind im Laufe der letzten drei Wochen, ab dem 2. bis zum 21.September, bei dem längsten Qualifikationsturnier der Schachwelt ausgeschieden. Für das Finale qualifizierten sich der Armenier Levon Aronian (35) und der zehn Jahre jüngere Chinese Ding Liren. Sie beide werden in der Woche nach dem Redaktionsschluss das Finalmatch bestreiten, bei dem es um die Ehre und das Preisgeld gehen wird, aber nicht mehr um die Qualifikation für das WM-Kandidatenturnier 2018, denn hierfür sind beide qualifiziert. In diesem Artikel schauen wir uns die Höhepunkte aus allen dem Finale vorausgegangenen Runden an. Vorab aber wegen des besseren Verständnisses die wichtigsten technischen Infos.

Der Weltcup ist ein Turnier, das alle zwei Jahre ausgetragen wird, und zwar in den Jahren zwischen den Schacholympiaden. In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert (ist aber nicht im Reglement festgeschrieben!), dass das gastgebende Land der Olympiade auch den Weltcup ausrichtet. So war der Weltcup 2013 sozusagen die Ouvertüre für die Schacholympiade in Tromsø (Norwegen), in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku wurde 2015 und 2016 ähnlich verfahren, so auch in diesem Jahr: Weltcup im Herbst 2017 in Tiflis, der Hauptstadt Georgiens, in dessen Schwarzmeer-Badeort Batumi im nächsten Jahr die Schacholympiade gespielt werden wird.

[…]

Zweite Runde

Für Matches der Elo-Schwergewichtler war es noch zu früh, nicht aber für Favoritenstürze, wovon besonders zwei in den Fokus rückten. Nicht unter die letzten 32 geschafft haben es der frühere Weltmeister Viswanathan Anand sowie der letzte WM-Herausforderer Sergej Karjakin.

[…]

Englisch A 29
D.Dubow (RUS, 2666)
S.Karjakin (RUS, 2780)


1.c4 Sf6 2.Sc3 e5 3.Sf3 Sc6 4.g3 d5 5.cxd5 Sxd5 6.Lg2 Lc5 7.0–0 0–0 8.d3 Lb6 9.Sxd5 Dxd5 10.b4 Mit der Idee 10.…Sxb4 11.Lb2, und Weiß gewinnt den Bauern zurück, entweder nach dem kommenden Sxe5, oder nach 11.…e4 12.Sd2 f5 13.dxe4. 10.…e4 11.Sg5 Dd4 12.La3!? „Dies ist eine Neuerung, die wir beide kannten“, verriet Dubow nach der Partie. 12.…e3! 13.b5 exf2+ 14.Kh1 Se5 15.Lxf8 Kxf8 16.a4!? a5 17.bxa6 Txa6 18.a5



„Ich konnte mich nur erinnern, dass Schwarz nun …Txa5 spielen soll“, sagte Dubow, „und dann endet alles forciert remis, wie so oft im modernen Schach“, flachste er. Karjakin hatte es ähnlich in Erinnerung, „aber am Brett habe ich es irgendwie durcheinander gebracht.“ 18.…La7?! 19.Dc1! Hier ist der sofortige Bauerngewinn 19.Sxh7+ Kg8 20.Sg5 fraglich wegen 20.…Dd8 21.Sf3 Sg4 drohend …Sg4. 19.…Dd8 20.Df4 h6 21.Se4 De7 22.Sc3 g5?! An dieser Stelle oder einen Zug später kam …c6 in Betracht, was den Ausfall Sd5 verhindert. 23.Dc1 Sg4 24.Sd5 Dxe2 25.Dxc7 Tc6 26.Dd8+



26.…De8? Der entscheidende Fehler. Schwarz hätte sich auf die folgende Gratwanderung begeben müssen: 26.…Kg7! 27.Se7 Le6! 28.Dg8+ Kf6 29.Sxc6 bxc6 30.Dh8+ Kg6 31.Le4+ Lf5! 32.Lxf5+ Kxf5 33.Dc8+ Kf6 34.Dxc6+ Kg7 35.Dg2 Dxd3, und hier kann der Nachziehende noch kämpfen. 27.Dxe8+ Kxe8 28.d4 Kd8 Auf 28.…Lxd4 war 29.Ta4! La7 30.Sb6 geplant. 29.h3 Sf6 30.Sb6 Tc2 31.Sxc8 und wegen 31.…Kxc8 32.Tac1 mit klarem Vorteil für Weiß – 1:0

Weiter geht es im Oktoberheft.



Auszug aus
"Zwei kamen durch | Levon Aronian und Ding Liren bestreiten das Finalmatch | Carlsen früh gescheitert"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Oktober 2017

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Designelement SM64-Kaleidoskop Designelement
  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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