Schach Magazin
Ausgabe 7 mit diesen zentralen Themen ::

Stavanger: Ein Sieg im Revier des Gegners






Turniersieger Fabiano Caruana bei der Pressekonferenz im Anschluss an seinen Sieg in der letzten Runde gegen seinen Landsmann Wesley So mit dem Moderatorenteam GM Simen Agdestein und IM Anna Rudolph.

Foto: Cathy Rogers



Fabiano Caruana setzte die herausragende Erfolgsserie fort, die er im Jahr 2018 feiert, und gewann die sechste Ausgabe des Norway Chess Superturniers in Stavanger - der dritte große Turniersieg des Amerikaners in diesem Jahr.

Altibox Norway Chess 2018 - der Sponsor ist ein Kabel- und Internetprovider - vereinigte zehn der besten 13 Spieler der Welt, darunter sieben der besten acht, und bestätigte damit einmal mehr den Ruf, eines der stärksten Rundenturniere der Welt zu sein, den es seit 2015 genießt. Das Turnier fand in der Zeit vom 27. Mai bis zum 8. Juni statt.

[…]

Das Spitzenduell

In der ersten Runde waren alle Augen und Kameraobjektive auf das Brett gerichtet, wo die beiden "großen Autos" standen (die Nachnamen der WM-Gegner beginnen beide mit den Buchstaben "Car", englisch für Automobil). Bereits früh in der Eröffnung wurde taktiert. Mit 2. Lc4 vermied Carlsen Caruanas neue Waffe, die Russische Verteidigung 2.Sf3 Sf6. Im sechsten Zug entwickelte Carlsen seinen Damenläufer nach d2: 6. c3 Ld6 hätte Caruana glückliche Erinnerungen beschert, denn mit dieser Variante gewann er gegen Carlsen beim Sinquefield Cup 2014, als er mit 7 aus 7 ins Turnier startete. Und ab dem 7. Zug gab es in der Spielpraxis der beiden keine Vorläufer mehr.

Läuferspiel C 24
M. Carlsen - F. Caruana
1. Runde, 28. 5. 2018


1. e4 e5 2. Lc4 Sf6 3. d3 c6 4. Sf3 d5 5. Lb3 Lb4+ 6. Ld2 7. Sbxd2 a5!? "7. …a5 ist kein sehr häufig gespielter Zug", meinte Carlsen, "aber er ist bekannt. In der von mir gewählten Variante behauptet Weiß gar nicht, viel aus der Eröffnung bekommen zu wollen. Wie sich nach meinem neunten Zug zeigt, ist die Stellung zwar ausgeglichen, aber da die Bauernstruktur nicht völlig symmetrisch ist, haben beide Seiten gewisses Spiel." 8. c3 Sbd7 9. exd5 cxd5 10. 0-0 0-0 11. Te1 Te8 12. Sf1 b5!? "12. …b6 sieht normal aus", meinte Carlsen. "Dann würde ich wahrscheinlich mit 13. Se3 Lb7 14. d4 e4 15. Sd2 fortsetzen, und danach spiele ich 16. f3 und versuche nachzuweisen, dass der Läufer auf b7 deplatziert steht." 13. a4 b4 14. cxb4 axb4 15. Se3 Lb7 16. d4 e4



17. Se5!? Ein aussichtsreiches Bauernopfer. "Ich habe lange über 17. Sd2 nachgedacht", erklärte Carlsen, "aber dann kommt 17. …Db6 (Nach dem sofortigen 17. …Sf8 habe ich Zeit für 18. Lc2 Se6 19. Sb3, und ich glaube, hier steht Weiß ein bisschen besser.) 18. Sdf1 Sf8 19. Sc2 Se6 20. Dd2, und diese Art von Stellung einzuschätzen, fand ich sehr schwer."

Weiter geht es im Juliheft.

Auszug aus
"Ein Sieg im Revier des Gegners | Der WM-Herausforderer Caruana gewinnt nach tollem Schlussspurt in Stavanger"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Juli 2018

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  Unbändiger Vorwärtsdrang

Obwohl er schon ein gestandener Mann von 68 Jahren war, freute er sich wie ein Kind. Endlich sollte in seiner Heimatstadt Minsk ein Spitzenturnier ausgetragen werden, die Europameisterschaft nämlich, und sie sollte sein schachliches Schwanenlied werden.
 

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