Schach Magazin
Ausgabe 5 mit diesen zentralen Themen ::

Grenke Open in Karlsruhe: „You’re simply the best …“






Die Schwarzwaldhalle bot nicht genügend Platz für alle – B- und C-Turnier wurden in der nebenstehende Gartenhalle untergebracht.

Foto: grenkechessopen.de




Turnierdirektor Sven Noppes hat das vom Open Deizisau stammende Einstim­mungsritual zu Beginn jeder Runde mittlerweile noch verfeinert: Auf seinem Smartphone gespeicherte Songs werden an das Mikrofon gekoppelt, und schon ertönt mit beeindruckender Lautstärke in der Schwarzwaldhalle z. B. das beschwingende "An Tagen wie diesen" von den Toten Hosen oder auch die Europa-Hymne bzw. die "Ode an die Freude" von Beethoven. "War das Hochzeitslied für meine Frau und mich", verrät ein bestens gelaunter Noppes, der für jede der neun Runden mit Bedacht ein bestimmtes Lied ausgesucht hat - als zur dritten Runde des Open auch der Start des "Classic" mit Weltmeister Magnus Carlsen ansteht, fällt die Wahl des Intro-Songs passender Weise auf "Simply the best" von Tina Turner. Dass Magnus zur Auslosung der Startnummern noch nicht persönlich anwesend ist, liegt am deutschen E-Tankstellen-Netz: Vom Fährhafen Kiel bis Karlsruhe kann es auch mit einem Tesla eine Weile dauern, wenn man alle 150 Kilometer Strom "zapfen" muss…

Die norwegische Nr. 1 der Weltrangliste dürfte zusammen mit dem attraktiven weiteren "Classic"-Feld dennoch für zusätzlichen Sog auf das 2. Grenke-Open gesorgt haben: Wo sonst in der Schachwelt kann man schon Weltklassespieler in Aktion erleben, während man in der gleichen Halle selber am Brett sitzt? Nicht mal in London! So durfte ein tief zufrieden wirkender Sven Noppes zum Start 2017 dann auch den ersehnten Satz sagen: "Damit sind wir das größte Schach-Open der Welt!" Hierbei berief er sich übrigens ausdrücklich auf das Ranking des Schach-Magazins 64, welches ja auch Konkurrenten wie Pardubice oder Wijk aan Zee im Auge hat.

[…]

Die vier Topplatzierten verloren keine einzige Partie. Sechs Siege und drei Friedensschlüsse standen bei ihnen zu Buche. "Ich hatte in der fünften Runde Glück gegen einen jungen Tschechen", hielt Witjugow seinen Sieg über IM Thai Dai Van Nguyen (2441) - dessen Name vietnamesische Vorfahren verrät, der aber von Kindesbeinen an in Tschechien lebt - für einen der beiden ausschlaggebenden Momente des Turniers.

Damenbauerspiel D 00
N. Witjugow (RUS, 2729)
T. Nguyen (CZE, 2441)


1. d4 Sf6 2. Lg5 d5 3. e3 c5 4. Sd2 Sc6 5. c3 Db6 6. Dc2 cxd4 7. exd4 e5 8. dxe5 Sg4 9. Sb3 Le6 10. Sf3 Sgxe5 11. Sxe5 Sxe5 12. Le3 Dc7 13. Lb5+ Sc6 14. Sd4 Ld6 15. 0-0-0 0-0 16. Sxe6 fxe6 17. Ld3 h6 18. Kb1 Se5 19. Le2 Lc5 20. Lxc5 Dxc5 21. f3 Df2 22. g3 Tac8 23. f4 Sc4 Witjugow hätte hier alle kommenden Probleme vermeiden können, wenn er sich auf 24. Lxc4 Dxc2+ 25. Kxc2 Txc4 26. The1 Kf7 27. Te3 eingelassen hätte, was ihm allerdings remislich erschien. 24. Td4?! Dg2 25. Te1 Dxh2 26. Lg4 Dxg3 27. Lxe6+ Kh8 28. Th1 Tce8 29. f5?!



Nun verpasste Schwarz zu seinem Leidwesen 29. …Se3 30. Dd3 Sxf5! 31. Lxf5 (31. Dxg3? verliert nach 31. …Sxg3) 31. …Te1+ 32. Txe1 Dxe1+ 33. Kc2 Df2+ 34. Kb3 Dxf5 35. Db5 (Das Turmendspiel nach 35. Txd5 Dxd3 36. Txd3 g5 ist für Schwarz gewonnen.) 35. …Df7 36. Txd5 b6 mit einem Mehrbauern.

Zu Witjugows Glück hatte sich sein junger Gegner verkombiniert: […]

Weiter geht es im Maiheft.

 


Auszug aus
"„You’re simply the best …“ | 1200 Teilnehmer beim zweiten Grenke-Open | Nikita Witjugow nach Wertung Erster vor Matlakow, Bacrot und Kozul"
erschienen in

SCHACH MAGAZIN 64, Mai 2017

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  Flüchtigkeitsfehler

"Das gibt's doch nicht, wie konnte ich so was übersehen, das war doch ganz einfach", so oder ähnlich wird nach einem "Einsteller" lamentiert. So nennt man einen Zug, der eine womöglich gut angelegte oder noch gar nicht recht begonnene Partie schlagartig verdirbt.
 

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